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Antje Grotheer

13.12.2023 Sitzungen 21/6

Als nächster Redner der Abgeordnete Holger Fricke. Abgeordneter Holger Fricke (Bündnis Deutschland): Geehrte Frau Präsidentin, meine Damen und Herren! Alle drei Jahre wieder Heulen und Wehklagen bei der Veröffentlichung der PISA-Daten. Eine Einzelbewertung der Bundesländer blieb uns Bremern dieses Mal zum Glück erspart. Doch machen wir uns ehrlich: Bremen trägt mit Sicherheit mal wieder die rote Laterne. Ich kann mich dabei noch gut daran erinnern, als vor über 20 Jahren die ersten PISA-Ergebnisse in Bremen veröffentlicht wurden. Dem damaligen Bildungssenator Willi Lemke entglitten die Gesichtszüge. Er war fassungslos über Bremens schlechtes Abschneiden. Seitdem wurde über PISA viel geredet, aber leider zu wenig getan. (Beifall Bündnis Deutschland) Heute bauen die Verantwortlichen immer wieder einen Berg bekannter Ausflüchte vor sich auf, doch lassen Sie uns über den Elefanten im Zimmer reden, über den nur wenige sprechen mögen. Seit 2015 haben wir ein massives Problem mit Armutseinwanderung. Menschen machen sich aus Dritte-Welt-Ländern, Kriegs- und Krisenregionen auf den Weg nach Europa. Die meisten kommen zu uns. Ihre Einwanderung ist kaum an Forderungen gebunden. Sie kamen ja meistens als Asylbewerber und nicht als Arbeitsmigranten. Dabei bilden sie aus verständlichem Grund ihre eigenen Parallelgesellschaften. Sie sprechen in ihren Communitys und in ihren Familien ausschließlich ihre jeweilige Landessprache. Viele Schüler sind der deutschen Sprache überhaupt nicht mächtig, wenn sie zum ersten Mal eine deutsche Schule betreten. Über 40 Prozent der Bremer Erstklässler haben Sprachdefizite. Dabei ist Sprache ja bekanntlich der Schlüssel zur Integration. Dazu kommt hier in Bremen durchgepeitschte Inklusion, obwohl das Fachpersonal an allen Ecken und Enden fehlt. (Beifall Bündnis Deutschland) Immer weniger Abiturienten studieren Lehramt. Die Kinder und Jugendlichen werden in ein System gepresst, das immer weniger funktioniert. Eine Mutter flehte in einer Petition: Bitte lassen Sie meinen Sohn eine Klasse wiederholen, er kommt nicht mehr mit. Doch die Bildungsbehörde lehnte ab. Sitzenbleiben ist im Bremer Bildungssystem nicht vorgesehen. Viele Jugendliche verlassen dann irgendwann die Schule ohne Abschluss. Sie sind frustrierte Opfer dieses ideologisch geprägten Systems. Scheinbar hat unsere Bildungssenatorin ja aber endlich etwas dazugelernt. Sie hat sich die erfahrene Hamburger Verwaltungsexpertin Katharina von Fintel als Staatsrätin ins Boot geholt. Von Fintel verfügt über langjährige Verwaltungserfahrung. Sie war zuletzt Geschäftsbereichsleiterin am Hamburger Institut für Berufliche Bildung. Sie begleitete die Hamburger Enquetekommission zu Folgen der PISA-Studie und die Arbeit für den parlamentarischen Sonderausschuss „Vernachlässigte Kinder“. Um den Ausbau der Kindertagesbetreuung zu beschleunigen, hat von Frau von Fintel in Hamburg die Qualifizierung von Menschen mit geringerer Vorbildung für soziale und Erziehungsberufe mit vorangetrieben. Immerhin schafften es die Hamburger mit ihrer Schulpolitik, im PISA-Ranking vom drittletzten auf den vierten Platz aufzusteigen. Das macht Hoffnung. Auf Frau von Fintel wartet viel Arbeit. Wunder dürfen wir in Bremen allerdings nicht erwarten. Doch ist ihre Anstellung eine scheinbar vernünftige und wichtige Entscheidung. Vielleicht können wir Bremer nach über 20 Jahren PISA-Finsternis endlich ein zartes Licht entzünden – oder das Niveau sackt bundesweit so weit ab, dass irgendwann alle Bundesländer unter einer Bildungsmisere leiden. (Beifall Bündnis Deutschland) Ein trauriges Vorzeichen ist bereits die aktuelle PISA-Studie. – Meine Damen und Herren, ich danke Ihnen! (Beifall Bündnis Deutschland) Als nächster Redner hat der Abgeordnete

Alle Reden von Antje Grotheer Protokoll (PDF) ↗