Ulrike Liedtke
Herr Abgeordneter, ich muss Sie leider unterbrechen. Gestatten Sie eine Zwischenfrage? Daniel Freiherr von Lützow (AfD):* Nee. Herr Stohn kam zu spät, und deswegen lasse ich keine Frage von ihm zu. Bei den wichtigsten Punkten war er heute Morgen nicht da, und da kommt auch nichts Vernünftiges. (Dennis Hohloch [AfD]: Ach stimmt, warum waren Sie denn nicht da?) Also dass Herr Stohn bei diesem wichtigen Thema, von dem gerade Jüterbog betroffen ist, jetzt erst eine Zwischenfrage stellen will – nein, danke. (Dr. Hans-Christoph Berndt [AfD]: Sei nicht so!) Wir reden von Munitionsbelastung; es ist von allen richtig gesagt worden – ein schwieriges Thema. Wir geben 10 Millionen Euro für Oranienburg aus. Das ist richtig und wichtig, denn in den Ortschaften, in denen die Munitionsbelastung so hoch ist wie in Oranienburg, ist das richtig und wichtig. Das hatten wir ja hier schon einmal zum Thema. Aber richtig und wichtig ist auch, dass wir mindestens 10 Millionen Euro für die Wälder rings um Berlin ausgeben. Ja, wir können meinetwegen auch mehr ausgeben – die Summe ist nach oben unbegrenzt –, aber wichtig ist, dass endlich mal etwas passiert. Es passiert nämlich so gut wie gar nichts. Wir räumen immer Munition, wenn wir eine Autobahn oder eine Landstraße ausbauen, aber in den Wäldern sieht man das kaum. Es sind vereinzelte Flächen, die geräumt werden. Da müssen wir definitiv ran! Wenn Sie es schon einmal … Nein, die meisten werden das nicht haben, außer vielleicht Sie, Herr Wilke, weil Sie oberster Brandschützer waren. Aber vielleicht kommen Sie irgendwann eventuell in die Verlegenheit, in die freiwillige Feuerwehr einzutreten und dort Dienst zu leisten. Dann werden Sie ausgebildet, und es kann passieren, dass Sie in einem Waldbrand stehen und von einem Feuer übersprungen werden, weil es so schnell ist. Dann werden Sie feststellen, dass man sich gerade unten in Jüterbog und Treuenbrietzen mit dem Naturpark Nieplitz keinen Gefallen getan hat, weil dort die Bäume und die heruntergefallenen Äste liegen bleiben. Wir wissen, das Feuer entsteht aus drei Säulen: Die erste Säule ist der Zündstoff, die zweite Säule ist der Sauerstoff, und die dritte Säule ist die Zündtemperatur – und wenn alle drei Säulen vorhanden sind, ist es wahrscheinlich, dass es brennt. Das ist Teil der Ausbildung zum Feuerwehrmann – Truppmann I. Um das zu verhindern, würde es schon helfen, eine Säule zu entziehen – sei es nur durch Entfernen des Reisigs, der auf dem Boden liegt, indem man wieder eine vernünftige Waldwirtschaft betreibt. Dafür brauche ich den Wald nicht einmal umzubauen. Das hat nichts mit Monokultur zu tun. Wenn man das einmal mit DDR-Zeiten vergleicht, stellt man fest: Damals war der Wald wie leer gefegt. Wenn man sich die Sache jetzt anguckt – mit dieser Einstellung, da unten alles verrotten zu lassen und jedem Käfer noch ein Heimchen zu bauen –, braucht man sich nicht zu wundern, dass es brennt. Man muss sich nicht wundern, dass es brennt. (Beifall AfD) Ich habe einmal festgestellt, dass oftmals Brandstiftung die Ursache ist: 2019 zum Beispiel war Brandstiftung der Grund, warum es in Treuenbrietzen gebrannt hat. Wenn man sich einmal die Ursachen anguckt – wirklich anguckt –, dann ist es oft Brandstiftung. Das muss man – ja, definitiv – auch angehen. (Beifall AfD) Waldbrandwarnstufe 5 heißt: Das Betreten des Waldes ist – außer für Einsatzkräfte, die wirklich da rein müssen, und den Förster, der ebenfalls gucken muss – verboten. Alle anderen haben dort nichts zu suchen – Punkt. So muss es sein. Das muss Waldbrandwarnstufe 5 heißen. Wir müssen unsere Gesetze – da 2025 21 gebe ich Herrn Adler tatsächlich recht – angucken und etwas anders machen, wenn wir dem vorbeugen wollen. Das Problem, das wir hier haben, ist diese Lobhudelei und dieses Dankesagen – immer nur diese warme Hand. Das ist so, als ob ich aus der Wüste komme, vier Tage nichts zu trinken hatte, Herrn Adler erreiche – und der sagt: „Danke, dass Sie in der Wüste waren“, aber ich kriege keinen Schluck Wasser von ihm, er reicht mir nur die Hand. Genau so ist die Politik der SPD! (Beifall AfD – Zuruf des Abgeordneten Ludwig Scheetz [SPD]) Genau so ist es, und das muss endlich mal aufhören. Sie ehren hier die Kameraden und treten ihnen danach – wenn sie draußen sind – gleich wieder in den Rücken. Das funktioniert doch nicht! Wenn Sie etwas Vernünftiges machen wollen, dann können Sie – jetzt mache ich schon CDU-Werbung, aber das ist halt so – doch dem Antrag der CDU zustimmen. Das ist ein vernünftiger Antrag. Da stehen Sachen drin, die auch wir hätten schreiben können. Aber wir müssen das nicht aufnehmen, denn wir haben das ja auch schon einmal beantragt. Sie haben das in der letzten Legislaturperiode übrigens abgelehnt. Da sind wir gleich beim nächsten Punkt – das muss ich auch einmal sagen –: Ich finde es immer sehr witzig, wenn Koalitionspartner nicht mehr in einer Koalition sind, sich gegenseitig beharken und Sachen beantragen, die die Opposition – die AfD – seit Jahren beantragt. Aber wir stimmen dem Antrag der CDU zu. Bei Ihrem Antrag müssen wir uns leider enthalten, denn Placebos und bloßer Symbolpolitik können wir nicht zustimmen. – Danke schön. (Beifall AfD)
