Prof. Dr. Hauke Hilz
Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Abgeordnete, sehr geehrte Gäste, sehr geehrte Frau Senatorin! Erst mal vielen Dank für Ihre Erläuterungen. Allerdings habe ich mich jetzt gemeldet, weil ich finde, dass Sie mittlerweile als Koalition zusammen mit dem Senat hier doch ein etwas diffuses Bild abgeben. Frau Senatorin, Sie sagen, es werden Gespräche geführt, also es heißt jetzt, niemand ist untätig, sondern die Gespräche werden längst geführt, während Sie kurz davor gesagt haben, Sie sind dankbar für diesen Antrag, der Sie dazu auffordert, Gespräche zu führen. Also irgendwie passt das aus meiner Sicht nicht zusammen. (Beifall FDP) Was wollen Sie eigentlich mit diesem Antrag erreichen, meine Damen und Herren? Das Thema einmal im Parlament zu debattieren, ja, das haben Sie geschafft. Aber einen echten Fortschritt kann ich heute im Vergleich zu dem, wie der Stand war am 14. April, als wir unten die Sondersitzung hatten und das Personalentwicklungskonzept zur Kenntnis genommen haben, nicht erkennen. Der Stand ist nach den Erläuterungen von Ihnen allen aus der Koalition sieben Monate später immer noch der gleiche. Das ist zu wenig. Das ist zu wenig in Anbetracht der großen Herausforderungen, die wir haben, sowohl in der Inklusion, aber auch – –. Das will ich auch noch mal in Erinnerung rufen: Das Personalentwicklungskonzept sagt, wir brauchen bis 2030 3 150 Lehrkräfte, Vollzeitäquivalente, die reinmüssen, davon ungefähr 1 000 zusätzliche aufgrund der steigenden Schülerzahlen und ungefähr 2 000, die ersetzt werden müssen, weil Lehrkräfte in ihren wohlverdienten Ruhestand gehen. Bei dem Bild, das Sie hier zeichnen, wird mir tatsächlich angst und bange, ob wir das tatsächlich erreichen. Ich hoffe es, ich hoffe, dass der Spin noch gelingt, dass wir hier in ein wirklich hohes Tempo kommen, in dem Bereich zu werben. Das ist der Punkt. Es reicht ja nicht, die Kapazitäten auszuweiten, sondern wir müssen Schülerinnen und Schüler auch dafür begeistern, diese Studiengänge und diese Studienplätze auszufüllen. Wir müssen auf allen Ebenen schon anfangen mit dem Werben für den Lehrerberuf und auch mit allen Maßnahmen, die uns zur Verfügung stehen. Wir müssen die Kapazitäten an der Universität, insbesondere im Bereich der inklusiven Pädagogik, aber auch in allen anderen Lehrbereichen erhöhen, und dann müssen wir diejenigen, die rausgehen, auch halten, also einerseits im Studium halten – –. Ich teile das, Frau Strunge hatte das gesagt: Es muss nicht jeder sein Studium bis zum Ende führen. Man darf sich auch mal für ein falsches Studienfach entscheiden, möglichst bis zum zweiten Semester muss man das erkennen, damit man dann wechseln kann. Da sind wir uns, glaube ich, einig. Wir müssen aber gucken, wie wir es schaffen, die Leute, die sich dann dafür entscheiden, möglichst auch zu einem guten Ergebnis, zu einem guten Abschluss an der Universität zu bringen, damit sie später die Schülerinnen und Schüler zu ihrem bestmöglichen Abschluss führen. Daran müssen wir alle arbeiten, und das müssen wir mit mehr Vehemenz tun als mit dem, was wir heute gehört haben. – Herzlichen Dank! (Beifall FDP)
