Ulrike Liedtke
Vielen Dank. – Für die Landesregierung antwortet Herr Minister Tabbert, Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung. Detlef Tabbert (Minister für Infrastruktur und Landesplanung): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Abgeordnete! Herr Funke! Sehr geehrte Damen und Herren! Werte Gäste! Die Generalsanierung der Bahnstrecke Hamburg–wird von Anfang August 2025 bis einschließlich April des Jahres 2026 stattfinden. Wie Sie wissen, wird dabei auf der Hauptstrecke Hamburg – Ludwigslust – Wittenberge – Berlin-Spandau sowie an den Bahnhöfen, von denen andere Strecken abzweigen, kein Zugverkehr möglich sein. Der Nahverkehr auf der Schiene muss daher teilweise umgeleitet werden oder muss leider ganz entfallen. Überall dort, wo kein Verkehr auf der Schiene fahren kann, werden die Regionalzüge durch einen umfangreichen Ersatzverkehr mit Bussen ersetzt. Die Busse fahren auf vielen Strecken häufiger als die Züge, um den Fahrgästen, insbesondere den Pendlerinnen und Pendlern, eine möglichst große Flexibilität bei ihren täglichen Wegen zu ermöglichen. Die Fahrgäste im Bereich Wittenberge, Nauen und Berlin sind vielfach auf individuellen Wegen unterwegs, sodass auch beim Zugverkehr nicht für jeden Fahrgast Direktverbindungen angeboten werden. Deshalb wurde bei der Planung der Ersatzverkehre besondere Rücksicht auf Umsteigeverkehre genommen, wo diese notwendig werden. Längere Fahrzeiten können aber leider nicht in jedem Fall vermieden werden. Die Schülerverkehre werden bei der Planung und Abstimmung des Gesamtverkehrsangebots während der Generalsanierung selbstverständlich berücksichtigt. Eine Kombination aus Ersatzbussen für entfallende Züge und aus Ergänzungen im kommunalen Verkehr – unter anderem durch den Havelbus – sorgt dafür, dass auch Schülerinnen und Schüler ihre Wege weiter mit dem öffentlichen Personennahverkehr zurücklegen können. Weitere Abstimmungen zu Details laufen derzeit noch. 2025 17 Der Umfang und der Zeitablauf der Baumaßnahme Hochleistungskorridor werden alleinig durch die DB InfraGO festgelegt. Sie hat auch erstmals den Rahmenvertrag für die Ersatzbusse vorgegeben, nach welchem die Eisenbahnverkehrsunternehmen die Busleistungen abrufen werden. Im Auftrag des Landes hat der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg das Ersatzkonzept für den Hochleistungskorridor entwickelt und dazu frühzeitig sowie umfangreich kommuniziert und sich abgestimmt. Zahlreiche Rückmeldungen von Fahrgästen und Kommunen konnten so bereits in das mittlerweile bestehende Schienenersatzverkehrskonzept integriert werden. Bei Fragen zum Ersatzverkehr werden die Mitarbeiter des VBB-Infocenters bereitstehen, und der aktuelle Stand der Ersatzverkehre wird immer in den Auskunftssystemen des VBB abrufbar sein. Die neunmonatige Sperrung des Hochleistungskorridors Hamburg–Berlin wird eine Herausforderung für alle betroffenen Bundesländer, vor allen Dingen aber für die Pendlerinnen und Pendler, die in Richtung Berlin, aber auch in Richtung Hamburg unterwegs sind. Deshalb habe ich mich in einem gemeinsamen Schreiben mit meinen Kolleginnen und Kollegen aus Berlin, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Schleswig-Holstein mit der Bitte um Unterstützung an den neuen Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder gewandt. Es enthält unter anderem die Forderung, für die Zeit der neunmonatigen Sperrung einen Korridorbeirat unter Leitung des Bundesverkehrsministeriums einzuberufen, um die Auswirkungen der umfangreichen Infrastrukturmaßnahme bestmöglich bewerten und vor allen Dingen steuern zu können. Darüber hinaus bin ich in enger Abstimmung mit den betroffenen Landräten sowie dem Bürgermeister von Wittenberge und jenen der angrenzenden Kreise. So ist ein gemeinsamer Termin mit den verantwortlichen der DB InfraGO vor Baubeginn in Abstimmung, und nach Start der Baumaßnahmen wird ein weiterer Termin stattfinden, um so weit wie möglich Einfluss auf den Schienenersatzverkehr nehmen und bei Problemen zeitnah gegensteuern zu können. – Ich danke Ihnen.
