Ulrike Liedtke
Ich würde herzlich darum bitten, dass Sie sich setzen, Herr Abgeordneter; das ist wirklich unpassend. – Bitte setzen Sie Ihre Rede fort. Dennis Hohloch (AfD):* Ich setze meine Rede fort, und ich wünsche dem Abgeordneten Hoffmann schon einmal einen wunderschönen 4. Advent und frohe Weihnachten – auch wenn ich keine Weihnachtskarte kriege, davon hängt es nicht ab. Ich wünsche allen anderen, egal wie ich zu ihren politischen Auffassungen stehe, immer, dass sie gesund und munter ins nächste Jahr rutschen und gut die Weihnachtzeit verbringen. (Vereinzelt Beifall AfD) Gehen wir weiter, meine Damen und Herren: Was war die nächste Reaktion? Die Reaktion des Bildungsministeriums am 7. Juli war ein neuer Abschnitt in der VV-Schulbetrieb – ich zitiere –: „In Grundschulen und Förderschulen bis Jahrgangsstufe 6 […] sind während des Unterrichts private digitale Endgeräte grundsätzlich in Schultaschen, Schränken oder Schließfächern […] zu verstauen.“ Die Gegenreaktionen ließen nicht lange auf sich warten: Am 01.12.25 gab es eine Pressemitteilung der Landesärztekammer, die eindeutig war. Zitat: „Die Landesärztekammer Brandenburg warnt vor den gesundheitlichen Folgen übermäßiger und unkontrollierter Mediennutzung bei Kindern und Jugendlichen. […] Die Kammerversammlung fordert ein Handyverbot an Schulen in Brandenburg, flächendeckend und verbindlich geregelt, insbesondere in Pausen und außerhalb des Unterrichts.“ Meine Damen und Herren, wie sahen die Reaktionen in den Fraktionen aus? Herr Peschel sagt, er teile die Position der Landesärztekammer uneingeschränkt, weswegen ich davon ausgehe, dass die BSW-Fraktion unserem Antrag zustimmen wird; es steht ja auch in Ihrem Wahlprogramm. Sie würden natürlich nichts ablehnen, was in Ihrem Wahlprogramm steht, Kollegen vom BSW (Lachen und Beifall des Abgeordneten Andreas Galau [AfD]) Was sagte Herr Redmann? Wir sprechen uns für ein Verbot von Handys an Grundschulen in Absprache mit den Lehrkräften aus. Andere Länder, meine Damen und Herren, greifen ja bereits durch: Die Niederlande haben seit Beginn des Schuljahres 2024/25 ein flächendeckendes Handyverbot an Schulen eingeführt, in Dänemark gibt es eine Rückabwicklung der Digitalisierung, und vor allem – das würde man hier ja nie von einem Sozialdemokraten erwarten – gab es eine Entschuldigung gegenüber den Kindern, dass man sie zu Versuchskaninchen in einem digitalen Experiment gemacht habe, dessen Ausmaß und Folgen Dezember 2025 119 man nicht habe überblicken können. Das ist doch einmal Größe, meine Damen und Herren, das könnte man auch von diesem Bildungsministerium erwarten. (Beifall AfD) Drittens: Auch Italien geht den Weg – Wiedereinführung eines alten, vorübergehend ausgesetzten Handyverbots an Schulen. Dort werden sogar flächendeckend sämtliche Handy- und Tabletnutzungen untersagt, und – wer hätte es gedacht – es wurde ein Vorschlag der AfD aufgegriffen, es wird nämlich die Stärkung der Handschrift gefordert – das ist seit einigen Jahren eine Forderung der AfD-Fraktion hier im Landtag, zu der Frau Poschmann sagte, wir würden in die Kreidezeit zurückkehren wollen. Der hessische Kultusminister von der CDU fordert ebenfalls ein bundesweites Smartphoneverbot, und – jetzt halten Sie sich fest – nach der Trendstudie 2025 lehnen sogar über 90 % der Jugendlichen digitales Lernen ab. Sie haben also alles in der Hand. Stimmen Sie dem Antrag der AfD-Fraktion auf ein flächendeckendes Handyverbot in Brandenburg zu, damit wir diesen Schritt endlich gehen können. Ein erster Schritt muss sein, unsere Schulen wieder zu entdigitalisieren und zu einem ordentlichen analogen Unterricht zurückzukehren, der natürlich, wenn es sinnvoll ist, um digitale Medien und digitale Anwedungen ergänzt werden kann, meine Damen und Herren. – Vielen Dank. (Beifall AfD)
