Britta Müller
Zu Ihrer ersten Frage, wie wir unterstützen wollen: Sie kennen meinen Ansatz, mit dem wir im letzten Jahr gestartet sind: „Gesundheit gemeinsam gestalten“. Genau dieser Ansatz zur Unterstützung kommt jetzt zum Tragen; denn der Kassenärztlichen Vereinigung ist sehr wohl bewusst, wie viele Stellen in den ländlichen Regionen unbesetzt sind und wie die Entwicklung bei den Fachkräften ist. Insofern brauchen wir beide, sowohl die stationäre als auch die ambulante Versorgung. Ich möchte aber auch einen Blick auf die weiteren Versorgungsangebote, der Pflege, der Rehabilitation und auch der Apotheken in den ländlichen Räumen, werfen. All das gucken wir uns mit an. Rufen Sie einmal die Seite der KVBB auf und schauen Sie sich konkret den Stand der Niederlassungsmöglichkeiten in der Bedarfsplanung an – Stand 31. Dezember. Diese Seite kann man ganz einfach aufrufen. Ich habe das gemacht, Sie können das auch machen; es gehört nicht viel dazu. Dort sehen Sie, wie sich Bedarfe entwickeln, wie viele Niederlassungsmöglichkeiten in der Region es jetzt schon gibt. Da sieht man, dass es perspektivisch durchaus auch unter dem Dach einer Poliklinik eine fachärztliche gynäkologische, eine dermatologische, eine neurologische und eine Zahnarztversorgung geben kann. Genau das nämlich entnehme ich dem Stand bei den Niederlassungsmöglichkeiten, und genau darüber sprechen wir auch: Sind dann Ärzte vorhanden, die es sich vorstellen können, dort mit hineinzugehen? Das sind die konkreten Gespräche, die wir führen und die noch nicht abgeschlossen sind. Plan B: Das UKRB hat sehr deutlich gemacht, dass es hier ein Betreiberkonzept zur medizinischen Versorgung zur Verfügung stellt. Es ist ein sehr ausgereiftes Betreiberkonzept, das ich sehr unterstütze, weil es von dem Gedanken getragen ist, nicht einzelne Standorte, sondern Gesundheitsregionen zu betrachten – allerdings nicht Gesundheitsregionen im Sinne der KVBB, die auf einer ordnungsrechtlichen Planungstheorie beruhen, bei der man Planungsregionen hat. Sie wissen, dass Wittstock/Dosse zusammen mit Pritzwalk eine fachärztliche Versorgungsregion bildet. Wir schauen uns also gerade nicht mehr einzelne Sektoren in diesem Sinne an, sondern Gesundheitsregionen und das, was man da braucht. Das bildet das Konzept der UKRB ab, und deshalb wäre sie ein guter Partner. Aber natürlich sind hier noch Dinge zu erfüllen. Da geht es auch weiterhin um das ambulante Operieren: Was kann man an den Standorten machen? Welche Kassenarztsitze kann das UKRB eventuell noch übernehmen? Ich kann Ihnen die mittel- und langfristigen Überlegungen und die Fragen, die wir mit beantworten wollen, kurz skizzieren. Es geht um ambulantes Operieren, es geht um die Einbindung eines Augenarztes in eine zentrale Struktur, es geht bei der Neurologie um die Übernahme frei werdender Sitze – ein Sitz wird derzeit frei; eine Nachfolge kann möglicherweise auch die UKRB antreten –, und es geht um weitere ärztliche Angebote, die man ei-2026 23 gentlich der Bedarfsplanung ein bisschen entnehmen kann. Es geht um die ambulante Notfallversorgung, es geht weiter um den erweiterten Rettungsdienst, und es geht um dezentrale Angebote. All das bildet sich in dem modernen Gesundheitskonzept eines Betreibers, adaptiv aber auch in dem eines Ärztenetzwerks ab. Ich verweise hier ganz gerne auf Folgendes: Ich war in der letzten Woche beim Neujahrsempfang des Immanuel Klinikums. Wenn Sie sich das einmal anschauen, stellen Sie fest, es gibt ein MVZ der Poliklinik Immanuel, es gibt eine Klinik, und es gibt ein Arztnetzwerk. Das sind Ideen, an die man anknüpfen kann. Man braucht also eigentlich keinen Plan B, denn es gibt genügend Akteure, die sich derzeit, auch in Wittstock, einbringen. Ich glaube, dass wir hier auch im Sinne der UKRB handeln. Es ist übrigens auch der Wunsch des Bürgermeisters und der Kommune, sich einen kommunalen Partner zu suchen. Das ist jetzt keine Vorgabe des Ministeriums, sondern der Bürgermeister und die Akteure am runden Tisch haben ausdrücklich gesagt, sie wünschen sich einen kommunalen Betreiber. Ich bin zuversichtlich, dass man hier zusammenkommt.
