Britta Müller
Ich möchte zuerst auf die Nachfrage von Frau Dr. Gruhn eingehen. Auch hier verfolgen wir den Ansatz: Wir wollen anderen Ländern natürlich nicht ihre Fachkräfte abwerben. Diese Prämisse hat für uns auch Vorrang. Vor dem Hintergrund aber, dass im Kosovo eine Jugendarbeitslosigkeit von 40 % herrscht, glaube ich nicht, dass man hier vom Abwerben von Fachkräften sprechen kann, sondern von einer Unterstützung auch für junge Menschen, Berufsperspektiven in anderen Ländern zu finden. Ich weiß auch aus den Gesprächen, dass die Jugendlichen von ihrem Ausbildungsgeld, das sie in Treuenbrietzen verdienen, ihre Eltern im Kosovo unterstützen. Und sie nehmen ihre Ausbildung sehr engagiert wahr, auch um, wie gesagt, ihre Familien zu unterstützen. Insofern schauen wir natürlich – wie gesagt, wir wollen nicht anderen Ländern ihre Fachkräfte wegnehmen –, wo Fachkräfte zu gewinnen sind und wo wir Menschen berufliche Perspektiven in Brandenburg bieten können. Frau Dr. Oeynhausen, wenn ich mich richtig erinnere, war Ihre Kleine Anfrage aus dem Jahr 2024. Mit den jetzt noch einmal aktualisierten Zahlen will ich noch einmal erwähnen, dass sich die Zahl darauf bezieht – ich habe das bereits erwähnt –, dass bis 2029 150 neue Fachkräfte fertig ausgebildet sein könnten; derzeit befinden sich zwei Ausbildungsklassen, also der 1. und 2. Ausbildungsjahrgang, hier in Brandenburg an vier verschiedenen Standorten – wie gesagt, Treuenbrietzen ist nur einer. Abbruchquoten sind mir nicht bekannt. Ich habe gerade ausgeführt, dass die Lehrkräfte von überdurchschnittlichen Ergebnissen in den Zwischenprüfungen berichtet haben. Ich komme noch einmal auf die Einreisezahlen – vielleicht kann ich es einmal konkreter darstellen – zurück: In diesem Anwerbungsprozess, den die Projektpartner vor Ort durchführen, müssen die angeworbenen Interessenten erst einmal einen Sprachkurs im Kosovo machen, und nicht alle Interessenten bestehen diese B2-Ausbildung, sodass es bereits in der Anwerbephase im Kosovo zu Abbrüchen kommt. 2023 sind die ersten vier Personen – das war diese Pilotgruppe –, 2024 weitere 25 Personen und im März 2025 weitere 30 Personen gekommen. Ich hatte eingangs schon erwähnt: Im September dieses Jahres reisen – und das hängt immer davon ab, wie viele die Sprachprüfung in der Vorbereitung im Kosovo bestehen – die nächsten 30 Auszubildenden ein, wie gesagt, in Abhängigkeit davon, ob die Zugangsvoraussetzungen, dass sie einreisen können, gegeben sind. Abbrüche gibt es also, aber dann schon im Kosovo in der Vorbereitung oder in Albanien aufgrund der nicht ausreichenden Sprachkenntnisse auf Stufe B2, um hier die Ausbildung erfolgreich bestehen zu können. Aber Ausbildungsabbrüche im laufenden Projekt hier in Brandenburg sind mir nicht bekannt. Da verweise ich noch einmal auf die eben genannten überdurchschnittlichen Ergebnisse in den Zwischenprüfungen.
