Jan Redmann
Frau Kollegin Graßmel, ganz ehrlich: Wenn Sie als Familienpolitikerin hier nach vorn gegangen wären und gesagt hätten, Sie sehen die Notwendigkeit, Sie setzen sich für dieses Programm ein und Sie werden im Rahmen der Haushaltsverhandlungen für dieses Programm kämpfen, dann wäre das eine seriöse Position gewesen, gegen die hier auch niemand etwas gesagt hätte. Das wäre total in Ordnung gewesen, und ich wäre hier nicht ans Pult getreten. Aber wenn Sie hier ans Pult treten und sagen, es handele sich nur um eine kleine Minderheit, und die Kosten von einigen Tausend Euro für neu entstehendes Leben seien möglicherweise zu hoch, wenn Sie sagen, der Personenkreis, der bisher erfasst ist, sei zu klein, und deshalb machen Sie lieber gar nichts für niemanden, dann ist das einfach eine Schieflage in Ihrer Argumentation, die mich vermuten lässt, dass Sie als Familienpolitikerin für dieses Programm noch nicht einmal kämpfen. Schauen Sie sich doch mal um im Land! Tausende Krippenplätze in den Kitas in Potsdam und in vielen anderen Landkreisen sind gerade frei, weil die Geburtenrate so einbricht. Wir brauchen doch mehr Kinder – und Familien, die Kinder haben wollen, verdienen doch jede Unterstützung! Dass Sie da sagen, der Personenkreis sei eine zu kleine Minderheit, als dass Sie sich dafür einsetzen wollen, und Ihnen seien Kosten von wenigen Tausend Euro viel zu hoch, lässt mich daran zweifeln, dass Sie es mit Ihrem Fachbereich ernst meinen, und es lässt mich daran zweifeln, dass Sie die Prioritäten richtig setzen. Das ist bei diesem wichtigen Thema einfach nur traurig. (Beifall CDU und AfD)
