Daniel Münschke
Vielen Dank. – Für die Landesregierung antwortet der Minister für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz, Herr Keller. Bitte schön. Daniel Keller (Minister für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz): Sehr geehrter Präsident! Sehr geehrte Abgeordnete Oeynhausen, lassen Sie mich zunächst feststellen, dass die Landesregierung die Pläne von Amazon Web Services positiv bewertet. Damit wird die Bedeutung Brandenburgs und der gesamten Hauptstadtregion als modernem und zukunftsweisendem Wirtschafts- und Digitalwirtschaftsstandort unterstrichen – daran sollten wir alle gemeinsam ein großes Interesse haben. Die enorme Investitionssumme macht deutlich, dass hier ein dauerhaftes Engagement geplant ist, und damit leistet Brandenburg einen wichtigen Beitrag zur digitalen Souveränität Deutschlands und auch Europas. Ihre Frage zielt auf den Energiebedarf ab. Der Energiebedarf eines Rechenzentrums ist punktuell sicherlich sehr groß, allerdings deutet nichts darauf hin, dass er nicht aus dem europäischen Verbundnetz der Stromversorgung gedeckt werden könnte – heute wie auch morgen. Was die Bereitstellung der erforderlichen Netzanschlüsse im konkreten Fall angeht – denn es ist sicherlich die größte Herausforderung, die Netzkapazitäten Juni 2025 21 sicherzustellen –, liegen uns derzeit noch nicht die finalen Standortentscheidungen von AWS zum Aufbau der Rechenzentren vor. Nach Kenntnisstand der Landesregierung ist AWS dazu aber bereits in Gesprächen mit den Netzbetreibern – in Brandenburg gibt es mit 50Hertz, E.DIS und im Süden enviaM ja insgesamt drei große, die hier in der Hauptverantwortung stehen. Seien Sie gewiss, dass die Landesregierung und auch die WFBB die weiteren Prozesse eng begleiten werden. Um es noch einmal kurz zusammenzufassen: Ich glaube, an der Stromkapazität selbst mangelt es nicht. Stattdessen wird es am Ende die große Herausforderung sein, rechtzeitig Netzanschlüsse für neue Rechenzentren herzustellen und den Strom in der benötigten Kapazität dort hinfließen zu lassen. Diesbezüglich ist natürlich das Unternehmen selbst in der Pflicht, vor der Auswahl der Standorte Gespräche mit den Netzbetreibern zu führen.
