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Kathleen Muxel

AfD 19.11.2025 Sitzungen 8/21

Werter Präsident! Werte Abgeordnete! Werte Brandenburger! Wir sind wieder einmal beim Thema Wald. Der Brandenburger Waldumbau zur Schaffung von strukturreichen Mischbeständen geht viel zu langsam voran. Darüber durfte ich – im Juni oder Anfang Juli, glaube ich – in diesem Hohen Haus schon reden, und das hat auch der Landesrechnungshof in seinem Jahresbericht 2024 bemängelt: In den letzten Jahren waren es durchschnittlich gerade einmal 1 756 Hektar pro Jahr, die umgebaut wurden; weit weniger als die geforderten 10 000 Hektar, die sich die Regierung mit dem Waldprogramm von 2011 selbst als Zielwert vorgegeben hat. Wir reden hier aber auch über einen Mangel an Forstgut zum Zweck der Wiederaufforstung. Ich denke dabei an die Lausitz: Ich habe heute früh Radio gehört. Dort sollen zuerst große Bestände aufgeforstet werden. Ich frage mich nur, womit. (Beifall AfD) Das hat verschiedene Ursachen, und ich will hier – sonst müsste ich drei Stunden reden – nicht auf jede Ursache eingehen. Das Ziel muss sein, den Waldumbau deutlich zu beschleunigen; darüber dürften wir uns alle einig sein. Einige Ursachen würde ich aber gerne aufzeigen: Nach Auffassung des Landwirtschaftsministeriums liegt es vor allem daran, dass die nächste Baumgeneration nach wie vor „mit viel zu hohem Wildverbiss“ zu kämpfen hat. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landwirtschaftsministeriums vom 30.01. dieses Jahres hervor. Allerdings muss ich dann logisch nachfragen: Warum hat es dann eigentlich keine deutliche Verbesserung beim Waldumbau gegeben, nachdem der Wildbestand intensiv bejagt und deutlich reduziert wurde, der Wolfsbestand in den letzten Jahren aber angewachsen ist? Jeder weiß, dass der Wolf nicht gerne Gemüse isst. Er wird sich auch einmal eines Rehs bedienen. Das wurde 2025 79 am 2. Juli 2025, im Rahmen der Anhörung zum Wolfsmanagement, übrigens auch hier im Landtag erörtert. Wenn man noch weiter forschen will, kann man sich auch ein Diagramm aus einer Veröffentlichung des Landwirtschaftsministeriums ansehen. Da kann man – zum Beispiel – überprüfen, wie es sich mit dem Rehwild verhält: Seit 2013, also seit über zehn Jahren, werden beim Rehwild sinkende Abschusszahlen erfasst. Man kann sich das gerne angucken. Das entspricht nicht nur meiner persönlichen Wahrnehmung, es entspricht auch den Gesprächen, die nach Treibjagden geführt werden, zum Beispiel im Raum Hangelsberg, wo ich wohne. Ich bin nicht der Auffassung, dass wir das Problem des verschleppten Waldumbaus auf eine reine Wald- und Wilddiskussionen reduzieren sollten, wobei die AfD dieses Problem allerdings schon frühzeitig erkannt und schon im April 2020 einen entsprechenden Antrag gestellt hat. Man hätte ihn natürlich annehmen sollen: „Wild und Wald statt Wald vor Wild: Für einen fairen Ausgleich forstwirtschaftlicher und jagdlicher Interessen in Brandenburg“. Leider wurde der Antrag damals von SPD und CDU abgelehnt. Man muss sich doch vielmehr fragen, ob das Problem mit dem schleppenden Waldumbau nicht auch an der fehlenden Bereitschaft liegt, wesentlich stärker in den Waldumbau zu investieren. Es geht dabei nicht nur um Zahlen, also nicht nur ums Geld, sondern auch darum, dass der Landesbetrieb Forst nicht genügend Forstarbeiter hat, nicht genügend Ausstattung hat, um Schutzzäune zu bauen, und vor allem nicht genügend Forstvermehrungsgut hat. (Beifall AfD) Natürlich soll der Landesbetrieb forstwirtschaftlich arbeiten. Er hat aber auch die Aufgabe, unseren Wald als Nutz- und Erholungswald für künftige Generationen zu sichern. Darüber sind wir uns wohl alle einig. Es ist ein Fehler, dass die Zukunftsaufgabe Waldumbau – wie jetzt – lediglich aus dem jährlichen Holzentschlag finanziert werden soll. Der Wald soll seinen Umbau jetzt also selbst finanzieren, und das Land gibt nichts mehr dazu. Das ist Klartext. Denken Sie beim Wald bitte um. Es handelt sich um einen Generationenvertrag. Wer heute einen Baum pflanzt, macht das für seine Enkelkinder. (Beifall AfD) Und jetzt kommen wir zu einem wichtigen Punkt: Durch die einseitige und dogmatische Fokussierung auf den Waldverbiss wird vom Landwirtschaftsministerium ausgeblendet, dass die Naturverjüngung ohnehin nicht – das heißt, völlig unabhängig vom Problem des Waldverbisses – überall die beste Option für den Waldumbau ist. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir zusätzlich zur Naturverjüngung – dort, wo möglich, viel stärker als bisher – einen Herkunfts- bzw. Baumartenwechsel durch künstlichen Waldumbau – ich meine damit nicht die Gummipalme – mittels Pflanzung oder Waldsaaten in Erwägung ziehen sollten. Saat ist sehr wichtig – ich denke an die beliebte Eiche –, damit eine starke Pfahlwurzel ausgebildet werden kann. Das Material dafür ist aber knapp und reicht bereits jetzt nicht in jedem Fall aus. Das habe ich mir übrigens auch nicht selber ausgedacht. Das können Sie vielmehr im neuen Vermehrungsgutkonzept des Landes Brandenburg von 2024 nachlesen. Auf gut Deutsch: Die Landesregierung wusste schon 2024, dass wir nicht genug Saatgut haben. Zu den Eichen heißt es in diesem Bericht: „Seit 2019 konnten die erforderlichen Mengen nicht aufgebracht werden.“ Sagen wir einmal so: Wir haben jetzt 2025. Also konnte das Saatgut in den vergangenen sechs Jahren nicht aufgebracht werden. Es muss also gehandelt werden. Uns schweben in diesem Zusammenhang zwei Dinge vor. Erstens wollen wir bei besonders wichtigen heimischen Eichenarten wie der Stiel- und Traubeneiche in den nächsten fünf Jahren sämtliche noch vorhandenen Kapazitäten und Reserven zur Neuzulassung von anerkannten Saatgutbeständen für den Waldumbau mobilisieren und nutzen. Zweitens wollen wir im Fall der besonders vielversprechenden, relativ trockenstressresistenten Baumarten Roteiche und Douglasie neue, landeseigene Versuchsserien aufbauen – das müsste ja möglich sein –, sodass unseren Förstern endlich auch langfristig größere Mengen an geprüftem Vermehrungsgut zur Verfügung gestellt werden können. Außerdem – das ist ein anderer Aspekt dabei – könnten auf diese Weise auch neue Erkenntnisse im Bereich der Forstpflanzenzüchtung gewonnen werden. Die waldbaulichen, ökonomischen und ökologischen Vorteile beider Baumarten dürften bekannt sein: 2025 wurde die erwähnte Roteiche zum Baum des Jahres gewählt, und zwar sicher nicht ohne Grund. Die Roteiche gewinnt zunehmend an Bedeutung. Ihre Fähigkeit, auch an trockenen Standorten zu gedeihen, macht sie zu einem wichtigen Bestandteil des deutschen Waldes. Sie steht für Widerstandskraft und nachhaltige Forstwirtschaft. Abschließend: Wenn wir den Waldumbau wirklich voranbringen wollen, brauchen wir verstärkte Anstrengungen, und zwar ohne ideologische Brille, ohne Scheuklappen und ohne Angst vor der Pflicht, für die nächsten Generationen etwas für unseren Wald tun zu müssen. Deshalb sollten Sie dem Antrag der AfD-Fraktion jetzt zustimmen. Über die beiden Änderungsanträge – den von der Koalition und den der CDU – spreche ich nachher noch. – Vielen Dank. (Beifall AfD)

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