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Kristy Augustin

CDU 17.07.2025 Sitzungen 8/18

Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Es gibt zwei Erfahrungen in meinem Leben, die mich der Unterstützung von Jüdinnen und Juden und dem Bekenntnis zu Israel besonders nahegebracht haben. Zum einen – es liegt noch gar nicht so lange, neun Jahre, zurück – habe ich Yad Vashem besucht, im Rahmen einer Bildungsreise, unter anderem mit der heutigen Bildungsministerin Karin Prien. Damals haben wir auch Jerusalem besucht, in Begleitung eines Israelis, der uns beschützen sollte und heute im Krieg unterwegs ist. Jedes Mal, wenn ich ihm über Facebook schreibe und ihn frage, wie es ihm geht, hoffe ich, eine Antwort zu bekommen, um zu wissen, dass er überhaupt noch am Leben ist. Es gibt eine zweite Erinnerung: Ich habe ein Austauschjahr in den USA verbracht. Am Ende eines solchen Austauschs kann man durch die USA reisen. Dabei habe ich zufällig eine junge Frau aus Israel kennengelernt, die gerade ihren Wehrdienst absolviert hatte. Wir haben gemeinsam das Holocaust-Museum in Washington besucht. Ich weiß nicht, ob sich jemand vorstellen kann, was das für ein Gefühl ist, wenn man als Deutsche in der dritten Generation nach dem Zweiten Weltkrieg gemeinsam mit einer Israelin das Holocaust-Museum besucht. Wir standen vor Ausstellungen, und manchmal steht da ja auch: „Seien Sie sich dessen bewusst, was Sie jetzt eventuell erfahren.“ – Es wurde etwa der Geruch von im Zweiten Weltkrieg verbrannten Kindern simuliert. An dem Punkt musste ich das Museum verlassen, und ich glaube, ich habe mich nie so unglaublich dafür geschämt, was unsere Vorfahren getan haben, was hier auf deutschem Boden im Zweiten Weltkrieg passiert ist. Es hat mich immer dazu gebracht, dass ich mich aufgelehnt habe, wenn es um Judenhass ging, wenn Antisemitismus zu spüren war. Warum erzähle ich diese zwei persönlichen Geschichten? Die heutige Debatte hat mir gezeigt – die genannten Zahlen und all das, was unser Antisemitismusbeauftragter zu der gestiegenen Zahl antisemitischer Vorfälle, zu den aktuellen Entwicklungen noch gesagt hat –: Gerade jetzt ist es nicht an der Zeit, zu schweigen, sondern an der Zeit, Haltung zu zeigen. Darum bitte ich auch ganz klar, wenn wir gemeinsam diesen Antrag unterstützen. Zeigen wir gemeinsam Haltung in unserem Bekenntnis zu Israel! Zeigen wir gemeinsam Haltung und setzen wir uns klar gegen Antisemitismus ein! Ich bitte um Zustimmung zum vorliegenden Antrag. – Herzlichen Dank. (Beifall CDU)

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