Ulrike Liedtke
Vielen Dank. – Für die CDU-Fraktion spricht Herr Abgeordneter Bommert. Bitte schön. Frank Bommert (CDU):* Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Herr John, ich kann Ihnen bei Ihrem Antrag sogar ein Stück weit folgen. Aber das beschränkt sich auf die Kritik daran, dass die Abrechnung der Zahlen ungenau ist oder nicht richtig Auskunft gegeben werden kann. Ich bin auch der Meinung, da sollte mehr kommen, und das hätten Sie als Begründung Ihres Antrags nehmen können. Sie müssten nicht die Abschaffung der Center fordern, sondern könnten sagen: Das ist uns zu dünn, da wollen wir ein bisschen mehr haben. Wir erwarten eine konkretere Berichterstattung vom Wirtschaftsminister oder jemand anderem. Aber Sie wollen gleich zum Vorschlaghammer greifen und das Ganze vernichten. Deshalb ist der Antrag für uns auch nicht hinnehmbar. Die Begründung ist relativ einfach: Der Antrag folgt der Erzählung, dass wir in Deutschland und in Brandenburg keine Fachkräfte aus dem Ausland brauchen. Das stimmt aber nicht; es ist falsch. Der Fachkräftemangel ist real. Ich kann Ihnen genug Leute nennen, die Fachkräfte suchen. Gerade in den Bereichen Handwerk, Pflege oder sonst wo qualifizierte Leute zu finden ist doch schwierig. Und ich sage Ihnen ganz ehrlich: Dieses Center nutzen ja auch Handwerker oder andere Berufsgruppen, weil die das als Anlaufstelle mitnutzen, obwohl sie keine anderen Sprachen sprechen … (Zuruf des Abgeordneten Lars Hünich [AfD]) – Herr Hünich, lassen Sie mich doch einfach mal ausreden. – … um dort mit Leuten in Kontakt zu kommen und das auch ein Stück weit da zu forcieren. (Beifall CDU sowie vereinzelt SPD) Deshalb sollte man das jetzt nicht einfach so abwickeln. Man kann mehr erwarten, das ist alles richtig, da bin ich bei Ihnen. Aber so, wie Sie das jetzt machen, geht das gar nicht. Gerade im Bund geht man doch jetzt den Weg, die, ich sage mal, alten Fehler zu beheben, wo etwas schieflief. Man sollte das ein bisschen abwarten. Aber wer hierherkommt, qualifiziert ist und sich weiterqualifizieren will, sollte natürlich auch eine Chance haben, und die wird er im Jobcenter oder woanders nicht haben, weil die mit ganz anderen Problemen unterwegs sind. Wir kennen die Situation doch von Leuten, die hierherkommen. Und bei diesem Vergleich mit den deutschen Bürgern, die vielleicht hier nicht arbeiten gehen können, wäre ich vorsichtig. Also, die Center helfen schon ein Stück weiter, und man sollte da gucken, dass man dranbleibt. 60 Landtag
