Oliver Skopec
Damit wäre ich nicht zu schnell. Denn damit verliert man natürlich auch das Know-how, wie man es eigentlich entbürokratisieren kann. Ich denke, es ist ein kluger Ansatz, das sozusagen auszuphasen, auch über die Nichtnachbesetzung von Stellen. Ich kann jetzt gar nicht bewerten, ob die 5 %, die abgebaut werden sollen, viel oder wenig sind. Aber ich denke, dass dieses Know-how mit dazugehört, bevor man es in den Prozessen Stück für Stück reduzieren kann. Ich will, um damit fortzufahren, noch ein drittes Thema aufmachen, nämlich das Thema der Unternehmensnachfolgen. Das liegt mir besonders am Herzen. Ich würde Unternehmensnachfolgen in Brandenburg gern viel mehr auch als Innovationschance begriffen wissen. Wir haben in Brandenburg Tausende Unternehmen, die vor der Nachfolge stehen. Ja, dafür gibt es Förderprogramme. Sie fokussieren sich zumeist auf die Finanzierung dieser schwierigen Situation. Aber wenn das BSW für eine konservative Wirtschaftspolitik steht, dann müssen wir uns bewusst machen, dass damit, etwas zu bewahren, auch den starken Wirtschaftsstandort Brandenburg zu bewahren, auch einhergehen muss, sich regelmäßig neu zu erfinden. Es gibt unglaublich viel Potenzial an neuen Geschäftsmodellen, neuen Produktionsverfahren usw. Warum denken wir nicht über ein Programm nach, gern auch in Zusammenarbeit mit der ILB, das die Nachfolgeunternehmen mit Technologieunternehmen und mit – das sage ich bewusst – Technologieunternehmern zusammenbringt, um wirklich einen Innovationsbooster aus einem solchen Match entstehen zu lassen? Denn wenn man ausschließlich fortführt, auch unter all den externen Einflüssen, denen wir ausgesetzt sind, dann ist das ein Problem. Ich will nur kurz zwei Zahlen aus dem Pamphlet, das hier entstanden ist, aufgreifen, zum Beispiel die Meistergründungsprämie: Von 2023 auf 2024 ist die Zahl der Fälle von 98 auf 164 angestiegen. Das zeigt mir, dass die jungen Menschen gestalten wollen. Dann müssen wir ihnen auch mit einer entsprechenden Vertrauenskultur begegnen. Die zweite Zahl zum Abschluss: Wir haben leider einen Rückgang im Innovationstransfer zu verzeichnen, von 205 Fällen 2016 runter auf 47 Fälle. Das zeigt doch, wie schwer sich unter den globalen Bedingungen auch die Mittelständler damit tun, noch innovativ zu bleiben. Ich würde Sie einladen. Da brauchen wir gar kein großes Schaulaufen in einem Ausschuss. (Dennis Hohloch [AfD]: Keine Sorge, es wird eh nicht überwiesen!) – Da haben Sie möglicherweise recht. Aber wir haben ja auch andere Mittel: Herr Galau, Herr Bretz, Herr Rüter und ich – es sitzen ja aus allen Fraktionen Leute im Beirat der ILB. Ich lade Sie ein: Setzen wir uns zusammen – wahrscheinlich setzt sich die ILB gern dazu – und sprechen wir einmal darüber, ohne Kameras, Publikum und Schaulaufen, was da noch an Ideen entstehen kann! Der Antrag ist in der Form leider wirklich zu flach. Wir werden uns enthalten. Ich freue mich aber auf die zukünftigen Diskussionen. – Vielen Dank. (Beifall BSW) 2026 37
