Daniel Münschke
Vielen Dank. – In der Aussprache erhält die Landesregierung in der Person von Frau Ministerin Dr. Schüle das Wort. Bitte schön. Dr. Manja Schüle (Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordneten! Des einen Braindrain ist des anderen Braingain. – Das mag in der Theorie recht gut klingen; in der Praxis, lieber Herr Prof. Schierack, ist es dann doch wesentlich komplizierter. Aber zunächst zu den Fakten. Brandenburg ist heute schon ein außerordentlich attraktiver Standort für internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Im Jahr 2024 kamen unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 95 Ländern dieser Welt, jeder fünfte Wissenschaftler kommt aus dem Ausland, und bei den außeruniversitären Forschungseinrichtungen sind es über 50 %. Das liegt an unserer exzellenten Spitzenforschung nicht nur im Bereich der Astrophysik, nicht nur im Bereich der Geophysik oder der Klimaforschung, der Materialforschung, der Medizintechnik, der Mikroelektronik, der Life Sciences, der Bioökonomie oder der Zeitgeschichte. Wir alle wissen natürlich: Wissenschaft und Forschung kennen keine nationalen Grenzen, sondern sind auf internationale Kollaboration angewiesen; denn bei globalen Herausforderungen ist die Antwort immer noch global zu entwickeln. Sie haben darauf hingewiesen: Mit dem HPI und der Medizinischen Universität Lausitz gewinnen wir noch einmal an Attraktivität. Das tun wir aber auch mit den vielen Forschungsprogrammen, -projekten und -instituten, die wir in der Lausitz mit an den Start gebracht haben, DLR und Fraunhofer beispielsweise. Aus der ehemaligen Kohleregion wird eine Wissenschafts- und Innovationsregion für klimafreundliche Industrien, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit. Das Geld steht bereit. Die Infrastruktur und die Willkommenskultur bauen wir mit Man- und Womanpower aus der Region aus, und Menschen aus der ganzen Welt werden willkommen geheißen. Besonders freut mich, dass sich mit den ersten Interessensbekundungen für die Medizinische Universität Lausitz schon Spitzenkräfte aus den USA, aus Österreich, aus der Schweiz, Großbritannien, Australien, Thailand und Südkorea interessiert gezeigt bzw. beworben haben.
