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Kristy Augustin

CDU 17.07.2025 Sitzungen 8/18

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuschauer! Danke, Herr Minister Keller, für den vorfristigen Applaus zum Antrag. (Lachen bei der CDU) Ich hoffe, dass das dann auch Zustimmung seitens der SPD-Fraktion bedeutet. (Ludwig Scheetz [SPD]: Das entscheidet nicht er!) Das olympische Feuer begeistert die Menschen weltweit, und der Funke springt gerade vor dem Hintergrund einer deutschen Bewerbung, vornehmlich mit einer Beteiligung Brandenburgs, deutlich sichtbar über. „Gemeinsam gewinnen“ – und Herr Scheetz, das können Sie, wenn Sie dem Antrag zustimmen – lautet der Titel des vorliegenden Antrags, denn wir wollen uns nicht nur auf eine Bewerbung auf die Olympischen Spiele und – nicht zu vergessen – damit verbunden die Paralympischen Spiele ins Gespräch bringen, sondern auch konkret ansprechen, was Olympia in Deutschland, ja in Brandenburg für das Sportland Brandenburg bedeuten kann. 2025 81 Sehr geehrte Damen und Herren, im Mai haben wir dem Antrag zur Olympiabewerbung der Koalitionsfraktionen von SPD und BSW zugestimmt. (Beifall CDU und BSW sowie von Minister Daniel Keller und Minister Robert Crumbach) Die Bewerbungen der möglichen Ausrichtungsstätten liegen dem DOSB vor, und dieser steht nun federführend in der Auswahl, um dann die deutsche Bewerbung beim IOC einzureichen. Schon im Mai habe ich klar gemacht, dass wir selbstredend auch eine Bewerbung mit einer Beteiligung Brandenburgs um die Olympischen und Paralympischen Spiele begrüßen, mir aber der Antrag seinerzeit vor allem hinsichtlich der politischen Unterstützung für das Sportland Brandenburg etwas zu kurz griff. Meine sehr geehrten Damen und Herren, wir können stolz auf unser Sportland Brandenburg, auf unsere Sportfamilien im Land sein. (Beifall CDU, SPD und BSW sowie des Abgeordneten Daniel Münschke [AfD] und von Minister Daniel Keller) Mehr als 15 % der Brandenburgerinnen und Brandenburger engagieren sich im organisierten Sport mit dem LSB – dem Landessportbund – als Dachverband, und ob der Landessportbund selbst, die Brandenburgische Sportjugend, die Kreis- und Stadtsportbünde, die einzelnen Fachverbände, die zahlreichen unterschiedlichen Vereine mit ihren Trainerinnen und Trainern oder Übungsleiterinnen und Übungsleitern – sie alle machen unser großartiges Sportland Brandenburg aus. Es ist eben nicht nur der Spitzensport, für den die Olympischen Spiele oder Weltmeisterschaften von besonderer Bedeutung sind; es ist natürlich auch der Breitensport. (Beifall CDU, vereinzelt SPD und BSW sowie von Minister Daniel Keller) Ob selbst Athletin oder Athlet, Unterstützer, Fan – der Sport reißt alle mit, bringt die Menschen zusammen. So soll es auch sein! Wir fiebern mit unseren Olympioniken mit und freuen uns über alle Erfolge, denn das Ziel bleibt: gewinnen. Wir leiden auch gemeinsam, wenn es Rückschläge gibt. Sehr geehrte Damen und Herren, wenn wir nicht nur als Lippenbekenntnis die Olympischen Spiele bei uns begrüßen, sondern das Sportland Brandenburg und unsere Athletinnen und Athleten fördern und unterstützen wollen, muss auch politisch gehandelt werden. Genau darauf zielt der vorliegende Antrag ab. Erstens – alle Parteien haben dies weitestgehend so im Wahlkampf gefordert, die Koalitionsparteien haben es auch im Koalitionsvertrag verankert; es steht übrigens auch im Finanzplan des Landes Brandenburg –: Der Goldene Plan Brandenburg zum Sportstättenbau soll fortgeführt werden, und zwar mindestens – das fordern wir auch als CDU-Fraktion – im finanziellen Umfang wie in der letzten Legislaturperiode. (Beifall CDU) 82 Landtag Für zahlreiche Vereine ist die Sanierung oder der Neubau von geeigneten Sportstätten eine wesentliche Grundlage des Sportbetriebs. Starten Sie also umgehend mit dem Förderprogramm Goldener Plan Brandenburg zum Sportstättenbau! Die Vereine warten sehnsüchtig. Zweitens: Darüber hinaus sollte zusätzlich ein Förderprogramm für überregionale Sportstätten mit landesweitem Interesse aufgelegt werden – wie die Regattastrecke am Beetzsee in Brandenburg an der Havel. Wir haben auch national und international herausragende Skispringer, die auf der Skischanze in Bad Freienwalde und dem dortigen Verein beheimatet sind. Wer wusste das? Drittens: Wenn wir die Sportfamilie tatsächlich unterstützen wollen, ist ein Hindernis dabei die unnötige Bürokratie – immer wieder als Stichwort genannt. Die Entbürokratisierung im Sportbereich ist konsequent weiter voranzutreiben – auch ein Thema für den entsprechenden Ausschuss hier. Ich gebe ein Beispiel: Wir haben zu Coronazeiten bzw. gerade danach Kindern wieder das Schwimmen beibringen wollen, und es war wichtig, den Sport, den Schwimmunterricht zu fördern. Natürlich muss bei Steuergeldern immer der Beleg vorliegen, aber die Förderprogramme waren damals so gelagert, dass sinngemäß gefordert wurde: Belegen Sie erst einmal, dass die Kinder nicht schwimmen können. – Da fragten mich die entsprechenden Antragsteller zu Recht: Wie soll ich das denn belegen? Das Kind ins Wasser werfen und sagen: „Es hat nicht funktioniert“? Das ist ein Beispiel – überspitzt gezeichnet –, wo Bürokratie aufgelöst werden muss, wenn wir den Sport tatsächlich unterstützen wollen. (Beifall CDU) Viertens: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr – so die Forderung der Landessportkonferenz, die sie bereits 2023 gestellt hat. Gerade die gezielte Bewegungsanleitung im frühkindlichen Alter spielt eine besondere Rolle. Das soll durch eine entsprechende Verankerung sportpädagogischer Inhalte in der Ausbildung von Kitafachkräften umgesetzt werden. Kinder von Beginn an für den Sport zu begeistern ist wesentlicher Erfolgsgarant für lebenslanges Sporttreiben. Das fördert die Gesundheit, aber auch kognitive Fähigkeiten und bietet zudem die Möglichkeit, Talente frühzeitig zu erkennen. Fünftens: Junge Talente brauchen kompetente und vor allem individuelle Unterstützung auf dem Weg zum Spitzensport. Dies setzt aber ausreichend Personal in den Olympiastützpunkten und Leistungszentren sowie Kooperationen mit Sportschulen, Forschung und Hochschulen voraus. Trotz guter Programme sind hier vor allem die Vernetzung zwischen den Ebenen als auch die Förderung der Programme und Stützpunkte Garant für zukünftigen Spitzensport und Olympiagewinner aus Brandenburg – und diese wollen wir. (Beifall CDU) Sechstens: Auch die Förderung von Sportstätten im Schulbereich ist ein großes Thema bei den Kreissportbünden und Vereinen vor Ort. Wir vergeben uns Chancen, frühzeitig im Sport zu fördern und Spitzensportler zu entdecken, wenn die Turnhallen im Schulbereich eben nicht den einschlägigen Wettkampfnormen entsprechen und so ein leistungsorientiertes Training von Anfang an erschwert ist. Mir ist bewusst, dass das mit zusätzlichen Kosten verbunden ist und es vor Ort auch immer wieder Kompromisse geben muss. Aber zumindest im Ausschuss – deswegen werbe ich um die Ausschussüberweisung – sollten wir darüber diskutieren, ob das nicht angepasst werden und es klarere Vorgaben geben kann, was die Zugangsberechtigungen für Kitas und Sportvereine betrifft, wenn ein Turnhallenbau durch Landesmittel gefördert wurde. Siebtens: Es bedarf einer tatsächlichen Würdigung und Unterstützung des Ehrenamtes; denn zum großen Teil wird der Sport im Ehrenamt gelebt – seien es die Mitglieder in ihren Vereinen, die sich über das Maß engagieren, also nicht nur Sport treiben, sondern für ihren Verein da sind, oder vor allem auch die Übungsleiterinnen und Übungsleiter. Im Rahmen der politischen Möglichkeiten müssen Unterstützungen überprüft und gefördert werden, um das Ehrenamt hier sicherzustellen. Auch das können wir gern im Ausschuss diskutieren. Achtens: Bundesgelder sind gezielt für den Sport einzusetzen. Auch der Bund hat angekündigt, dass er den Sport unterstützen möchte. Sowohl bei den zusätzlich jährlich bereitgestellten 100 Millionen Euro für den Sport als auch bei den Mitteln aus dem Sondervermögen in Höhe von 100 Milliarden Euro ist sicherzustellen, dass, wenn die Gelder für den Sport nach Brandenburg kommen, diese unkonditioniert direkt in die Fläche gehen. Sehr geehrte Damen und Herren, der Landtag hat sich bereits grundsätzlich für eine Bewerbung Deutschlands um die Austragung der Olympischen Spiele ausgesprochen. Diese Entscheidung unterstützt die CDU-Fraktion ausdrücklich. Die Bewerbung um die Olympischen Spiele darf aber nicht nur eine symbolische Beteiligung und ein Lippenbekenntnis sein, sondern muss auch strukturelle, sportliche und gesellschaftliche Entwicklungschancen für die beteiligten Regionen schaffen. Brandenburg bringt als Sportland mit wachsender Infrastruktur, engagierten Vereinen und internationalen Wettkampfstätten beste Voraussetzungen mit und erwartet daher eine faire, verbindliche Einbindung. Nur wenn aus der Bewerbung konkrete Impulse für das Land hervorgehen, kann sie langfristig als Erfolg bewertet werden. Unser Sportland Brandenburg kann auf das bisher Erreichte stolz sein. Gerade jetzt, mit der laufenden Bewerbung um Olympia, muss ein klares Zeichen der Weiterentwicklung, der Stärkung des Sports, ein Bekenntnis zum olympischen Gedanken und für das Sportland Brandenburg gesetzt werden. Dies haben wir als CDU-Fraktion hier vergangene Woche auch mit rund 130 Sportlerinnen und Sportlern sowie dem Vorstandsvorsitzenden des Landessportbundes diskutiert. Sie alle haben diesem Antrag einhellig zugestimmt und auch noch Ergänzungen gegeben; deswegen gab es den Neudruck. All das wurde dort positiv begrüßt. Insofern wüsste ich nicht, warum Sie diesem Antrag ablehnend gegenüberstehen sollten, und denke, dass es eine breite Unterstützung gibt. Ich bitte Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Sportfreundinnen und Sportfreunde und diejenigen, die noch Sportfreunde werden wollen, heute um kräftige sportliche Zustimmung zu diesem Antrag, mindestens aber um Zustimmung zu der Überweisung an den zuständigen Ausschuss für Bildung, Jugend und Sport. – Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit. Alles für den Sport! (Beifall CDU)

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