Christian Gaebler
Vielen Dank, Frau Präsidentin! – Meine Damen und Herren Abgeordnete! Frau Abgeordnete Aydin! Bevor ich auf den Stand der Umsetzung bei der Gewobag eingehe, erlauben Sie mir noch kurz ein paar Worte zur Entwicklung der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften und zu den damit verbundenen Herausforderungen. Die Entwicklung der vergangenen zehn Jahre konnte sich sehen lassen. Die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften verfügen heute über mehr als 404 000 Wohnungen. Zum Ende des Jahres werden es 412 454 Wohnungen sein. Das ist in zehn Jahren ein Zuwachs um rund 100 000 Wohnungen oder 32 Prozent. Dieses Wachstum ist das Ergebnis erheblicher Investitionen. Die landeseigenen Gesellschaften haben insgesamt 23,6 Milliarden Euro in die Erweiterung, Instandsetzung und Modernisierung ihrer Bestände investiert, davon allein 15,3 Milliarden Euro im Neubau. Zahlreiche Wohnungsbestände, darunter auch Großwohnsiedlungen, wurden erworben, um bezahlbaren Wohnraum dauerhaft zu sichern. Mit dem starken Wachstum sind dann natürlich auch die Anforderungen an Bewirtschaftung, Instandhaltung und Service gestiegen, und trotz der in Befragungen festgestellten hohen Zufriedenheit der Mieterinnen und Mieter der landeseigenen Wohnungsunternehmen stellen wir fest, dass es nicht in allen Beständen so läuft, wie wir uns das vorstellen, und dass Zustände auftreten, die weder für die Mieterinnen und Mieter noch für das jeweilige Unternehmen zufriedenstellend sind. Der Senat hat deshalb mit den landeseigenen Unternehmen daran gearbeitet, Servicequalität und Präsenz in den Quartieren weiter zu stärken. Es gibt einen parlamentarischen Antrag, der heute auch noch auf der Tagesordnung steht und zu dem es eine Anhörung im Ausschuss gab. Das ist von Gesellschaft zu Gesellschaft unterschiedlich, was es dort an Themen gibt, die anzupacken sind. Bei der Gewobag ist als eines der Hauptprobleme, der strukturellen Probleme die Auslagerung der Hauswartdienste festgestellt worden. Die Gewobag hat diese Zielsetzung aufgegriffen und die Entscheidung getroffen, die zuvor ausgelagerten Hauswartdienstleistungen wieder zurückzuholen. Mit der HausWart Plus Servicegesellschaft werden die Hauswartdienste künftig wieder von eigenen Beschäftigten erbracht. Ziel ist es, die Ansprechbarkeit vor Ort zu verbessern, die Servicequalität für Mieterinnen und Mieter und natürlich auch die Verbundenheit der Mitarbeitenden mit ihrem Unternehmen weiter zu erhöhen und den Bedarf, sozusagen selbst dafür zu sorgen, dass alles ordentlich läuft, zu erhöhen. Die Umsetzung erfolgt seit Juli 2025 schrittweise. Zunächst startete die HausWart Plus in mehreren Pilotquartieren in Reinickendorf, Spandau und Pankow. Im Dezember übernahm die Gesellschaft dann die Betreuung aller Neubauten, und im Februar begann eine Recruitingkampagne. Seit April werden die künftigen Hauswartstützpunkte eingerichtet. Ab Mai wurden Wohnungen in Tempelhof-Schöneberg, Lichtenberg und in Teilen von Charlottenburg einbezogen, und ab 1. Juni soll wirklich der gesamte Gewobag-Bestand wieder mit eigenen Hauswartdiensten betreut werden – das heißt dann, 174 Hauswarte, die dort beschäftigt sind, in über 27 Hauswartstützpunkten. Künftig sollen rund 42 500 Routen jährlich geplant und etwa 1,3 Millionen Regelaufgaben pro Jahr erledigt werden, um auch mal die Dimensionen des Ganzen deutlich zu machen. Das heißt, montags bis freitags von 7 bis 15.15 Uhr sind sie im Quartier auf jeden Fall präsent und erreichbar. Zusätzlich ist eine Rufbereitschaft vorgesehen. Wir sehen bei der GESOBAU tatsächlich auch das Erfordernis, strukturelle Maßnahmen nicht nur bei den Hauswartdienstleistungen, sondern auch in der eigenen internen Organisation zu sehen, Verantwortlichkeiten besser zu klären, die vorhandene Kompetenz auf allen Ebenen zu überprüfen und dann gegebenenfalls dort auch Neuaufstellungen vorzunehmen.
