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Lars Düsterhöft

SPD 12.03.2026 Sitzungen 19/82

Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich habe selbst sechs Jahre lang am Bett gestanden und habe gepflegt, damals als Zivildienstleistender und danach als Hilfskraft in der ambulanten Pflege. Ich habe viel zu oft erlebt, wie pflegende Angehörige, die sogar schon die Unterstützung durch den ambulanten Pflegedienst hatten, tatsächlich in arge Bedrängnis kamen, emotional und körperlich überfordert waren, an die Grenzen gingen und weit darüber hinaus. Ich habe erlebt, wie Menschen am Bett der Angehörigen zusammenbrachen und nicht mehr weiter wussten. Wir sind uns einig, wir brauchen definitiv ganz besonders für diejenigen, für die es keinen ambulanten Pflegedienst gibt, wo niemand mindestens einmal am Tag vorbeikommt und unterstützt, ein Pflegenottelefon, wo Menschen, die dankenswerterweise ihre Angehörigen ohne die Hilfe von einem ambulanten Pflegedienst pflegen, jederzeit Hilfe bekommen, wenn sie tatsächlich nicht mehr weiter können. Wir sind uns also im Ziel einig. Wir brauchen dieses Telefon, damit es schnelle Hilfe in der Krise gibt, damit es Verlässlichkeit gibt für die Angehörigen, dass sie immer wissen: Ich habe zwar keinen ambulanten Pflegedienst, der zu mir kommt, aber wenn ich wirklich nicht mehr weiter weiß, dann kann ich diese Hotline anrufen, und dann bekomme ich diese Unterstützung. [Heiterkeit von Katina Schubert (LINKE)] Wir sind uns da auch einig bei dem Ziel, dass wir Entlastung in der Überlastung brauchen. Tatsächlich ist es manchmal auch so, dass im Bund auch etwas Gutes passiert, dass auch die Bundesregierung den richtigen Weg geht. Das kommt nicht so oft vor. Das wissen wir ja gemeinsam, wenn wir auf die großen Reformen im Sozialstaatswesen schauen. Aber tatsächlich hat sich der Bund auf den Weg gemacht und auch das Pflegenottelefon auf den Weg gebracht beziehungsweise bringt es gerade auf den Weg. Deswegen ist es auch absolut richtig, jetzt hier nicht einen Berliner Sonderweg einzuschlagen, sondern zu schauen, dass wir auf das aufsetzen, was im Bund gerade geschaffen wird, geschaffen werden soll. Deswegen fordern wir auch zu Recht, dass sich Berlin bewerben soll, Modellregion zu werden, damit es eben keine Doppelstrukturen gibt, denn ich glaube, das wäre das Dümmste, würden wir uns jetzt hier in unserem Kleinklein auf den Weg machen und mit dem wenigen Geld, das wir als Koalition immerhin einstellen konnten, im Haushalt anfangen, diese Strukturen peu à peu in Berlin aufzubauen. Dann werden wir parallel vom Bund überholt beziehungsweise von anderen Kommunen überholt, die sich als Modellregion beworben haben und die es dann geworden sind. Genau das wollen wir nicht. Wir wollen, dass Berlin voranschreitet – absolut, aber als Modellregion für den Bund. Sollte dies tatsächlich nicht klappen, sollte es uns nicht gelingen, dass Berlin Modellregion wird, dann müssen wir natürlich selbst schauen, dass wir unseren Versprechungen Taten folgen lassen und hier vor Ort Strukturen schaffen beziehungsweise Strukturen stärken, die es schon teils gibt und die wir auch nutzen können, um tatsächlich das Angebot noch einmal deutlich auszubauen. – Ich komme zum Schluss und bitte Sie um Unterstützung für den Antrag der Koalition. Ich glaube, ich habe hinreichend erklärt, warum wir den Antrag der Grünen leider ablehnen müssen, auch wenn wir in der Sache einig sind. – Danke! [Beifall bei der SPD und der CDU]

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