Daniel Münschke
Vielen Dank. – Ich möchte die Gelegenheit nutzen, Schülerinnen und Schüler der Neuen Gesamtschule Babelsberg, Mediencampus Babelsberg, ganz herzlich hier im Plenarsaal zu begrüßen. Seien Sie uns herzlich willkommen! Viel Spaß beim Verfolgen der Debatte! (Allgemeiner Beifall) Damit können wir in der Aussprache fortfahren und uns dem Redebeitrag des Abgeordneten Bommert von der CDU-Fraktion widmen. Frank Bommert (CDU):* Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Ich kann hier fast als Betroffener sprechen, denn mir geht es so. Ich bin Unternehmer. Ich habe genau 1990 meine Firma gegründet und bin dabei, den Übergang zu gestalten. Wer so eine Firma gegründet hat, weiß: Es hängt viel Herzblut daran. Da ist viel Schweiß geflossen, und es ist viel Zeit investiert worden. Ich habe einen Sohn, der damit groß geworden ist; er hat das, man könnte sagen, mit der Muttermilch aufgesogen. Deshalb ist eine Übergabe für viele Unternehmer nicht nur eine finanzielle, sondern auch eine emotionale Entscheidung, meine Damen und Herren. Wir sprechen jetzt von den Kleinunternehmen, die wir in Brandenburg haben, die Handwerker usw. Viele Unternehmen haben ihren Sitz auf dem Grundstück, wo der Unternehmer wohnt. Es ist nicht so, dass man einfach sagen kann: „Dort hinten steht das Betriebsgebäude, und das verkaufen wir jetzt mal.“ Nein, oft ist es ein Familiengrundstück; einige werden seit 200 oder 300 Jahren von der Familie bewohnt. Das gibt man nicht so einfach weg. Außerdem, das muss man ehrlicherweise dazusagen, haben die Leute natürlich auch gewisse finanzielle Ansprüche oder Vorstellungen, die damit zusammenhängen, dass man dort ja auch wohnt. Das trifft teilweise nicht damit zusammen. Der Antrag, den Sie gestellt haben, deckt viele Probleme auf, und das ist nicht schlecht. Aber er bietet keine echte Lösung, Herr Zimmermann; auch das muss man an dieser Stelle sagen. Es gibt bereits wahnsinnig viele Förderprogramme, Beratungen, HWK, IHK, Lotsen vor Ort. Sie können einmal bei Herrn Hamelow im Landkreis Oberhavel nachfragen, wenn es um Informationen zu den Lotsen geht. Es ist also alles da. Außerdem haben wir das Problem, dass wir in Brandenburg viele kleine Unternehmen haben. Schauen Sie einmal in das Handwerksblatt: Es gibt eine Unternehmensbörse, darin stehen alle Unternehmen. Also, auch das ist da. Es ist schwieriger, ein kleines Unternehmen zu verkaufen als ein großes Unternehmen. Das ist einfach so, rein von der Struktur her. Man muss ehrlicherweise sagen, dass viele kleine Unternehmen auf den Inhaber zugeschnitten sind. Dort einen Nachfolger zu finden, ist nicht so einfach, wenn es nicht jemand ist, der aus diesem Bereich kommt. Deshalb muss man schauen: Wie bekommt man das hin? Auch das Unternehmertum ist ein Riesenpunkt. Wie bekommt man es hin, dass die Anerkennung für das Unternehmertum da ist? Ich bin dabei, dass das schon in der Schule beginnen sollte. Noch ein Punkt: Wir sollten nicht von „einfachen Berufen“ sprechen, wenn es um Handwerksberufe, Maurer usw. geht. Was ich meine, ist, dass die gesellschaftliche Anerkennung für Menschen, die ihren Lohn mit ihrer Hände Arbeit verdienen, wieder steigen muss. Da muss man vieles machen. (Beifall SPD und CDU sowie des Abgeordneten Andreas Kutsche [BSW] – Zuruf des Abgeordneten Dennis Hohloch [AfD]) Das sind Sachen, die kein Geld kosten. Das kann man an jeder Stelle machen, das geht. Es ist wichtig, das Unternehmertum zu würdigen und gerade die kleinen Handwerksbetriebe mehr zu pushen. Man könnte zum Beispiel die Vergaben einfacher gestalten, sodass die Unternehmen vor Ort die Aufträge bekommen können. Es ist möglich, die Vergaben einfacher zu gestalten. Ich schaue jetzt nach links: Dort wird der Arbeitgeber immer als Feind dargestellt. (Zuruf des Abgeordneten Dennis Hohloch [AfD]) Er beutet angeblich die Leute aus, er zahlt angeblich die Löhne nicht, die Löhne müssten höher sein – und, und, und. Herr Kutsche, ob ein Unternehmer das überhaupt darstellen kann, interessiert Sie nicht. Ich merke nicht, dass Sie in Ihren Reden einmal den Unternehmer erwähnen. Sie erwähnen immer nur den angeblich ausgebeuteten Arbeitnehmer. Zu der anderen Seite muss ich sagen: Ihr, liebe Leute, redet das Land schlecht. Jeden Morgen sagt ihr, in diesem Land sei alles schlecht, es gehe nicht vorwärts, die Wirtschaft stocke, alles sei Mist. (Widerspruch bei der AfD) Ich sage Ihnen: Wenn morgens jemand in die Schule geht und das von dieser Seite und das von der anderen Seite hört, dann will er gar nicht mehr Unternehmer werden. Er fragt sich doch: Warum soll ich überhaupt arbeiten gehen? Wir alle sollten hinausgehen und sagen: Liebe Leute, wir können etwas erreichen. Es geht vorwärts in diesem Land. (Zurufe von der AfD: Was?) Es geht vorwärts, auch mit dem, was wir machen. Wir unterstützen die Wirtschaft an jeder Stelle. Dann, meine Damen und Herren, geht es in Brandenburg aufwärts. (Widerspruch bei der AfD) 2026 51 Dann finden wir Unternehmer. Dann müssen wir auch niemanden zurückholen, denn, Herr Zimmermann, Zurückgeholte werden hier nicht Unternehmer werden oder nur im schwächsten Sinne überhaupt. Wir müssen diejenigen, die hier vor Ort sind und wirklich den Mut, die Lust und die Laune haben, ein Unternehmen zu gründen, fördern und pushen. Diesen Antrag lehnen wir ab. – Vielen Dank. (Beifall CDU sowie vereinzelt SPD)
