landtag.brandenburg.de ↗

Ulrike Liedtke

27.02.2025 Sitzungen 8/8

Vielen Dank. – Für die Landesregierung antwortet Frau Ministerin Dr. Schüle, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur. Bitte schön. Dr. Manja Schüle (Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Sehr geehrte Frau Abgeordnete Hildebrandt, Sie haben völlig recht: Der Brandenburgische Kunstpreis bietet für die zeitgenössische Kunst in unserem Land eine der wichtigsten Bühnen. Für all diejenigen, die mit diesem Kunstpreis vielleicht nicht jährlich zu tun haben: Mit diesem Preis werden herausragende Künstlerinnen und Künstler aus den Bereichen Malerei, Grafik, Plastik und Fotografie ausgezeichnet. Zudem ehrt der Ministerpräsident für ein Lebenswerk, und mein Ministerium fördert ein kreatives Nachwuchstalent. Solche Auszeichnungen sind mit ihrer überregionalen Bedeutung, vor allen Dingen aber mit der Medienberichterstattung darüber für künstlerische Lebensläufe außerordentlich wichtig. An dieser Auffassung hat sich nichts geändert, ganz im Gegenteil. Das Märkische Medienhaus stellte die Vergabe dieses Preises Ende 2023 ein. An dieser Stelle geht noch einmal ein ganz herzlicher Dank an das Märkische Medienhaus dafür, dass es 20 Jahre lang die Förderung übernommen hat. Der Vorsitzende der Jury, Frank Mangelsdorf, und seine Kollegen haben sich mit einer irren Leidenschaft und sehr viel Geld engagiert; deswegen hieß dieser Preis auch „MOZ-Kunstpreis“. Als das Märkische Medienhaus Ende 2023 nach 20 Jahren ausstieg, ist das Land eingesprungen, um den Preis zu retten, und hat die Vergabe gemeinsam mit der Stiftung Schloss Neuhardenberg in Trägerschaft übernommen. Diese Übernahme erfordert es aber, dass die Mittel für den Kunstpreis regelhaft in den Landeshaushalt aufzunehmen sind. Dies war angesichts der Wahl und der vorläufigen Haushaltsführung, die mittlerweile stattfindet, leider nicht möglich. Um das Verfahren konkret zu verdeutlichen: Im vergangenen Jahr gab es 347 Einreichungen. Es handelt sich um ein zweistufiges Juryverfahren. Es ist nicht nur so, dass ein Preis verliehen wird, sondern es findet auch eine Ausstellung für all diejenigen statt, die im Rahmen des Juryverfahrens aufgrund ihrer exzellenten künstlerischen Güte ausgewählt worden sind. Mit diesem ganzen Verfahren sind auch zahlreiche Vorlaufarbeiten verbunden; Aufgaben und Aufträge sind zu vergeben. Angesichts der beschriebenen Umstände ist das diesmal nicht realisierbar gewesen. Das ist der Grund, warum wir dieses Jahr aussetzen mussten. Das gilt übrigens genauso für den Brandenburgischen Wissenschaftspreis und den Denkmalpflegepreis. Die vorläufige Haushaltsführung ist also in der Tat der Grund, nach dem Sie gefragt haben. Das ist mit Sicherheit keine Absage an die großartigen Künstlerinnen und Künstler in unserem Land und auch nicht an den Kunstpreis, dessen Vergabe wir fortführen wollen.

Alle Reden von Ulrike Liedtke Protokoll ↗