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Sascha Karolin Aulepp

13.12.2023 Sitzungen 21/6

Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren Abgeordneten, sehr geehrte Frau Abgeordnete Dr. Tell! Für den Senat beantworte ich die Anfrage wie folgt: Zu den Fragen 1 und 3: In Bremen haben die Primo-Tests mit den Kindern der ersten Klasse (Einschulungsjahrgang 2023/2024) bis Anfang November 2023 stattgefunden. Diese Tests werden derzeit noch ausgewertet. 2022 lag die Sprachförderquote bezogen auf den Einschulungsjahrgang der allgemeinbildenden Schulen bei 39,6 Prozent. Die Sprachförderquote schwankt, ist aber in der Tendenz in den letzten fünf Jahren insgesamt steigend. Allerdings können die Daten im Zeitverlauf der letzten fünf Jahre nicht direkt miteinander verglichen werden, da erst seit 2021 zu Beginn der ersten Klasse alle Kinder getestet werden (Vollerhebung, höhere Grundgesamtheit). In den Jahren 2018 bis 2020 wurden nur Kinder getestet, die vormals einen Sprachförderbedarf hatten oder von denen kein vorschulisches Testergebnis vorlag (Teilerhebung). In den Jahren 2018 bis 2020 lag die Sprachförderquote bei einer Teilerhebung schwankend zwischen 26,2 Prozent und 27,2 Prozent, 2018: 26,5 Prozent; 2019: 27,2 Prozent; 2020: 26,2 Prozent. Bei einer Vollerhebung in 2021 lag sie bei 42,8 Prozent und 2022 bei 39,6 Prozent. Von 2021 zu 2022 ist eine Reduzierung der Sprachförderquote um 3,2 Prozentpunkte zu verzeichnen. Im Jahr 2023 verfügten in Bremerhaven 293 Erstklässer:innen über nicht ausreichende beziehungsweise keine Deutschkenntnisse. Die Anzahl der Erstklässler:innen in Bremerhaven, die nicht über ein Grundverständnis der deutschen Sprache verfügen beziehungsweise Sprachanfänger:innen sind, kann aufgrund der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit retrospektiv nicht beziffert werden. Zu Frage 2: Um insbesondere Kinder mit einem hohen Förderbedarf zu erfolgreichem Lernen anzuleiten, ist eine kontinuierliche, möglichst früh einsetzende individuelle Begleitung notwendig, die den Fokus auch auf die Stärken richtet, um den Kindern positive Lernerfahrungen zu ermöglichen. Die folgenden Maßnahmen dienen daher primär dazu, die Kinder insbesondere auf der sprachlichen Ebene schulfähig zu machen, den Übergang in die Grundschule zu erleichtern und die Sprachförderung im Unterricht zu entlasten. Für die besondere Zielgruppe der Kinder, die keine Kita besuchen und einen durch Primo festgestellten Sprachförderbedarf haben, der jedes Jahr zwischen 60 und 80 Kinder umfasst, wurden das Kita-Brückenjahr sowie Sprachförder- und Einstiegskurse entwickelt. Diese Kinder werden in das letzte Kitajahr vor der Einschulung integriert. Dort, wo das noch nicht gelingt, werden ihre Eltern im Sommer schriftlich aufgefordert, sie zu einem Sprachförderkurs außerhalb der Kita anzumelden. Ihnen wird ein Förderangebot an den Grundschulen unterbreitet. Um die Eltern mit einzubinden, können die Kinder in den Sprachförderkursen das verwendete Sprachfördermaterial mit nach Hause nehmen, um dort gemeinsam mit den Eltern weiter zu üben. Sprachförderung mit MITSprache (Stiftung Fairchance): An 14 Schulen und vier Kitas wird zusätzlich das dreijährige Sprachförderprogramm MITsprache der Stiftung Fairchance umgesetzt. An 39 Grundschulen in Bremen finden sogenannte Sprachförderbänder statt, die entweder ab Mitte der Klasse eins bis Mitte der Klasse zwei oder in Klasse zwei laufen. Für ihre Durchführung erhalten die Schulen je nach Zügigkeit zwischen zwei und zehn zusätzliche Förderstunden. Alle Kinder einer Lerngruppe oder Jahrgangsstufe werden auf Basis der Primo-Testung und weiterer diagnostischer Verfahren in Kleingruppen von zehn bis zwölf Schüler:innen eingeteilt, die sowohl Förderung – Basiskompetenzen, phonologische Bewusstheit, Wortschatzerweiterung –, aber auch Forderung sein können – Lesewerkstatt oder Schreibwerkstatt –, sodass alle Kinder der Lerngruppe profitieren können. Das Sprachförderband findet zwei- bis dreimal wöchentlich statt. In den Grundschulen der Stadtgemeinde Bremen wird aufgrund der Ergebnisse aus den Sichtungsverfahren am Ende des ersten Schulbesuchsjahrs im zweiten Jahrgang der Bremer Lese-Intensivkurs BLIK angeboten. Kinder mit großen Schwierigkeiten im Schriftspracherwerb erhalten über sechs bis acht Wochen täglich drei Stunden Unterricht zum Lesen und Schreiben sowie eine Stunde Mathematik, um den Anschluss an ihre Klasse nicht zu verlieren. – So weit die Antwort des Senats!

Alle Reden von Sascha Karolin Aulepp Protokoll (PDF) ↗