Harald Laatsch
Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Sehr geehrte Kollegen! Liebe Berliner! Als ich diesen Antrag sah, da hatte ich Schnappatmung und das aus zweierlei Gründen. Der erste ist: Ich hätte dieser Koalition nicht zugetraut, dass sie noch etwas zustande bringt, was den Berlinern nutzt. [Dr. Ersin Nas (CDU): Hahaha, Herr Laatsch!] Der zweite ist: Der zweite Grund ist die Dreistigkeit, wie die Koalition ihr Fähnchen kurz vor der Wahl in den AfD-Wind hält. [Beifall bei der AfD] Die Geschichte geht folgendermaßen: Im Bauausschuss ‒ es ist wenige Wochen her ‒ ging es um Wohnen bei den Landeseigenen, und ich kritisierte, dass die Landeseigenen de facto weder bessere Preise noch einen besseren Service bieten. Wir kennen alle den Running Gag vom ausgefallenen Aufzug bei Gewobag und degewo. Nicht so witzig ist, dass es sogar schon einen Toten gab. Im 18. Stock verstarb ein herzkranker Rentner kurz vor Erreichen seiner Wohnung. Ich reklamierte, dass es doch nicht sein kann, dass Aufzüge in Hochhäusern über Monate nicht funktionieren und man alte Leute in zehnten oder noch höheren Stockwerken in ihren Wohnungen verzweifeln lässt. [Carsten Ubbelohde (AfD): Hört, hört!] Die Erklärung des LWU-Sprechers und des Senators waren hanebüchen. Der Senator hatte sogar die Chuzpe, mich auszulachen, was er jetzt gerade wieder versucht. Reparaturen und Dienstleistungen seien ausgesourct; das machen Unternehmen, die die Aufträge ausführen, und die hätten für so alte Aufzüge keine Ersatzteile auf Lager. Die Frage, ob man bei Aufzügen, die 50 oder 60 Jahre alt sind, keine Lagerhaltung an Verschleißteilen betreibe, löste das gleiche Grinsen aus, nicht wahr, Herr Senator? Auf die Frage, warum Kleinreparaturen an Wasserhähnen et cetera outgesourct würden, die ein Hausmeister auf die Schnelle erledigen könnte, ob den Herrschaften nicht klar sei, dass es etwas ganz anderes ist, ob man sich um was Eigenes mit Hingabe und Liebe kümmert oder ob irgendein Auftragnehmer einen Auftrag erhält und den nach Wirtschaftlichkeit abarbeitet, gab es die gleiche Reaktion. Ich hätte wissen müssen, dass Berliner Sozialisten keine Ahnung haben, wie es ist, sich um etwas Eigenes zu kümmern. Solche tollen Manager ‒ oder sollte ich sagen: hilflosen Achselzucker ‒ regieren über den gewaltigen 100-Milliarden-Wert von 400 000 Wohnungen. Jeder Dorfsheriff könnte das besser. Und jetzt liegt das hier vor, ein Antrag, für den man keine 150 Abgeordneten braucht. Das ist Tagesgeschäft eines Bestandshalters, so simpel ist das. Den Antrag, lieber Herr Nas, der CDU, hätte es nicht gebraucht, um mal mit Ihren Worten zu reden. Ich sage nur: Junge, seid ihr peinlich, aber irgendwie habt ihr es ja doch noch begriffen. Jetzt müsst ihr es noch umsetzen. Und daran habe ich große Zweifel. Ihr kriegt ja nichts gebacken. Also Berliner: Gleich AfD wählen, dann klappt es auch mit dem Hausmeister. [Beifall bei der AfD]
