Antje Grotheer
Auch Ihnen, Herr Kollege, herzlichen Glückwunsch zur ersten Rede in dieser Funktion! (Beifall) Als nächste Rednerin hat das Wort die Abgeordnete Franziska Tell. Abgeordnete Franziska Tell (Bündnis 90/Die Grünen): Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Kolleg:innen! Politische Bildung ist extrem wichtig. Ich glaube, da sind wir uns alle einig. Demokratiebildung ist wichtig, und all diese Dinge sind in der heutigen Zeit mit der heutigen politischen, auch weltpolitischen Situation sicherlich noch mal wichtiger geworden, wenn es um die aktuelle Lage der Geopolitik, aber auch viele andere Aspekte in unserer weltpolitischen Situation geht. Da sind wir uns einig. Sicherlich sind wir uns auch einig, dass es gut ist, dass es externe Angebote gibt, dass an Schulen externe Angebote stattfinden können, dass es nicht nur die Lehrkräfte sind, die den Unterricht formen, sondern immer wieder auch andere Blickwinkel mit eingebracht werden können. Darum bin ich froh, dass es solche externen Angebote in vielerlei Hinsicht in Bremen gibt. Es gibt vielfältige Anbieter. Es gibt die Landeszentrale für politische Bildung, es gibt den EuropaPunktBremen, es gibt Museen, es gibt Institutionen an den Universitäten und so weiter und so weiter, und es gibt die Bundeswehr. Auch die Bundeswehr kann vielfältige Positionen bieten, kann einen Einblick möglich machen, auch an Schulen, wenn genau wie bei allen anderen Angeboten entsprechende Vorarbeit und Nacharbeit an den Schulen geleistet wird und wenn das Ganze sinnvoll in den Unterricht eingebettet werden kann. Ich denke, das ist total sinnvoll, dass es all diese Möglichkeiten gibt, aber diese Möglichkeiten gibt es eben auch. (Beifall Bündnis 90/Die Grünen, SPD) Darum verstehe ich nicht so ganz, warum wir jetzt – –, und das wurde ja auch gesagt, das Thema wurde in der letzten Legislaturperiode auch schon debattiert, ich war zwar nicht dabei, aber ich verstehe trotzdem nicht, warum wir es jetzt wieder debattieren müssen, dass wir etwas tun sollen, was an den Schulen schon lange möglich ist. Es ist ja nicht verboten, es ist nicht ausgeschlossen, es steht den Lehrkräften frei, und ich finde, es ist gut und wichtig, dass die Schulen diese Eigenständigkeit haben, dass die Lehrkräfte die Eigenständigkeit haben, selbstständig zu entscheiden, welches Format der externen Bildung, welche Formate in ihren Unterricht passen, wie sie die gut einbetten können. Diese Möglichkeit besteht, und die bleibt natürlich auch weiterhin bestehen. (Beifall Bündnis 90/Die Grünen, SPD) Wenn man dann in das CDU-Wahlprogramm guckt und feststellt, dass da zum Thema Demokratiebildung und politische Bildung eigentlich nur genannt wird, dass wir doch mehr Jugendoffizier:innen an die Schulen bringen müssen, dann finde ich das ehrlich gesagt schon ein bisschen irritierend, weil ich denke, politische Bildung ist mehr als nur das. Wenn das Einzige, was Ihnen dazu jetzt einfällt, ist, diesen Antrag einfach noch mal wieder rauszuholen, das Thema noch mal wieder rauszuholen, anstatt dass wir mal neue Lösungen finden, wie wir politische Bildung an den Schulen stärken, dann finde ich das ehrlich gesagt schon ein bisschen traurig. (Beifall Bündnis 90/Die Grünen, SPD) Das Gleiche gilt auch für die Hochschulen. Als ich das in dem Antrag gelesen habe, habe ich auch ein bisschen irritiert geguckt, denn ich bin ehrlich der Meinung, Dozent:innen an den Hochschulen, an unserer Universität und den anderen Hochschulen im Land Bremen, sind jawohl selbst in der Lage, zu entscheiden, welche externen Gruppen sie einladen, wen sie dazu holen und wie sie ihren Unterricht gestalten, wie sie ihre Vorlesungen gestalten und wie sie ihren Studierenden am besten das beibringen, was sie benötigen. Die brauchen aus der Politik nicht noch einen Hinweis, die kriegen das schon ganz alleine hin. (Beifall Bündnis 90/Die Grünen, SPD) Darum, sehr geehrte Kolleg:innen, sage ich, politische Bildung ist wichtig und wir unterstützen politische Bildung explizit, aber Ihren Antrag unterstützen wir nicht, denn der bringt keinen weiteren Mehrwert. – Vielen Dank! (Beifall Bündnis 90/Die Grünen, SPD)
