Melanie Matzies
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Abgeordnete! Liebe Gäste! Die olympische Idee – ich habe es beim letzten Mal schon ausgeführt – ist eine starke. Sie steht für Frieden, Fairness, Gemeinschaft und Völkerverständigung – Werte, für die wir selbstverständlich stehen, die wir selbstverständlich unterstützen. Aber wir sollten mit dem Blick auf eine mögliche Olympiabewerbung jetzt nicht über das Ziel hinausschießen. Die Bewerbung ist noch nicht entschieden. (Steeven Bretz [CDU]: Wir sollten überhaupt nicht schießen!) – Ja, das stimmt, da kann ich Ihnen Recht geben. Da haben Sie gerade einmal etwas richtig Gutes gesagt – also, ich bin begeistert. (Beifall BSW – Daniel Münschke [AfD]: Schießen ist aber auch olympisch!) Die Bewerbung ist frisch eingereicht; ob sie Erfolg hat, wissen wir noch nicht. Deshalb wäre es aus unserer Sicht zu früh, jetzt schon politische und finanzielle Maßnahmen auf Olympia auszurichten. Erwartungen zu schüren, bevor es Klarheit gibt, kann auch zur Enttäuschung führen, gerade auch in der Bevölkerung. Außerdem müssen wir Prioritäten setzen. Im Einzelplan 05 wurde die Sportförderung – das hat Kollegin Kornmesser bereits gesagt – von 24 Millionen Euro im Jahr 2024 auf 27 Millionen Euro für 2025 bzw. auf 28 Millionen Euro für 2026 deutlich erhöht. Bei aller Anerkennung für den Sport – es gibt noch weitere Baustellen: Musikschulen, kulturelle Bildung und soziale Projekte – gerade in strukturschwächeren Regionen – sind unterfinanziert. Auch hier braucht es viel Engagement. (Beifall BSW sowie vereinzelt SPD) Die Werte, für die Olympia steht – Gemeinschaft, Respekt, Teamgeist – lassen sich auch in Schulen, in Kitas und in der Jugendarbeit hervorragend stärken, und das passiert auch bereits 2025 85 vielerorts. Auch in den Kitas gibt es schon Bewegungsprogramme – hier kann man gut anknüpfen. Der Ruf nach weiteren Sportstättenförderprogrammen übersieht zudem oft die Zuständigkeiten. Viele dieser baulichen Maßnahmen sind Sache des Bundes und der Kommunen. Wir sollten hier keine Erwartungen wecken, die wir auf Landesebene nicht einlösen können. Und, ja, das Ehrenamt ist ein zentraler Pfeiler unserer Gesellschaft, aber auch das gilt eben nicht nur in Bezug auf den Sport. Ob in der Nachbarschaftshilfe, in Kulturvereinen, bei der Feuerwehr oder in der Integration – überall engagieren sich Brandenburgerinnen und Brandenburger ehrenamtlich. Wer also das Ehrenamt stärken will, muss gesamtgesellschaftlich denken. Also: Unsere Ressourcen sind begrenzt, deshalb müssen wir das stärken, was wirklich viele Menschen in Brandenburg im Alltag erreicht – Bildung, Kultur, Bewegung und das Ehrenamt in seiner ganzen Breite. (Beifall BSW sowie vereinzelt SPD) Wir sagen also: Lasst uns den olympischen Gedanken ernst nehmen, aber mit Maß, mit Weitblick und mit Prioritäten im Sportland Brandenburg. Deshalb lehnen wir den Antrag der CDU ab. – Vielen Dank. (Beifall BSW sowie vereinzelt SPD)
