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Dr. Stefan Taschner

GRÜNE 04.06.2026 Sitzungen 19/87

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ganz prominent an erster Stelle im Koalitionsvertrag steht, der illegale Welpenhandel soll bekämpft werden. Das klingt gut. Das klingt entschlossen. Aber wie wir alle wissen, ist Papier eben auch geduldig, und leider zeigt sich auch wieder mal hier, zwischen Ankündigung und tatsächlichem Handeln können ganze Welten liegen. Frau Senatorin! Ich nehme Ihnen ja wirklich ab, dass Sie dieses Tierleid nicht gleichgültig lässt und dass Sie den illegalen Welpenhandel bekämpfen wollen und sich engagieren, denn wer diese Zustände sieht, der kann doch auch gar nicht anders. Aber gute Absichten reichen einfach nicht aus. Frau Senatorin, Sie müssen sich auch daran messen lassen, was konkret erreicht worden ist, und wenn ich auf Ihren Zuständigkeitsbereich schaue, was hier in Berlin passiert, dann lautet die ehrliche Antwort: zu wenig – , denn sonst bräuchte es unseren Antrag ja auch nicht. Mit dem Berliner Hundegesetz haben wir zwar die Möglichkeit geschaffen, gegen den illegalen Welpenhandel vorzugehen und ihn auch einzudämmen, aber trotzdem können leider bis heute immer noch Hunde aus zweifelhaften Quellen und damit eben ganz oft aus dem illegalen Welpenhandel ganz offiziell im Hunderegister angemeldet werden. Genau diese Lücke wollen wir mit unserem Antrag schließen. Dabei geht es um eine einfache Maßnahme, einen verpflichtenden Herkunftsnachweis bei der Anmeldung von Hunden. Das ist kein Bürokratiemonster, kein riesiger Verwaltungsaufwand, sondern ein zusätzlicher, aber enorm wichtiger Stein im Getriebe eines skrupellosen Geschäftsmodells, das wirklich immer auf Tierleid basiert. [Vereinzelter Beifall bei den GRÜNEN] Mutterhunde werden als Gebärmaschinen missbraucht. Sie leben unter katastrophalen Bedingungen, ohne Auslauf, ohne Fürsorge, ohne ein artgerechtes Leben. Die Welpen werden viel zu früh von ihren Muttertieren getrennt, oft krank, ungeimpften und mit Parasiten verkauft. Die Bilder, die man dabei zu sehen bekommt, sind einfach unerträglich. Unser Antrag wird den illegalen Welpenhandel nicht vollständig beseitigen – da machen wir uns auch gar nichts vor; das behauptet auch keiner – , denn die kriminelle Energie der Täter, die diese Hunde ausnutzen, ist dafür viel zu groß. Aber wir dürfen auch nicht tatenlos zusehen, sondern müssen tun, was wir tun können. Mit dem verpflichtenden Herkunftsnachweis schaffen wir mehr Transparenz. Wir erschweren illegale Handelswege. Wir geben den Behörden ein zusätzliches Instrument an die Hand, gegen den illegalen Welpenhandel vorzugehen. Moderne digitale Verfahren können dabei unterstützen, ohne unverhältnismäßige Bürokratie zu erzeugen. [Beifall bei den GRÜNEN – Vereinzelter Beifall bei der LINKEN] Ein Hund ist eben keine Handelsware, sondern ein Lebewesen. Wir als Politik haben die Pflicht, die Bedingungen zu schaffen, damit Tiere nicht Opfer eines skrupellosen Geschäftsmodells werden und kein unvorstellbares Leid bei den Tieren erzeugt wird. – Vielen Dank! [Beifall bei den GRÜNEN und der LINKEN]

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