Katja Poschmann
Herr Kaufner, Sie haben gezielt gefragt, in welchem Bereich in der Grundschule digitale Lehrwerkzeuge hilfreich sein können. Ich empfehle Ihnen, sich einmal besonders im Bereich Mathematik damit zu beschäftigen, wie die Auswertung aussieht, wenn man ergänzend – selbstverständlich ergänzend! – zum analogen Lernen Mathematikanwendungen nutzt. Man kann dann genau sehen: Wie viele Schüler haben länger gebraucht, um diese Aufgabe zu lösen? Wo muss ich noch einmal genauer ansetzen? Das sieht man einfach nicht, wenn alle analog die Zettel abgegeben und alle das gleiche Ergebnis haben. Da hat man dann überhaupt keine Reflexion darüber, wie lange die Kinder gebraucht haben, welche Kinder vielleicht noch Unterstützung brauchen. Da ist das sehr wohl hilfreich. Ich muss wirklich sagen: Jedes Mal, wenn wir diese Debatte führen, ist es so: schwarz oder weiß. Das ist doch Quatsch! Zeigen Sie mir eine Grundschule in Brandenburg, wo das Handy auf dem Tisch liegt. So ein Quatsch! Das gibt es einfach nicht. Unsere Lehrkräfte haben das sehr wohl im Griff. Wir sprechen uns dafür aus, eben nicht generelle Verbote auszusprechen, sondern es genau so zu gestalten, wie es mit Blick auf die Förderung durch die Pädagogen als am besten eingeschätzt wird. Verbote würden das alles nicht mehr möglich machen; das muss ich Ihnen sagen. – Ich bin sehr dankbar für die erneute Redezeit. Weil Sie über den Schutz von jungen Menschen sprechen: Ich war schon erstaunt, dass ich in dieser Woche eine Rüge der Kommission für Jugendmedienschutz lesen musste. – Sie grinsen schon, weil Sie wahrscheinlich wissen, was ich meine. Es ist Ihre Partei, es ist Ihre Fraktion, die dort gerügt worden ist, weil Sie Clips ins Internet stellen, die entwicklungsschädigend für junge Menschen sind. (Beifall SPD und BSW – Gelächter bei der AfD) Da sage ich Ihnen: Das ist einfach wenig glaubhaft. – Vielen Dank. (Torsten Arndt [AfD]: Was ist denn mit Ihnen los?) 2025 53
