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Ulrike Liedtke

27.03.2025 Sitzungen 8/11

Vielen Dank. – Für die Landesregierung antwortet Herr Staatssekretär Fischer. Hendrik Fischer (Staatssekretär im Ministerium für Bildung, Jugend und Sport): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Abgeordnete, die Zeitzeugenarbeit hat einen sehr hohen Stellenwert in den Brandenburger Schulen. Die Einbeziehung von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen in den Unterricht vertieft das historische Verstehen. Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen machen Geschichte für Schülerinnen und Schüler greifbar und ermöglichen ihnen einen persönlichen Zugang – so auch im Fall von Zeitzeugenschaft der SED-Diktatur. Sowohl im Rahmenlehrplan für die Jahrgangsstufen 1 bis 10 als auch im Fachteil des Rahmenlehrplans für die gymnasiale Oberstufe gehört im Fach Geschichte deshalb die Auseinandersetzung mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zum methodischen Kompetenzerwerb, ist also in den Lehrplänen entsprechend enthalten. In welchem Umfang und in welchem Format diese Auseinandersetzung in der konkreten Unterrichtsgestaltung erfolgt, liegt allerdings bei der jeweiligen Schule bzw. der entsprechenden Lehrkraft. Die Schulen entscheiden im Rahmen ihrer Selbstständigkeit über die Planung, Organisation und Durchführung von Zeitzeugengesprächen im Unterricht. Das heißt also, die Möglichkeit, dies zu tun, ist über diese Regelung gegeben, aber eine Verpflichtung, wie sie aus den Worten von Frau Zupke ja ein bisschen herausgelesen werden kann, ist da nicht enthalten. Für uns ist sowieso sehr wichtig, dass sich die Schülerinnen und Schüler einerseits so weit wie möglich mit der früheren Lebenssituation der Zeitzeugen vertraut machen. Andererseits muss ihnen aber auch das allgemeine historische Umfeld, in das diese Situation eingebettet war, bekannt sein. Das Zeitzeugeninterview sollte daher im Unterricht auf jeden Fall gründlichst vorbereitet, dokumentiert und dann auch wieder ausgewertet werden. Zeitzeugen sind unbestritten wichtige Quellen. Sie erzählen nicht Geschichte, wie sie wirklich war, sondern vermitteln einen ganz persönlichen Eindruck, der sich in dieses Bild entsprechend einpassen muss. Sie schildern das vor dem Hintergrund ihrer persönlichen Sichtweise, ihrer Alltagserfahrungen und natürlich atmosphärischer Eindrücke. Gerade diese subjektive Qualität macht die Auskünfte von Zeitzeugen im schulischen Kontext aber so interessant. Insgesamt sehen wir also keine Verpflichtung im Sinne von Frau Zupke. Wir haben aber großes Vertrauen, dass unsere Lehrkräfte das im Unterricht so einsetzen, dass es einen Punkt bringt.

Alle Reden von Ulrike Liedtke Protokoll ↗