Britta Müller
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Dr. Gruhn, vielen Dank für diese Frage. Der Antwort möchte ich vorwegschicken, dass es für Brandenburg sehr wichtig ist, auch auf Zuwanderung von Fachkräften aus dem Ausland zu setzen, denn die Fachkräftesicherung für das Brandenburger Gesundheits- und Pflegewesen wird eben nur mit gezielter Zuwanderung gelingen. Aus unserer Sicht gibt es dafür verschiedene Wege. Der eine ist die Anwerbung ausgebildeter Fachkräfte und ihre Beschäftigung im Land Brandenburg nach Anerkennung ihrer Berufsabschlüsse; der andere ist die Anwerbung junger Menschen aus dem Ausland für eine Ausbildung im Land Brandenburg. Auf letzterem Weg entfallen vor allem die aufwendigen Anerkennungsverfahren des erstgenannten Falles. Zudem ist die durch die dreijährige Ausbildungszeit der Jugendlichen geschaffene längerfristige Bindung an den zukünftigen Arbeitgeber vor Ort eine gute Basis für die berufliche, kulturelle und sprachliche Integration. Erlauben Sie mir, hierzu ein Beispiel zu nennen: Am Tag der Pflege konnte ich in Treuenbrietzen genau diese jungen Menschen, die über das Programm „National Matching“ geworben wurden, besuchen. Die Ausbildung ist sehr komplex, und Sprachkenntnisse sind wichtig. Ich fragte nach, und die Lehrkraft antwortete mir, die Ergebnisse dieser jungen Menschen seien überdurchschnittlich gut. Ich freue mich; das stimmt mich hoffnungsvoll. Ich stand vor sehr motivierten und engagierten jungen Menschen aus dem Kosovo und Albanien, die sich hier tatsächlich nicht nur wohlfühlen, sondern Brandenburg auch als ihr zukünftiges Arbeitgeberland sehen. Frau Dr. Gruhn, zu den Zahlen und noch einmal zu dem Modell: Im Jahr 2016 startete das Projekt „National Matching Brandenburg“ als Modellvorhaben – zunächst mit dem Ziel, Geflüchtete und Zugewanderte, die Gesundheitsberufe ausüben, als Fachkräfte an Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen zu vermitteln. Aktuell liegt der Fokus vor allem auf der aktivierenden Anwerbung, also schon direkt in den Heimatländern der Jugendlichen. Bei diesem Modell konzentrieren wir uns auf die Balkanregion – Kosovo, Albanien und Nordmazedonien –; wir sprechen dort junge Menschen an, die in Brandenburg eine Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann absolvieren möchten. Das Projektmanagement wird aus Landesmitteln finanziert, und die Ausbildungsbetriebe – einen habe ich gerade erwähnt, das Fachkrankenhaus in Treuenbrietzen – tragen weitere Kosten, im Zusammenhang mit der Akquise der Jugendlichen vor Ort und Juni 2025 17 der Vorbereitungszeit – vor dem Beginn der Pflegeausbildung – sowie andere Ausbildungskosten. Bis heute konnten mehr als 100 junge Menschen für eine Ausbildung im Land Brandenburg gewonnen werden. Die ersten 59 sind bereits eingereist und haben die Ausbildung begonnen. Im September kommen die nächsten 30, und im September des nächsten Jahres, 2026, werden die ersten ihre Ausbildung im Rahmen des Projektes in Brandenburg erfolgreich abschließen. Das sind die beiden Klassen, die ich jetzt besuchen konnte – der erste Ausbildungsjahrgang sowie einige junge Menschen des zweiten Ausbildungsjahrgangs. Ein Ausblick in das Jahr 2029: Bis dahin könnten bis zu 150 neue Fachkräfte fertig ausgebildet sein. Das hängt natürlich auch davon ab, wie das Programm zukünftig angenommen wird. Meine bisherigen Eindrücke – sie gründen sich auch auf meinen Besuch im Fachkrankenhaus – stimmen mich sehr positiv und hoffnungsvoll. Bisher ist es ein sehr erfolgreiches Projekt.
