Kristy Augustin
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Gäste! (Steeven Bretz [CDU] in Richtung der BSW-Fraktion: In der DDR hatten wir immer Granatenweitwurf – das wissen Sie?) – Darf ich, Herr Bretz? (Heiterkeit) Die Olympischen Spiele faszinieren nicht nur Athletinnen und Athleten, sondern Sportbegeisterte weltweit. Die Olympischen Spiele werden von Milliarden Zuschauern sowohl live als auch am Bildschirm verfolgt; bei den Olympischen Spielen in Paris erreichte die Zahl einen Rekord von 5 Milliarden Zuschauern. Es ist übrigens nicht erst seit oder durch Paris der Fall, dass wir Interesse daran bekunden, dass Deutschland sich um die Ausrichtung der Olympischen Spiele bemüht. Auch ich würde mich freuen und wir als CDU-Fraktion würden es begrüßen, wenn die Olympischen Spiele wieder einmal in Deutschland stattfänden – natürlich mit aktiver Beteiligung Brandenburgs. Sehr geehrte Damen und Herren, wir sind ein Sportland, Brandenburg ist ein Sportland. Steigende Mitgliederzahlen im Landessportbund, Erfolge unserer Spitzensportler, immer mehr Zuspruch im Breitensport und hervorragende Sportstätten – auch wenn da noch mehr geht – sprechen für sich. Der Deutsche Olympische Sportbund, der letztendlich dafür zuständig ist, hat Bewerbungsszenarien erarbeitet und wird mit den vier verbleibenden Vorschlägen für Hauptaustragungsorte die Ideen weiterentwickeln. Diese Orte sind aufgefordert, ihre Bewerbung einzureichen. Ich weiß nicht, wer die aktuelle Presseberichterstattung verfolgt hat: Im Rennen ist unter anderem München. Was München anbietet, ist schon ein bisschen mehr. Auch Bayern insgesamt würde die Bewerbung massiv unterstützen. (Ludwig Scheetz [SPD]: Aha!) Mit dem Szenario „Berlin+“ steht auch Brandenburg – die Vorrednerinnen und Vorredner haben es gesagt – im Fokus. Ich möchte jetzt auf einige Aspekte des Antrags konkret eingehen. Ich glaube, wir alle würden uns freuen – das haben auch die Reden der Kolleginnen und Kollegen vor mir gezeigt –, wenn eine deutsche Bewerbung für 2040 erfolgreich und Brandenburg, in welchem Ausmaß auch immer, daran beteiligt wäre. Das Signal der Sportminister war und ist wichtig. Vor allem müssen die Bundesregierung und die Bundesländer, die sich bewerben, dahinterstehen. Was Brandenburg betrifft, so tut der Antrag sicherlich nicht weh. Es bleibt für mich aber unklar, wie die Unterstützung konkret aussehen soll, das heißt, was wir tatsächlich anbieten. Ich empfehle die Lektüre dessen, was München alles in Aussicht stellt, was dort alles geboten werden soll. Da hängen wir echt hinterher. Der Landtag wird in diesem Antrag aufgefordert, eine deutsche Bewerbung um das größte Sportereignis der Welt zu begrüßen. – Ja, Haken dahinter; ich glaube, darüber sind wir alle uns einig. Der Landtag soll auch begrüßen, dass im Bewerbungskonzept „Berlin+“ die Einbeziehung der Regattastrecke Beetzsee in Brandenburg an der Havel vorgesehen ist. – Ja, das würde ich auch begrüßen, nicht nur als Lokalpolitikerin. Das wäre toll. In der Antragsbegründung werden natürlich auch Bad Saarow und Potsdam genannt. Alle Stätten, die potenziell beteiligt sind, sind prima. Der Landtag soll – drittens – begrüßen, wenn sich im Falle einer erfolgreichen Bewerbung im Rahmen des Konzepts „Berlin+“ für das Land Brandenburg neue Impulse in Sport, Kultur und Gesellschaft ergeben. – Auch diesen Punkt begrüßen wir. Aber ich gehe davon aus, dass dies insgesamt gelten würde, unabhängig davon, welche Standorte in Deutschland Austragungsorte werden. Der Funke würde so oder so überspringen. Wir würden aber natürlich noch stärker unmittelbar profitieren, wenn Brandenburg mit Austragungsorten dabei wäre; das wäre toll für die Heimatregion. Was SPD und BSW mit diesem Antrag aber tatsächlich befördern wollen, bleibt für mich sehr im Allgemeinen. Ich erinnere erneut an das, was München als Angebot aufgerufen hat. Sie loben in dem vorliegenden Antrag den „gut ausgebauten öffentlichen Nahverkehr“ und den tollen Flughafen Berlin-Brandenburg, BER. Dann verstehe ich aber nicht – ich brauche mir nur die aktuellen Haushaltsdebatten anzuschauen –, warum im öffentlichen Nahverkehr gekürzt werden soll. Das betrifft auch die Anbindung meines Wohnorts. Warum also soll dann bei der RB 26, der Ostbahn, gekürzt werden, Herr Tabbert? Wir wollen doch auch unsere polnischen Sportsfreunde und die Sportsfreunde aus Ostbrandenburg begrüßen. Sie wollen mich als Vizepräsidentin des Landessportbundes doch sicherlich nicht ausschließen? Ohne Auto könnte ich aber nicht mehr hierherkommen. (Zuruf von Ministerin Britta Müller) Was in diesem Antrag an Infrastrukturmaßnahmen benannt wird, ist mir wirklich zu wenig. Offen bleibt, wie es auch zu wirtschaftlichen Erfolgen kommen soll. Und weiter: Mit welchen konkreten Maßnahmen sollen der Spitzen- und der Breitensport unterstützt werden? Bisher bleibt es einfach nur bei einer allgemeinen Äußerung. Wie kann Brandenburg bei Einbeziehung in die Bewerbung tatsächlich punkten? Wie wird der Sport in Brandenburg tatsächlich gestärkt? Kurzum: Ja, liebe Kollegin Britta Kornmesser, wir unterstützen natürlich die Bewerbung um die Olympischen Spiele. Ein tolles Ereignis! Wir begrüßen es natürlich, dass Brandenburg in das Konzept „Berlin+“ involviert ist. Was in diesem Antrag genannt wird, ist mir aber zu wenig. Allein: Der Antrag tut nicht weh. Am Ende zählt der sportliche Gedanke: Dabei sein ist alles! Wir stimmen zu. – Herzlichen Dank. (Beifall CDU, SPD und BSW) 2025 97
