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Rainer Genilke

20.11.2025 Sitzungen 8/22

Herzlichen Dank. – Für die Landesregierung wird nunmehr Herr Minister Freiberg zu uns sprechen. Steffen Freiberg (Minister für Bildung, Jugend und Sport):* Sehr geehrter Herr Vizepräsident! Meine Damen und Herren Abgeordneten! Der vorliegende Antrag der Koalition unterstützt ein wichtiges Ziel, das sich die Landesregierung bereits im Koalitionsvertrag gesetzt hat: Wir wollen sprachliche Kompetenzen in der frühkindlichen Bildung gezielt stärken, und auch in der Schule soll die Sprachförderung weiter ausgebaut werden. Schon in der vergangenen Legislaturperiode haben wir deshalb wichtige Vorhaben in diesem Bereich vorangebracht: Seit Sommer 2024 führen wir schrittweise ein neues Instrument zur verpflichtenden Feststellung des Sprachstandes von Kitakindern ein, das Sprachscreening im Vorschulalter. Bis Juli 2027 werden am SFBB rund 2 000 Fachkräfte geschult, um sich entsprechend zu qualifizieren. In dieser Legislaturperiode steht nun ein weiterer wichtiger Schritt an: Wir wollen die Sprachstandsfeststellung und den Start der kompensatorischen Sprachförderung vorziehen, und zwar auf das vorletzte Jahr vor der Einschulung. Mit dem Kitajahr 2025/2026 ist dazu bereits ein Modellprojekt gestartet. Viele von Ihnen wissen es: 62 Kitas im Land beteiligen sich daran. Eine flächendeckende Umsetzung ist – Stand: jetzt – ab dem Kitajahr 2027/2028 geplant. Im Rahmen der Überlegungen, die erste individuelle Lernstandsanalyse ILeA 0 einzuführen, wird außerdem eine zweite Sprachstandsfeststellung im letzten Kitajahr erwogen, aber das müssen wir uns eben ganz genau anschauen. November 2025 43 Ein zentraler Faktor bei der Sprachförderung – das möchte ich hier noch einmal deutlich herausstellen – sind die Fachkräfte in der frühkindlichen Sprachbildung und bei der Sprachberatung. (Beifall SPD sowie des Abgeordneten Falk Peschel [BSW]) Diese Kolleginnen und Kollegen müssen auch in der Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Alltagsintegrierte Sprachbildung wird in Brandenburg schon seit vielen Jahren durch das Praxisunterstützungssystem gefördert. Dazu gehört auch die Zusammenarbeit mit Familien, unter anderem mit Blick auf das Thema Mehrsprachigkeit. Klar ist auch – und damit komme ich zum nächsten Punkt –: Pädagogisches Wissen, das die individuelle Förderung des Kindes ermöglicht, soll beim Übergang von der Kita in die Schule möglichst nicht verlorengehen. Die Bildungsbiografie eines Kindes muss der Maßstab sein, nicht die unterschiedlichen Strukturen von Kita, Schule und Hort. Aus Datenschutzgründen können solche Erkenntnisse aktuell nur dann ausgetauscht werden, wenn die Sorgeberechtigten einwilligen. Ich sage klar: Wir haben hier ein Thema, das wir gut miteinander beraten müssen. Das hat sich beispielsweise auch am Montag beim „pädquis Forum“ in Berlin mit der Bundesministerin Karin Prien ganz deutlich gezeigt. Da wir die kompensatorische Sprachförderung auf die Klassenstufen 1 und 2 und auch auf den Hort ausweiten wollen, ist ein guter Austausch zwischen den Fachkräften unabdingbar. Ab 2026 kommt zudem der Rechtsanspruch auf ganztägige Bildung und Betreuung hinzu. Eine enge Zusammenarbeit, insbesondere zwischen Schule und Hort, ist also auch hier von zentraler Bedeutung. Übrigens: Bereits jetzt können Grundschulen spezifische Sprachförderangebote in gemischten Lerngruppen einführen; das ist in der Verordnung über den Bildungsgang der Grundschule festgelegt. Außerdem möchte ich auf Folgendes eingehen: Wir haben für das LIBRA sechs bildungspolitische Schwerpunkte konzipiert, was die Lehrkräfteaus- und -fortbildung betrifft. Mit dem Schwerpunkt sprachliche Kompetenzentwicklung legen wir einen klaren Fokus auf die Grundkompetenzen, was sich in einem breiten und vielfältigen Fortbildungsangebot widerspiegeln soll. Was die Stundentafel betrifft: Seit dem Schuljahr 2023/2024 liegt für die Jahrgangsstufen 1 und 2 ein Schwerpunkt auf den Grundkompetenzen; im Rahmen der Grundbildung ist außerdem eine schulindividuelle Flexibilisierung möglich. Meine Damen und Herren, Sie sehen: Wir unternehmen schon einiges, um die sprachlichen Kompetenzen von Kita- und Schulkindern gezielt zu fördern. Ich freue mich, dass dieser Antrag unsere langfristige Strategie weiter untermauert. Ich bitte um Zustimmung. – Herzlichen Dank. (Beifall SPD, CDU sowie vereinzelt BSW)

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