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Ulrike Liedtke

25.09.2025 Sitzungen 8/20

Danke schön. – Wir setzen die Debatte fort. Herr Abgeordneter Lüttmann von der SPD-Fraktion – möchte nicht noch einmal sprechen. Herr Abgeordneter Eichelbaum – ebenfalls nicht. Herr Crumbach hätte die Möglichkeit, noch einmal zu sprechen. – Er möchte das auch nicht. – Frau Abgeordnete Matzies möchte für das BSW reden. Bitte schön. (Beifall BSW) Melanie Matzies (BSW):* Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Gäste! Liebe Schülerinnen und Schüler! „Nun bin ich der Tod geworden, der Zerstörer von Welten.“ Das ist ein Zitat aus dem Hinduismus, mit dem Robert Oppenheimer das Ergebnis seines Manhattan-Projekts resümierte. Schätzungen von Historikern zu der Zahl der Todesopfer durch Kriegshandlungen und ihren Folgen seit dem Mittelalter reichen von mehreren hundert Millionen bis über eine Milliarde Menschen. Besonders dramatisch fällt in der Geschichte der Menschheit das 20. Jahrhundert mit seinen bis zu 250 Millionen Toten auf, davon allein 60 bis 85 Millionen durch den Zweiten Weltkrieg. Die Atombombe macht das Töten einfach leichter. Offensichtlich haben wir aus diesen Tragödien des letzten Jahrhunderts kaum etwas gelernt; denn zuletzt starben im Gazastreifen ca. 65 000 Menschen, davon 18 000 Kinder. Zudem setzen viele Länder auch in diesem Jahrhundert immer noch Kinder als Soldaten ein. Erwachsene, die entscheiden, Kriege zu führen, nehmen in Kauf – das muss man einfach so deutlich sagen –, dass Kinder auf brutalste Weise getötet werden. Und die Kinder, deren Eltern in diesen Kriegen sterben, vergessen das Leid nie wieder. Das sind Traumata, die sich – das weiß man mittlerweile aus der Wissenschaft – vererben. Sie erhalten im Anschluss nur immer wieder die Gewaltspirale aufrecht. Einfach nur die abstrakten Zahlen nehmen uns den Schrecken und das Grauen über das, was real dahintersteckt: Das sind Tausende Millionen ausgelöschter Gefühle, Träume, Zukunftspläne. Tote sind laut einigen – auch deutschen – Politikern akzeptable Kollateralschäden; die nimmt man eben in Kauf. (Rainer Genilke [CDU]: Was!?) Für einen toten Hamas-Kämper nimmt man zum Beispiel den Tod von 30 Zivilisten einfach hin. Gegenseitiger Vertrauensaufbau, Rüstungskontrolle und gemeinsame Abrüstungsinitiativen wären der richtige Weg, um endlich aus dieser grausamen Spirale herauszukommen. (Beifall BSW) Dazu gehört auch der Verzicht auf Atomwaffen. Wie Herr Crumbach schon sagte, haben 94 Staaten seit Juli 2017 den Atomwaffenverbotsvertrag unterzeichnet, und 73 Staaten haben ihn ratifiziert. Unser Land, verantwortlich für Millionen Tote in beiden Weltkriegen, hat das bisher leider noch nicht getan.

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