Steffen Freiberg
Sehr geehrte Frau Präsidentin, das ist ja auch einmal ganz schön. – Ich wollte meine Rede mit der Würdigung des Friedensgedankens beginnen. Ich würde es jetzt dabei belassen; denn dazu ist alles gesagt. Die stärksten Argumente für die Spiele bleiben die Völkerverständigung und der Frieden. Es gibt aber auch weitere Argumente. Internationale Strahlkraft, nationale Bedeutung und regionale Chance – all das kommt bei den Olympischen Spielen zusammen. Der vorliegende Antrag greift diese Aspekte auf. Deutschland möchte sich für die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele bewerben. Brandenburg kann ein Teil davon sein. Wenn wir Partner der Berliner Bewerbung werden, bietet sich uns eine einmalige Gelegenheit, und wir können die Hauptstadtregion insgesamt auf die internationale Sportbühne heben. Als Jahr der Austragung wird 2040 avisiert. Es kann auch ein Turnus früher oder später sein; das liegt am Ende daran, wie das IOC die entsprechenden Regionen bei seinen Entscheidungen berücksichtigt. Das macht das IOC eigenständig; denn das ist Ausdruck der Autonomie des Sports, übrigens genauso wie die Frage, wie sich der Sport mit Bezug auf Einladungen oder Ausladungen verhält. Ich will mich in dieses Thema jetzt gar nicht weiter vertiefen. Das ist nicht etwas, was von nationalen Regierungen bestimmt wird, sondern darüber entscheiden die Spitzenorganisationen des Sports selbst. Vielleicht noch ein paar Worte zum Ablauf: Der Deutsche Olympische Sportbund organisiert diesen Bewerbungsprozess. Neben dem Modell „Berlin+“ werden auch die Konzepte aus Hamburg, München und dem Rhein-Ruhr-Gebiet erwartet. Bis Ende Mai – es sind also nur noch wenige Tage – müssen die Interessenbekundungen eingereicht sein. Deswegen kommt dieser Antrag keinen Tag zu früh. Es ist auch kein reiner Showantrag, sondern etwas, was für eine Bewerbung sehr wichtig ist und den Prozess deutlich unterstützen kann. (Beifall SPD und BSW) Nach der fachlichen Prüfung der Konzepte beginnt ein gesellschaftlicher Beteiligungsprozess; auch dafür ist im Bewerbungs- bzw. Aufstellungsverfahren Zeit vorgesehen. Im nächsten Herbst soll feststehen, mit welcher Bewerbung die Bundesrepublik in das internationale Rennen um die Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele gehen wird. Und das, meine Damen und Herren, wird der eigentliche Wettbewerb, die eigentliche große Herausforderung sein. Was heißt das für uns konkret? Unser Land wird in dem Konzept „Berlin+“ berücksichtigt; das ist hier schon mehrmals gesagt worden. Der Fokus Brandenburgs liegt dabei klar auf bereits vorhandener Infrastruktur und einer nachhaltigen Ausrichtung – Kriterien, die das IOC für die Ausrichtung der Spiele inzwischen generell vorschreibt. 98 Landtag Mit der Regattastrecke Beetzsee in Brandenburg an der Havel bringen wir eine traditionsreiche, international anerkannte und moderne Natursportstätte in die Bewerbung ein. Diese Absicht ist bereits im Koalitionsvertrag verankert. Die Sportanlage dort ist geradezu prädestiniert für den olympischen Kanurennsport, für Para-Kanu sowie für die olympischen und paralympischen Ruderwettbewerbe. Außerdem – auch das ist schon gesagt worden – sind Bad Saarow, Frankfurt (Oder) und Potsdam potenzielle Austragungsstätten. All diese Städte und Gemeinden setzen auf bestehende, bewährte Sportstätten. Sie sind fachlich vorgeprüft – in Vorbereitung der Bewerbung haben schon verschiedene Arbeitsgruppen getagt – und haben ihre Unterstützung zugesagt. Auch die Bedeutung der Unterstützung durch den Landtag ist nicht von der Hand zu weisen. Übrigens stellt sich auch der Landessportbund klar und ausdrücklich hinter diese Bewerbung. Meine Damen und Herren! Ich freue mich, dass wir hier eine sehr breite Mehrheit für diesen Antrag erwarten dürfen. Das ist eine große Chance für das Land. Es geht um den Geist von Olympia hier in Brandenburg. Es geht um sozialen Zusammenhalt, internationale Sichtbarkeit und die Stärkung unserer Region im globalen Wettbewerb. Lassen Sie uns also gemeinsam dafür sorgen, dass wir nicht nur Teil einer Bewerbung sind, sondern am Ende auch die Spiele mit austragen dürfen. – Vielen Dank für Ihre Unterstützung und danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall SPD und BSW)
