Andreas Kutsche
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Frau Dr. Oeynhausen, dass Sie die Sache so abwerten und sagen, es sei ein „mauer Antrag“, wird dem Thema und der Sache nicht gerecht. Ich danke an dieser Stelle meiner Kollegin Nadine Graßmel für ihren Einsatz für dieses Thema. Ich glaube, es ist wirklich ihre Herzensangelegenheit. Ich danke dafür, dass sie dieses Thema in den Landtag getragen hat, sodass wir heute diesen Antrag vorliegen haben und darüber sprechen können. (Beifall BSW und SPD sowie vereinzelt CDU) Ich spreche heute nicht nur als Landtagsabgeordneter zu Ihnen, sondern auch als examinierter Krankenpfleger. Aus dieser Dezember 2025 93 Perspektive weiß ich, wie wichtig verlässliche Strukturen sind, besonders dann, wenn Menschen verletzlich werden. Ich habe nie auf einer Palliativstation gearbeitet, aber ich habe erlebt, wie palliative Angebote dann wichtig werden, wenn andere medizinische Möglichkeiten an ihre Grenzen stoßen, und wie entlastend es für Betroffene und Angehörige ist, wenn es diese Angebote gibt. Bevor wir über Strukturen sprechen, möchte ich ausdrücklich den Kolleginnen und Kollegen danken, die in der Hospiz- und Palliativversorgung arbeiten, haupt- wie ehrenamtlich. Sie leisten täglich eine anspruchsvolle Arbeit, fachlich wie menschlich, oft unter hohem Druck und mit großem persönlichen Einsatz. Diese Arbeit verdient Anerkennung und Unterstützung. (Beifall BSW und SPD) Am Universitätsklinikum in Brandenburg an der Havel zum Beispiel gibt es seit Jahren eine Palliativstation, in der engagiert und professionell gearbeitet wird. Das zeigt, dass gute palliative Versorgung möglich ist, wenn die Voraussetzungen stimmen. Gleichzeitig müssen wir feststellen – das haben wir heute auch schon gehört –: Es gibt zu wenige Hospizplätze und deutliche regionale Unterschiede. Nicht überall stehen solche Angebote wohnortnah zur Verfügung, und das ist eine große Herausforderung für die Zukunft. Ein Punkt, der mir besonders wichtig ist: Viele Menschen machen sich viel zu spät Gedanken darüber, wie sie sterben möchten. Behandlungswünsche, Vorsorge oder Begleitung werden oft erst dann thematisiert, wenn man kaum noch selbst entscheiden kann. Dabei wäre es wichtig, diese Fragen frühzeitig zu klären, solange man es noch kann. Der vorgeschlagene Runde Tisch „Hospiz- und Palliativversorgung“ kann dazu beitragen, Strukturen zu verbessern und dieses Thema stärker in die Öffentlichkeit zu bringen – ohne Tabus, aber mit Verantwortung. Meine Damen und Herren! Eine gute Begleitung am Lebensende ist Teil einer verantwortungsvollen Gesundheitsversorgung. Dieser Antrag ist ein Schritt in die richtige Richtung. Ich danke noch einmal ausdrücklich meiner Kollegin Nadine Graßmel. (Beifall BSW und SPD)
