Dennis Buchner
Nein, danke! – Liebe Linke! Es geht allein um die Frage, ob Sport in Berlin für einige Jahre ein Schwerpunkt sein soll. Eure Antwort an den Sport in Berlin ist klar: Nein! [Zurufe von der LINKEN] Die Antwort der Kolleginnen und Kollegen der Grünen ist aber noch bemerkenswerter. Die Grünen in allen Bewerberstädten brennen für die Spiele und unterstützen die Bewerbung. Sie regieren dort alle mit. Auch die Grünen im Deutschen Bundestag haben als Oppositionspartei die Bewerbung unterstützt. [Frank-Christian Hansel (AfD): Hört, hört!] Ihr sagt, im Prinzip sind Olympia und Paralympics eine tolle Idee, aber das soll gerne woanders stattfinden, denn in Berlin können wir das alles nicht und wollen das hier nicht haben. [Beifall bei den GRÜNEN] Der Auftritt von Werner Graf war unfassbar bemerkenswert, denn die Grünen haben sieben der letzten zehn Jahre diese Stadt mitregiert. Sie hatten die Verantwortung für den öffentlichen Nahverkehr, den Sie gerade kritisiert haben. Sieben Jahre lang, Frau Jarasch, Frau Günther! Und die Grünen regieren sämtliche Innenstadtbezirke. Sie stellen fünf Bezirksbürgermeisterinnen und Bezirksbürgermeister, so viele wie keine andere Partei in der ganzen Stadt. [Beifall bei der SPD, der CDU und der AfD – Zurufe von den GRÜNEN] Wenn es so wäre, dass Berlin das alles nicht kann, dann müsste man eigentlich Ihre Führungsfähigkeiten in Frage stellen, und dann wäre es höchste Zeit, dass wir die Grünen aus jeder Verantwortung für diese Stadt entlassen. [Beifall bei der SPD, der CDU und der AfD – Zuruf von Kristian Ronneburg (LINKE)] Herr Graf! Sie haben heute gezeigt, dass Sie schon als Dorfbürgermeister für Bullerbü eine Belastung wären. Für eine Weltmetropole wie Berlin wäre das eine Katastrophe. [Beifall bei der SPD, der CDU und der AfD] Ich kann euch, liebe Grüne, aber beruhigen. Wir sind nämlich gar nicht so schlecht, wie ihr Berlin als Opposition herbeireden wollt. Wir sind in ganz Deutschland die Stadt, in der mit Abstand die meisten großen Sportevents stattfinden. [Zuruf von Kristian Ronneburg (LINKE)] Nahezu alle olympischen Verbände wissen das, denn sie sind regelmäßig unsere Partner, wenn es um Veranstaltungen geht. Keine deutsche Stadt hat, insbesondere mit unseren Partnern im BERLIN+-Konzept, so viele Sport- und Veranstaltungshallen wie Berlin. 97 Prozent unserer Veranstaltungsstätten, die wir brauchen, stehen schon. Wenn es den Grünen also wirklich um Nachhaltigkeit gehen würde, dann müsste man sich klar für unser Konzept aussprechen, [Beifall bei der SPD und der CDU – Beifall von Frank Scheermesser (AfD)] denn die anderen Konzepte in Hamburg oder in München, die von den Grünen gestützt werden, hinterlassen einen weit größeren ökologischen Fußabdruck. Keine deutsche Stadt tut so viel für den Sport wie wir. Viele schauen auf unser Programm „Berlin hat Talent“, auf unsere drei Eliteschulen des Sports, auf unsere sechs Profisportvereine, die sich alle mit „Profivereine machen Schule“ für die Gesellschaft engagieren, die alle auch die Entwicklung des Frauensports vorantreiben. Im Übrigen schauen auch alle auf über 120 Bundesligavereine, die mit ihren Punktspielen jedes Wochenende Aushängeschilder in dieser Stadt sind, mit einer Bandbreite zwischen Schach und Rugby. [Beifall bei der SPD und der CDU] Keine deutsche Stadt befördert auch nur annähernd so viele Fahrgäste im ÖPNV. Keine deutsche Stadt bringt auch nur annähernd so viele Übernachtungsgäste unter. Keine deutsche Stadt hat im Moment ein so großes Wirtschaftswachstum wie Berlin. Und trotzdem sagen Sie, wir können das alles nicht. Ich habe es am Anfang gesagt: Es geht nicht um die Frage, ob die Spiele in Deutschland stattfinden, sondern es geht um die Frage, wo sie stattfinden sollen. Es geht um die Frage, ob über 5 Milliarden Euro Mittel des IOC und private Mittel am Ende in Berlin landen, bei unseren Hotels, Gastronomen, Caterern, Messebauern, Beschilderern, Taxifahrern, Einzelhändlern, oder ob andere profitieren. Und die Grünen in Berlin sagen: Nein, lasst doch lieber München oder Hamburg profitieren! – Es geht um die Frage, wo aus unseren eigenen Mitteln und aus Zuschüssen des Bundes in den nächsten Jahren in Veranstaltungshallen investiert werden kann, in unser Olympiastadion, in unser Velodrom, in unsere Sprunghalle, in unser Olympiaschwimmbad oder in unsere Max-Schmeling-Halle. 220 Millionen Euro extra! Grüne und Linke beantworten das: Nein, lasst uns das Geld lieber in Hamburg oder in München ausgeben! – Es geht um die Frage, wo aus unseren eigenen Mitteln und den Zuschüssen des Bundes in 80 Anlagen des Breitensports investiert wird, weil sie für die Spiele als Trainingsorte gebraucht werden. Nach unseren Planungen sind das 270 Millionen Euro. Grüne und Linke sagen heute: Nein, lasst uns das Geld lieber in Hamburg oder München ausgeben! – Es geht um die Frage, wo wir zusätzliches Geld für Verkehrsinfrastruktur und Barrierefreiheit haben. Sie sagen: Lieber in Hamburg und München! – Und es geht auch um die Frage, welche Stadt und Region in den nächsten zwei Jahrzehnten wirtschaftlich erfolgreich und touristisch interessant bleibt. Und auch da sagen Sie: Lieber Hamburg oder München! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Lassen Sie uns heute ein Zeichen setzen für die Faszination der größten Sportveranstaltung der Welt, die Chancen der allersten Paralympics in Deutschland, für neue Möglichkeiten in der Stadtentwicklung, einen neuen Aufbruch für den Sport und für einen gesellschaftlichen Stimmungsumschwung in unserem Land, wie wir ihn mit dem Sommermärchen 2006 schon einmal geschafft haben. [Zuruf von Vasili Franco (GRÜNE)] Berlin ist die Stadt der Freiheit, eine Weltmetropole, in der nahezu alle Nationen der Erde ohnehin vertreten sind. Lassen Sie uns die Chance nutzen, gemeinsam mit unseren Partnern ein starkes Signal in die Welt zu setzen. Hören wir auf, uns kleiner zu machen, als wir sind. Lassen Sie uns die Chance der Spiele nutzen, und stimmen Sie heute der Senatsvorlage und der Volksinitiative zu. – Herzlichen Dank! [Anhaltender Beifall bei der SPD und der CDU – Beifall bei der AfD]
