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Jan Redmann

CDU 27.02.2025 Sitzungen 8/8

Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Penquitt, Sie haben den Film „Chantal im Märchenland“ erwähnt. Bei Ihrer Rede habe ich mich ein wenig wie Chantal im Märchenland gefühlt. Wie können Sie über die Filmförderung in Berlin-Brandenburg sprechen, ohne zu erwähnen, in welch bescheidener Situation die Branche gegenwärtig ist? Die Situation ist dramatisch. Um nur einige Zahlen zu nennen: Der Marktanteil deutscher Filme in den Kinos hierzulande erreichte 2024 einen Tiefpunkt. 2020 waren noch 35 % der Filme in deutschen Kinos aus unserer Produktion, 2022 waren es noch 27 % und 2024 nur noch 20 %. Drehorte wie das Studio Babelsberg sind nicht ausgelastet. Große Produktionen wie „Im Westen nichts Neues“ gehen ins Ausland. In einer Umfrage unter Filmproduzenten im Dezember 2024 kündigten 70 % – 70 %, Herr Kollege Penquitt! – an, ihre Produktion im kommenden Jahr ins Ausland zu verlagern, wenn keine echte Reform der Filmförderung kommt. Wie in vielen anderen Bereichen muss Deutschland auch als Filmproduktionsstandort endlich wieder konkurrenzfähig werden. Das hat die SPD-geführte Bundesregierung in den letzten drei Jahren versäumt. Das ist die Wahrheit. (Beifall CDU) Aber nicht nur auf der Bundesebene, sondern auch in Brandenburg braucht es eine andere Herangehensweise. Mit fast 27 Millionen Euro Filmförderung im Jahr 2024 wurde bereits ein erheblicher Betrag bereitgestellt. Doch statt eine langfristige Perspektive für Brandenburg zu schaffen, werden vor allem kurzfristige Effekte herangezogen, um diese Gelder zu rechtfertigen. Die Koalition fordert mehr Geld für eine Branche, die bereits hohe Fördersummen erhält, ohne klar aufzuzeigen, wie Brandenburg konkret davon profitieren soll. Es braucht eine Standortstrategie, die Brandenburg als Produktions- und Innovationsstandort stärkt. Doch dazu findet sich in Ihrem Antrag wenig Konkretes. Die Koalition will das Medienboard Berlin-Brandenburg weiterentwickeln. Aber in welche Richtung wollen Sie es denn, bitte schön, weiterentwickeln? Vielleicht kann ja der Minister dazu gleich noch etwas konkreter werden. Meine Damen und Herren, Ihr Antrag ist sicherlich nicht falsch. Aber er thematisiert die großen strukturellen Probleme der Filmbranche nicht – so, wie es eigentlich geboten wäre, wenn man sich mit dem Thema vertraut gemacht hätte, Herr Kollege Penquitt. Wenn wir die Film- und Medienwirtschaft als starke Säule der Brandenburger Wirtschaft erhalten wollen, braucht es erheblich mehr Anstrengungen. Ich bin dem Kollegen Simon dankbar, dass er für die Koalition etwas mehr Realismus hat walten lassen. – Vielen Dank. (Beifall CDU)

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