Frank-Christian Hansel
Ich bedanke mich, Frau Präsidentin! – Meine Damen und Herren! Die beiden Linksaußenparteien beantragen, Berlin möge die Bewerbung für den World Pride 2032 unterstützen. Der Senat soll politisch, organisatorisch, infrastrukturell, sicherheitsrelevant und gegebenenfalls auch finanziell tätig werden. Man kann zu dieser Veranstaltung stehen, wie man will; Berlin ist eine freie Stadt. Demonstrationsfreiheit, Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit – all das gilt selbstverständlich. Auch der CSD kann sich natürlich bewerben, organisieren, werben und Sponsoren suchen. Ich habe viele CSDs jahrelange mitgemacht und mitgefeiert, nur: Viele Schwule und Lesben sehen es heute so, dass diese Veranstaltung von der queeren und woken Linken politisch gekapert worden ist, und viele haben darauf auch gar keine Lust mehr. Das ist der Unterschied. [Beifall bei der AfD] Der Punkt ist daher: Warum soll der Berliner Senat dieses Projekt politisch adeln und haushälterisch flankieren, wenn dieselben Parteien, Grüne und Linke, eine Olympiabewerbung Berlins ablehnen? [Zuruf von Tobias Schulze (LINKE)] Grüne und Linke, die bei Olympia sofort von Kostenrisiken, Überforderung, falschen Prioritäten und maroden Sportstätten sprechen, verlangen hier eine politische Vorfestlegung zugunsten eines identitätspolitischen Großereignisses, und genau daran sieht man, worum es geht: Es geht ihnen nicht um Berlin als Ganzes, es geht nicht um Stadtrendite, [Zuruf von Carsten Schatz (LINKE)] es geht nicht um internationale Infrastrukturimpulse, nicht um Sportstätten, nicht um Verkehr, nicht um Tourismus, [Carsten Schatz (LINKE): Mann, Mann, Mann!] nicht um dauerhafte Standortwirkung für die ganze Stadt, es geht um Klientelpolitik, um Symbolpolitik, [Beifall bei der AfD] und es geht um Identitätspolitik, die wir ablehnen. Bei Olympia, einem Weltereignis mit wirtschaftlicher, sportlicher und infrastruktureller Ausstrahlung – – [Tobias Schulze (LINKE): Sind Sie eigentlich queerpolitischer Sprecher?] – Wir brauchen keinen queerpolitischen Sprecher, denn Schwule und Lesben haben Rechte in diesem Land, das ist auch gut so, und keiner will das ändern; wir schon mal gar nicht, denn wir leben frei in dieser Stadt, aber Ihr Gerede von Vielfalt ist Heuchelei, solange die AfD auf dem Motzstraßenfest wieder verboten ist. [Beifall bei der AfD – Zuruf von der AfD: Bravo!] Sie reden von Vielfalt und meinen wieder eure linke Truppe, aber wir haben ganz andere Leute. [Tobias Schulze (LINKE): Aber Sie brauchen einen queerpolitischen Sprecher, sonst können Sie hier gar nicht sprechen!] – Wir können auch bürgerlich schwul leben. Wir brauchen euer Gequassel überhaupt nicht. [Beifall bei der AfD] Das mal zu sagen, reicht eigentlich auch. Das Wichtigste ist gesagt. [Dr. Klaus Lederer (LINKE): Dieses Rumgeopfere!] – Herr Lederer! Sie haben doch Ihr Schlusswort gehabt, ist doch auch schön. Ich wünsche Ihnen alles Gute! Ich werde bleiben. [Beifall bei der AfD]
