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Daniel Münschke

19.11.2025 Sitzungen 8/21

Vielen Dank. – Für die Landesregierung erhält Ministerin Mittelstädt das Wort. Bitte sehr. Hanka Mittelstädt (Ministerin für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz): Herr Vizepräsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordneten! Werte Gäste! Liebe Frau Muxel, ich habe lange überlegt, was Sie mit dem Antrag tatsächlich bezwecken, und ich habe auch in diesem Bericht gesucht, um herauszufinden, was Sie eigentlich damit meinen, wenn Sie sagen, dass wir zu wenig Forstvermehrungsgut haben. Sie sind sicherlich auf folgenden Satz gestoßen: „Seit 2019 driften Bedarfsentwicklung und Erntemengen erheblich auseinander.“ Das wird sicherlich genau dieser Satz gewesen sein. Wenn man aber weiterliest, sieht man ganz schnell, dass wir, insbesondere wenn es zu Fraßschäden kam, viele Maßnahmen ergriffen haben, um dagegenzuhalten, beispielsweise durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. In dem Bericht heißt es weiter: „Wurden Fraßereignisse durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduziert, fruktifizierten die heimischen Arten in der Vergangenheit verhältnismäßig gut und regelmäßig.“ Dementsprechend kann ich an der Stelle nur vorwegschicken, dass man den Bericht nicht so lesen kann, dass wir nicht ausreichend Forstvermehrungsgut haben. Liebe Frau Muxel, worin wir uns einig sind, ist, dass es unbestritten ist, dass der Waldumbau in Brandenburg angesichts des Klimawandels weiterhin konsequent vorangetrieben werden muss. Dabei steht natürlich die Entwicklung hin zu strukturreichen und klimaresilienten Wäldern im Mittelpunkt. Die natürliche Verjüngung der Bestände ist dabei eine zentrale Strategie, und die Erzeugung und Verfügbarkeit von forstlichem Vermehrungsgut ist ein wichtiger, aber keineswegs der alleinige Faktor. 2025 83 Bereits seit vielen Jahren sorgt der Landesbetrieb Forst – Sie sprachen es an – in einem fortwährenden Prozess für die Erzeugung von und die ausreichende Versorgung mit forstlichem Vermehrungsgut. Die Zulassung geeigneter Erntebestände für heimisches Eichensaatgut erfolgt unter Berücksichtigung bundeseinheitlicher Vorgaben, und zwar an der Stelle sehr kontinuierlich. Der aktuelle Stand ist, dass die ausgewiesenen Saatgutbestände für Stiel- und Traubeneichen tatsächlich als ausreichend angesehen werden können. Mit rund 2 560 ha Saatguterntebeständen nimmt Brandenburg fast eine bundesweite Spitzenposition ein. Doch die Arbeit endet eben nicht bei der Ernte. Vielmehr ist das geerntete Saatgut sensibel, und die Qualität muss in den nachgelagerten Prozessen erhalten werden. Deshalb investiert das Land Brandenburg aktuell Millionenbeträge in die Modernisierung der Baumschule Lübbesee und baut dort eine neue Halle, um die thermische Behandlung, die Einlagerung und auch die Aufbereitung des Erntegutes zu gewährleisten. Die Inbetriebnahme ist für Herbst 2026 geplant. Neben all diesen Investitionen investiert der Landesbetrieb Forst natürlich auch in die Ausbildung, und zwar gezielt in die Ausbildung von Baumschulgärtnerinnen und -gärtnern in Kooperation mit dem Thünen-Institut, dem Forstbotanischen Garten Eberswalde und den Biesenthaler Baumschulen. Nach Jahren des Stellenabbaus investieren wir wieder in personelle Kapazität, die sich darauf spezialisiert. Auch die genetische und physiologische Anpassung verschiedener Baumarten, darunter die Roteiche, wird wissenschaftlich untersucht. In Brandenburg werden zudem genetische Monitorings bei den wichtigen Traubeneichenvorkommen durchgeführt. Auch bei anderen Baumarten, wie der Douglasie, sind die Saatgutreserven nach dem Forstsaatgutkonzept des Landes Brandenburg tatsächlich als ausreichend zu betiteln. Insgesamt zeigt sich, dass wir als Land Brandenburg hierbei sehr gut aufgestellt sind. Deshalb empfehle ich, den Antrag der AfD abzulehnen. Schauen wir uns den Antrag der CDU an: Das Jagdpaket 2 soll unbedingt schneller voranschreiten. Ich kann den Druck zum Teil verstehen, empfehle aber, in den Koalitionsvertrag zu schauen. Wir schaffen es nicht so schnell, das Jagdpaket 2 an den Start zu bringen. Dazu sind viele Abstimmungen notwendig. Wenn wir uns den Antrag der Regierungskoalition anschauen, sehen wir: Er ist breit aufgestellt. Er ist deutlich ausgewogener und berücksichtigt auf der einen Seite die Naturverjüngung, aber auf der anderen Seite auch die rechtlichen Rahmenbedingungen, die wir brauchen, damit es vorangeht. Er stärkt zudem die Bedeutung der Netzwerke zwischen Landesbetrieb, Waldeigentümern, Waldbauernschule und den Regionalbüros Natürlicher Klimaschutz. Lassen Sie mich am Ende – ich weiß, es ist ein langer Tag, den wir heute haben – mit einem Zitat enden: „Wer im Wald lauscht, hört mehr als Worte.“ – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. (Beifall SPD und BSW)

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