Ulrike Liedtke
Danke schön. – Der Abgeordnete Hohm, AfD-Fraktion, hält heute (Beifall AfD) Jean-Pascal Hohm (AfD):* Werte Frau Präsidentin! Werte Kollegen Abgeordnete! Liebe Brandenburger! Dass wir am Ende der heutigen Tagesordnung über einen weiteren Symbolantrag von SPD und BSW sprechen, ist bezeichnend für die ersten Monate dieser Koalition: Debakel bei der Ministerpräsidentenwahl, ewig keine Regierungserklärung, dann nur leere Worte, ewig kein Haushaltsentwurf, nun ein Vorschlag, für den die Kommunen dem Herrn Finanzminister aufs Dach steigen – und jetzt, nicht einmal ein Jahr nach Amtsantritt, der Rücktritt einer verdienten Ministerin nach Verrat aus den eigenen Reihen. (Beifall AfD) Die Menschen in unserem Land, liebe Koalitionäre, erwarten etwas ganz anderes. Sie erwarten, dass politisch Verantwortliche Orientierung geben, vorangehen und gestalten. Allzu viele Gemeinsamkeiten und allzu viel Gestaltungswille scheinen – wenn sie je vorhanden waren – aber nicht mehr übrig zu sein, wenn man die Tagesordnung mit einem Symbolantrag füllt, der Berlin de facto auf die Schulter klopft und sagt: Weitermachen; ist gut so! Aber sei’s drum! In der Sache möchte ich nicht weiter spotten, sondern feststellen: Auch wir als AfD begrüßen die geplante Bewerbung Deutschlands, insbesondere Berlins, für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2040 ausdrücklich und unterstützen daher den Antrag der Koalition, auch wenn er nur symbolisch ist. Denn Olympia ist mehr als nur ein sportliches Großereignis, Olympia steht für Leistung, für Disziplin und für den fairen Wettbewerb der Besten aus aller Welt – genau diese Werte braucht unsere Gesellschaft heute wieder dringender denn je – in Zeiten, in denen Anstrengung und Ehrgeiz allzu oft durch Gleichmacherei und Beliebigkeit ersetzt werden. Wir dürfen uns nicht damit zufriedengeben, dass Medaillenspiegel zur Nebensache werden und unsere Athleten im internationalen Vergleich zurückfallen, weil die gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen in Deutschland einfach nicht mehr stimmen. Die Olympiabewerbung muss deshalb auch als sportpolitisches Signal verstanden werden: für mehr Sichtbarkeit, mehr Unterstützung und mehr Respekt für diejenigen, die täglich im Training stehen, um einmal unser Land auf der ganz großen Bühne vertreten zu können. Es muss uns darum gehen, den Leistungsgedanken wieder in den Mittelpunkt zu rücken. Junge Menschen sollen sich wieder Ziele setzen, sich messen wollen, an sich arbeiten. Olympia kann dafür ein wichtiger Impuls sein, wenn wir die richtigen politischen Weichen stellen. Und, liebe Kollegen: Olympia ist seit jeher auch mit dem Gedanken der Völkerverständigung verbunden. Der olympische Frieden, der Austausch der Nationen, das gemeinsame Miteinander auf Augenhöhe – all das ist gerade in einer Zeit, in der Konflikte weltweit wieder zunehmen, von enormer Bedeutung. (Beifall AfD) Doch zur Wahrheit gehört an dieser Stelle auch, dass Völkerverständigung nicht gelingt, wenn man unbequeme Teilnehmerländer auslädt. (Beifall AfD sowie vereinzelt BSW) Sportlicher Wettkampf lebt vom fairen Miteinander und nicht davon, dass politische Maßstäbe darüber entscheiden, wer mitmachen darf, wer als Sportler Respekt erfährt und wer nicht. Die israelische Judoka bleibt Mensch und Sportler, auch wenn im Gazastreifen Unrecht geschieht, und der russische Turner bleibt ebenso Mensch und Sportler, auch wenn die russische Armee in der Ukraine Kriegsverbrechen begeht. Deutschland und auch Brandenburg sollten daher darauf hinwirken, dass die politische Instrumentalisierung des Sports auf internationaler Ebene ein Ende hat. Der Sport muss Brücke sein, kein politisches Werkzeug! (Beifall AfD) Brandenburg hat dabei die Chance, mehr als nur Kulisse für Berliner Ambitionen zu sein. Wir können die Gelegenheit nutzen, Sportstätten zu ertüchtigen, Jung und Alt für den Sport zu begeistern, und auch als Tourismusregion kann Brandenburg kurz-, aber auch mittelfristig profitieren. Darum unterstützen wir diesen Antrag mit dem klaren Wunsch, dass er nicht nur ein symbolischer Schulterschluss zwischen Berlin und Brandenburg bleibt, sondern der Auftakt für eine echte sportpolitische Wende ist – für eine Wende wieder hin zur Spitzenklasse, zu internationaler Wettbewerbsfähigkeit, zu einer Wertschätzung des Sports im Sinne unserer Athleten, im Sinne unserer Jugend und im Sinne unseres Landes. Leistung ist nichts, wofür man sich schämen muss. Im Gegenteil: Wer leistet, verdient Respekt – in allen Lebensbereichen, aber auch und insbesondere im Sport. Die olympische Idee erinnert uns daran. Deshalb unterstützen wir diese Bewerbung. Machen wir daraus ein echtes Bekenntnis zum Sport – in Brandenburg, in Berlin und in ganz Deutschland! – Ich danke Ihnen. (Beifall AfD sowie vereinzelt BSW) 2025 95
