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Britta Müller

26.03.2025 Sitzungen 8/10

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Heute stehen wir gemeinsam vor einer großen Chance. Wir können das Leben vieler pflegebedürftiger Menschen und ihrer Familien spürbar verbessern. Es geht um mehr als um bloße Unterstützung; es geht um Würde, Teilhabe und ein soziales Miteinander. Wir haben die Möglichkeit, bürokratische Hürden abzubauen und Mitmenschlichkeit aktiv zu fördern. Dass wir dabei parteiübergreifend an einem Strang ziehen, zeigt, wie wichtig dieses Anliegen ist. Schon am 12. Februar 2025 habe ich im Ausschuss für Gesundheit und Soziales angekündigt, dass meine Abteilung die Landesverordnung ändern wird, um Einzelpersonen als Nachbarschaftshelferinnen und Nachbarschaftshelfer anzuerkennen. Wir handeln also entschlossen und unabhängig von bundespolitischen Entwicklungen. Was zählt, ist, dass unsere Hilfe dort ankommt, wo sie gebraucht wird: direkt bei den Menschen. Sie unterstützen also mit den vorliegenden Anträgen meine Initiative, worüber ich mich sehr freue. Denn es geht um mehr als um politische Profilierung. Es geht um Menschen, um Familien, um unser soziales Miteinander. Pflegebedürftige Menschen benötigen mehr als medizinische Versorgung. Es geht um ganz alltägliche Unterstützung: um die Begleitung beim Einkaufen und beim Gang zum Arzt, um Unterstützung bei der Erledigung von Papierkram oder einfach um ein wenig Gesellschaft beim Spazierengehen. Diese Aufgaben sollten nicht allein auf den Schultern der Angehörigen lasten. Unsere Gesellschaft muss hier zusammenstehen, und genau dafür setzen wir uns ein. Dabei verfügt Brandenburg bereits über eine gut ausgebaute Struktur von alltagsunterstützenden Angeboten. Mehr als 31 500 pflegebedürftige Menschen haben diese Hilfen im vergangenen Jahr genutzt. Doch der Bedarf ist größer, denn nicht alle finden eine passende Unterstützung. Ein Grund dafür sind die hohen Hürden vor der Anerkennung solcher Angebote. In der Nachbarschaft gibt es viele Menschen, die helfen wollen – regelmäßig, zuverlässig, direkt vor Ort. Meine Damen und Herren! Stellen Sie sich Frau Schneider vor. Sie ist 82 Jahre alt, lebt allein in ihrer Wohnung … (Zurufe: Frau Schneider? – Björn Lüttmann [SPD]: So alt ist sie aber nicht! – Vereinzelt Heiterkeit) Sie ist 82 Jahre alt und lebt allein in einer Wohnung, die sie seit über 40 Jahren bewohnt. Ihre Kinder leben weit weg. Ihre Mobilität ist eingeschränkt und der Alltag fällt ihr zunehmend schwer. Ein Gang zum Arzt ist für sie eine logistische Herausforderung. Der Einkauf wird zur Katastrophe. Was ihr fehlt, ist nicht nur Unterstützung, sondern auch Gesellschaft. Hier kommt Herr Meier ins Spiel, ihr Nachbar von gegenüber. Er hat Zeit, Lust zu helfen und kennt Frau Schneider seit vielen Jahren vom Hausflur. Er begleitet sie zum Arzt, erledigt kleine Besorgungen mit ihr, hilft beim Öffnen von amtlicher Post, und manchmal trinken sie auch einfach nur einen Kaffee miteinander. Das ist Nachbarschaftshilfe, Hilfe, die mit dem Entlastungsbetrag der Pflegeversicherung in Höhe von aktuell 131 Euro im Monat unterstützt werden kann. Und mit der Anerkennung als alltagsunterstützendes Angebot erhalten engagierte Bürgerinnen und Bürger wie Herr Meier dann die Möglichkeit, ihre Hilfe unkompliziert und gezielt anzubieten. Ein einfacher Zugang und eine kompakte Schulung sorgen für qualitativ hochwertige und verlässliche Unterstützung. So entsteht eine nachhaltige Struktur, die das Leben pflegebedürftiger Menschen wie Frau Schneider erleichtert und das soziale Miteinander stärkt. „Helfen ist machbar, Herr Nachbar! Helfen macht Sinn, Frau Nachbarin!“, das ist der Slogan der Nachbarschaftshilfe in NRW, aber bald auch in Brandenburg. – Ich danke Ihnen. (Beifall BSW, SPD und CDU)

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