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Christine Schnittker

15.11.2023 Sitzungen 21/5

Als nächste Rednerin die Abgeordnete Dr. Henrike Müller. Abgeordnete Dr. Henrike Müller (Bündnis 90/Die Grünen): Liebe Kolleginnen und Kollegen! Es gab offensichtlich ein Kommunikationsproblem. Wir dachten, es seien nur einmal fünf Minuten vereinbart, jetzt haben wir doch wieder zweimal fünf. Wie schön, denn zu dem Thema kann ich immer reden – dann mache ich das auch! (Heiterkeit – Beifall Bündnis 90/Die Grünen, SPD, DIE LINKE) Und ich habe gern das letzte Wort vor dem Senat. (Abgeordneter Frank Imhoff [CDU]: Das kennen wir doch, Frau Dr. Müller!) Dann bleibt mir ernsthaft noch Zeit, zwei Besonderheiten, die bundesweit wirklich, ich will mal sagen, fast für Aufsehen gesorgt haben, noch ein bisschen ausführlicher zu thematisieren. Das eine ist, Maja Tegeler hat es vorhin schon angesprochen, der Betroffenenbeirat, das andere ist die Einrichtung der Gewaltschutzambulanz. Zunächst zum Betroffenenbeirat: Die Personen, die sich in diesem Beirat ehrenamtlich engagieren und einbringen, um uns politische Entscheidungsträger:innen immer wieder darauf hinzuweisen, was im Hilfesystem wirklich gebraucht wird, ist von unschätzbarem Wert. Dass wir diesen Beirat haben, dass wir die Personen im Beirat, die dort arbeiten, also jede einzelne Person, haben, sorgt nämlich dafür, dass wir nicht aus so einer Fachexpertise heraus, also nicht nur mit fachlich mit Gewaltbetroffenen arbeitenden Menschen den Blick auf ein Hilfesystem haben, sondern genau die darauf gucken, die ja ursprünglich durch sind durch das Hilfesystem, und die ganz genau wissen, wo die Lücken sind, was nicht funktioniert hat, wo sie erneut Gewalt erfahren haben unter Umständen, obwohl es angeblich sensible Strukturen sind, und, und, und. Genau deswegen ist dieser Betroffenenbeirat, so einzigartig er ist, so eine Riesenpremiere er in Bremen ist, so wichtig für unsere gemeinsame Arbeit. Vielen Dank an jede einzelne Person im Beirat, die an dieser Thematik mitarbeitet! (Beifall) Es ist ganz sicher nicht leicht, sich immer wieder auch mit den eigenen Erfahrungen damit auseinandersetzen zu müssen. Die Gewaltschutzambulanz, auch daran haben wir alle gemeinsam sehr, sehr lange gearbeitet. Eine Gewaltschutzambulanz, an die sich Opfer von Gewalt wenden können, die noch nicht in der Lage sind, strafrechtliche Schritte gegen einen Täter oder eine Täterin einzuleiten, aber ihre Verletzungen schon mal sichern können: auch besonders wichtig, weil wir wissen, wie viele Schleifen Gewaltopfer leider drehen müssen, bevor der Druck und vor allem das Leid so groß sind, dass Mann oder Frau es nicht mehr aushalten kann. Daher ist es sehr wichtig, vorab zu wissen: Hier sind die Beweise gesichert, und ich kann mich auch noch in sechs Monaten, in zwölf Monaten oder auch in achtzehn Monaten entscheiden, Schritte einzuleiten. Von enorm wichtiger Relevanz, diese Gewaltschutzambulanz, großartig, dass wir sie haben in Bremen! (Beifall) Letzter Punkt: Der 25. November, der ist ja schon öfter erwähnt worden, ist auch Grundlage für den Beflaggungsantrag, den wir natürlich gerne wieder unterstützt haben. Das Besondere an Bremen ist aber, wie ich finde – das gilt für viele andere Städte auch, aber für Bremen und Bremerhaven interessiert uns das heute natürlich –: Das Thema „Gewalt gegen Frauen und Kinder“ ist eben nicht nur am 25. November Thema, weil wir da zufällig einen internationalen Tag haben, sondern das Thema zieht sich durch 365 Tage im Jahr. Genauso, wie sich das Thema für die Opfer 365 Tage im Jahr zieht – die Gefahr, dass es heute wieder knallt –, genauso beschäftigen wir alle uns und viele weitere Akteur:innen in der Stadt jeden einzelnen Tag im Jahr mit diesem Thema, und das ist im besten Sinne bremisch. – Vielen Dank! (Beifall Bündnis 90/Die Grünen, SPD, CDU, DIE LINKE)

Alle Reden von Christine Schnittker Protokoll (PDF) ↗