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Oliver Skopec

BSW 19.11.2025 Sitzungen 8/21

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich wage zu sagen, dass niemand in diesem Haus daran zweifelt, dass internationale Spitzenwissenschaft wichtig für Brandenburg ist. Wir alle wissen: Wenn wir in Zukunft technologisch vorn mitspielen wollen, ob bei der KI, der Medizinforschung oder der modernen Industrie, brauchen wir Menschen, die mutig denken und exzellent forschen. Ja, die weltpolitische Lage bietet uns dazu eine historische Chance, und wir sollten diese Chance auch ergreifen. Aber wenn wir darüber sprechen, wie wir Menschen aus aller Welt nach Brandenburg zurückholen wollen, dürfen wir eines nicht vergessen: Auch Spitzenforscherinnen und Spitzenforscher haben ein Privatleben. Sie treffen ihre Entscheidungen nicht allein auf der Grundlage eines Förderprogramms, sondern sie fragen: Wie lebt meine Familie dort? Wie fühlt sich das politische Klima an? Können meine Kinder dort gut groß werden? Hat mein Partner, hat meine Partnerin berufliche Perspektiven? Vieles davon bleibt in Ihrem Antrag, liebe CDU, im Ungefähren. Ein Programm allein macht eben noch keinen Lebensort. Was mir heute am meisten auf den Nägeln brennt, ist aber etwas anderes. Wir sprechen über die klügsten Köpfe der Welt, während hier in Brandenburg kluge Köpfe leben, denen wir jeden Tag nicht gerecht werden: junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Entwickler, Programmierer, Menschen, Talente an unseren eigenen Hochschulen und auch solche, die durch Krieg und Verfolgung mit beeindruckenden Lebensläufen zu uns gekommen sind. Sie sind hier, sie sind bereit, sie könnten längst einen Beitrag leisten. Aber unser eigenes System hält sie zurück, anstatt sie zu fördern. Wie sollen wir internationalen Spitzenkräften glaubhaft vermitteln, dass Brandenburg ein Ort der Möglichkeiten ist, wenn wir diese Möglichkeiten für Menschen, die längst hier sind, nicht öffnen? Wie erklären wir einem jungen Programmierer aus Aleppo oder einer Medizinerin aus Teheran, dass wir Millionen Euro in Kampagnen für die Rückgewinnung von Talenten im Ausland investieren wollen, während sie monate- oder jahrelang nicht arbeiten dürfen? Wenn wir uns ernsthaft als Land der Chancen präsentieren wollen, müssen wir diese Chancen zuerst für unsere eigenen Talente Wirklichkeit werden lassen, nicht, weil die einen mehr wert wären als die anderen, sondern weil Brandenburg glaubwürdig sein muss. Wissenschaftler aus dem Ausland werden sehr genau beobachten, wie wir mit den Menschen hier umgehen, wie wir die fördern, die schon da sind. (Beifall der Abgeordneten Melanie Matzies [BSW] sowie vereinzelt Beifall SPD) Lassen Sie mich, weil Sie ihn formuliert haben, einen weiteren Punkt ansprechen, der die Herzen vieler Menschen in unserem Land berührt: Wohnraum. Ihr Antrag sieht vor, Spitzenforscherinnen und -forschern landeseigenen Wohnraum bereitzustellen. Aber wir wissen alle, wie angespannt die Lage schon jetzt ist. Wenn wir besonderen Gruppen Vorteile verschaffen, während viele Familien seit Jahren eine bezahlbare Wohnung suchen, schaffen wir nicht Attraktivität, sondern sozialen Sprengstoff – nicht, weil die Idee falsch wäre, sondern weil sie ohne klares Umsetzungskonzept Erwartungen weckt, die wir nicht erfüllen können.

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