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Dennis Buchner

SPD 23.04.2026 Sitzungen 19/84

Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Gerade hat es jeder gesehen: Ich bin, glaube ich, näher am Olympiasieg in Marathon als Grüne und Linke an der Führungsverantwortung und an Visionen für diese Stadt. [Beifall bei der SPD und der CDU – Vereinzelter Beifall bei der AfD] Was Sie machen – – [Zurufe von der LINKEN] – Ich habe Ihnen ganz ruhig zugehört. Hören Sie mir doch auch einfach mal fünf Minuten zu! [Zuruf von den GRÜNEN: Lauf, Dennis, lauf! – Heiterkeit bei den GRÜNEN und der LINKEN] Was Sie machen, ist komplett unredlich. Den Menschen in dieser Stadt zu erzählen, dass eine Brücke, eine Straße oder eine Schule mehr saniert wird, wenn wir Olympia nicht ausrichten, ist unredlich. Den Menschen zu erzählen, dass auch nur 1 Euro mehr in den Sport fließen kann, wenn wir Olympia nicht ausrichten, ist ebenso unredlich. Nennen Sie mir doch mal eine Stadt, die sich bewusst gegen die Austragung von Olympischen Spielen entschieden hat, die danach mehr in ihre Sportinfrastruktur investiert hat! Das gibt es nicht. Was Sie die Menschen hier glauben machen möchten – dass es möglich ist, mehr für den Sport in Berlin zu tun, wenn wir Olympia nicht ausrichten – , ist einfach lächerlich. Stattdessen gibt es viele Beispiele, wo Olympia und Paralympics nennenswerten Impact hatten für die Sportentwicklung und für die Stadtentwicklung. Dazu gehören definitiv Barcelona, London, Sydney, Peking oder Paris. Wir haben schon gehört, die reine Durchführung der Olympischen Spiele kostet etwa 5 Milliarden Euro. Die zahlt allein das IOC aus Ticketerlösen und aus den Erlösen der Sponsoren. Das sind 5 Milliarden Euro, die ausgegeben werden zum Beispiel für die Unterbringung von Athletinnen und Athleten und von Funktionären, für die Verpflegung, für Veranstaltungen am Rande der Spiele, für Empfänge und Ähnliches. Das ist Geld, wo wir ganz konkret darüber entscheiden: Wollen wir, dass davon viel Geld in Berlin ausgegeben wird, oder wollen wir, dass es in Hamburg, in München, in Köln oder meinetwegen auch in Budapest oder in Istanbul ausgegeben wird? Es geht um die Frage: Bekommen wir 5 Milliarden Euro in Berlin ausgegeben für unsere Wirtschaft, für unsere wirtschaftliche Entwicklung? Es gibt in der Tat auch Ausgaben, die wir für die Infrastruktur in unserer Stadt investieren müssen, auch Berliner Geld. Da geht es um Fragen wie: Wie halten wir unsere sportliche Infrastruktur fit, etwa die Max-Schmeling-Halle, das Velodrom? [Steffen Zillich (LINKE): Kriegen wir jetzt das Bundesgeld oder nicht?] Es ist die Riesenchance, das Olympiabad fit zu bekommen für die Wettkämpfe, bei dem ich seit 15 Jahren hier in diesem Parlament darüber diskutiere, wo wir das Geld hernehmen, um es wieder zukunftstauglich zu machen. [Steffen Zillich (LINKE): Kriegen wir das Bundesgeld oder nicht?] – Lieber Steffen Zillich, hör doch einfach kurz zu! – Es ist im Übrigen auch die Riesenchance, ein Olympisches Dorf zu bauen mit zahlreichen Wohnungen, die wir hinterher nutzen können, auch das aus diesem Betrag. [Steffen Zillich (LINKE): Äh, nein? – Zuruf von Franziska Brychcy (LINKE)] Das ist die sogenannte Legacy, bei der wir hier darüber entscheiden: Bleibt dieses Geld in Berlin, nutzt es uns in Berlin, oder bleibt es in Hamburg, in Köln, in München oder in Budapest oder in Istanbul? [Beifall bei der SPD und der CDU – Zuruf von Steffen Zillich (LINKE)] Liebe Kolleginnen und Kollegen – und ich gucke insbesondere auf die Grünen! Die Grünen haben das verstanden, und zwar überall anders, nur nicht in Berlin. Ein grüner Oberbürgermeister in München, ein begeisterter Olympiabefürworter; ein grüner Oberbürgermeister hat in Kiel gewonnen, er war auch für Olympische Spiele. Und wenn Sie sich mal die Ergebnisse anschauen – – [Zurufe von Katrin Schmidberger (GRÜNE) und Danny Freymark (CDU) – Weitere Zurufe von den GRÜNEN] Wenn Sie sich die Ergebnisse mal anschauen, die Referenden, die es gegeben hat: Die Zustimmung für Olympische Spiele in Köln ist übrigens da besonders hoch gewesen, wo die Grünen besonders stark gewesen sind. Deswegen ist es so verwunderlich, dass die Grünen als einziger Verband hier nicht für das Interesse der Stadt kämpfen – [Vereinzelter Beifall bei der SPD – Beifall bei der CDU – Zurufe von den GRÜNEN] nicht für das Interesse der Hotellerie, nicht für das Interesse des Einzelhandels, nicht für das Interesse des Gaststättengewerbes. Ihnen geht es nicht darum, Berlin für die nächsten Jahre interessant zu halten und weiterzuentwickeln, Ihnen geht es um politisches Kalkül. [Zuruf von Katrin Schmidberger (GRÜNE)] Mein Gefühl ist zudem, dass es eine Riesenchance für den organisierten Sport in der Stadt ist. Nun muss man klar sagen, der hat die Grünen in dieser Stadt noch nie größer interessiert. Ich glaube, wir sollten die Chance nutzen, auch für den organisierten Sport in dieser Stadt. Es ist auch deutlich geworden, wir werden nicht nur in die großen Veranstaltungshallen in dieser Stadt investieren, die wir auch in den nächsten Jahren weiter benutzen wollen – die Max-Schmeling-Halle, das Velodrom und andere – , sondern wir haben längst erfahren, dass 80 Trainings- und Unterbringungsstätten dann auch für die Mannschaften, die kommen werden, in den Bezirken zusätzlich saniert werden können. Wie viel solche zusätzlichen Sanierungen bringen können, haben wir erst gestern mit der Sportmilliarde gesehen, wo noch mal 16 Millionen Euro für 19 Sportstätten in Berlin zusätzlich ausgegeben werden können. Auf dem Weg, den wir jetzt gehen, mit dem Geld, das wir jetzt in dem Sportstättensanierungsprogramm haben, werden wir weitermachen, und da werden wir auch weiter eine gute Sportinfrastruktur in Berlin sicherstellen können. Wir werden aber nie so viel schaffen, wie wir mit einer olympischen Bewerbung hinbekommen können. Deswegen würde ich dafür werben, dass wir Seite an Seite für die Interessen unserer Stadt Berlin kämpfen, für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung, für eine gemeinsame Idee. Die Landesschülersprecherin hat dazu Schönes gesagt: Gebt die Spiele auch den Jugendlichen für mehr Zusammenhalt, für mehr Sportentwicklung und für mehr Gemeinsinn in dieser Stadt. – Dafür werbe ich, und das würde ich mir auch von Grünen und Linken wünschen. [Beifall bei der SPD und der CDU – Steffen Zillich (LINKE): Das deute ich so, dass es kein Infrastrukturgeld vom Bund gibt!]

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