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Björn Lüttmann

SPD 27.03.2025 Sitzungen 8/11

Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Heute Morgen haben wir hier über den 80. Jahrestag des Kriegsendes gesprochen, und erst vor wenigen Tagen – Frau Kollegin Walter-Mundt hat es gerade erwähnt – haben wir in Oranienburg auch des 80. Jahrestags der schwersten Bombardierung von Oranienburg gedacht. Nicht wenige Teilnehmende dieses Gedenkens fühlten dabei besondere Beklommenheit, weil nur wenige Hundert Kilometer, knapp 1 000 Kilometer von uns entfernt, wieder ein Krieg tobt. Lange 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges hat Oranienburg wie keine andere deutsche Stadt mit tödlichen Kriegsaltlasten zu kämpfen. Rund 20 000 Bomben wurden über Oranienburg abgeworfen, allein knapp 6 000 an jenem 15. März 1945, kurz vor Kriegsende. Das Perfide: Viele dieser Bomben waren mit chemischen Langzeitzündern ausgestattet, die Stunden oder Tage später explodieren sollten. Viele explodierten auch, aber bei einigen funktionierte dieser Mechanismus nicht. Sie liegen bis heute im Oranienburger Boden und sind nach wie vor scharf. Genau darin besteht die besondere Dramatik, das Besondere der Situation Oranienburgs: dass viele dieser scharfen Langzeitzünderbomben immer noch in unserem Boden liegen. Die chemischen Zünder zersetzen sich zunehmend selbst, und mit jedem Tag steigt die Gefahr einer Selbstentzündung. Um es einmal deutlich zu sagen: Jeden Tag droht eine Bombe in Oranienburgs Innenstadt zu explodieren und Menschen zu verletzen oder gar zu töten.

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