Dennis Buchner
Sie nehmen mir das quasi vorweg. Danke für die Zeit, die ich jetzt mehr habe, um das hier vielleicht noch mal ein bisschen auszuführen! – Zur Wahrheit gehört nämlich auch, dass wir uns für Olympische Spiele mit großer Wahrscheinlichkeit im Jahr 2040 oder 2044 bewerben. Das heißt, der Zeitraum, über den wir hier reden, sind 14 bis möglicherweise 18 Jahre, bis die Austragung erfolgt. Wir haben in Berlin schon die Sondersituation, dass wir immer mit Doppelhaushalten arbeiten und nicht mit Einzeljahreshaushalten, aber in der Tat, relativ vieles wird in den nächsten 14 Jahren hier in Haushalten stehen, und zwar relativ vieles von dem, was man in einer solchen olympischen Bewerbung eben auch noch berücksichtigen muss, zum Beispiel die Frage, welche zusätzlichen Sportstätten oder Venues wir dann haben wollen. Ich will mal ein Beispiel nennen, weil wir uns das zusammen in Innsbruck angeguckt haben: Klettern ist olympische Disziplin. Wir wissen, wir haben für Klettern und Bouldern – zwei absolute Trendsportarten – in dieser Stadt viel zu wenig Kapazitäten. Da wäre es in der Tat eine richtige Entscheidung, als Land Berlin in den nächsten 10 bis 15 Jahren dafür zu sorgen, dass wir zusätzliche Kapazitäten im Klettern bekommen und übrigens auch in anderen Trendsportarten. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass wir noch nicht mal eine Ahnung haben, welche Disziplinen, welche neuen Disziplinen vielleicht bei Olympia 2040 oder 2044 überhaupt dabei sein werden, also tatsächlich nicht den Duktus haben können, jede einzelne Ausgabe, jeden einzelnen Euro heute zu finanzieren. Fakt ist aber, wir sind der Haushaltsgesetzgeber, dieses Parlament und im Übrigen auch der Deutsche Bundestag – denn es handelt sich um eine deutsche Olympiabewerbung, auch der Deutsche Bundestag ist ein Haushaltsgesetzgeber – , und von Jahr zu Jahr beziehungsweise bei uns von zwei Jahren auf zwei Jahre sind wir immer wieder mit unseren parlamentarischen Möglichkeiten dazu aufgefordert, für die notwendige Transparenz und Klarheit zu sorgen, und noch mehr: über die Haushaltsmittel, die wir ausgeben wollen, zu bestimmen. Das ist nämlich unsere Aufgabe, und damit stellt man sich nicht hin und muss den Senat heute, im Jahr 2026, von der Seite anmachen. Was wir heute im Plan haben, haben wir im Haushaltsplan beschlossen. Das sind Bewerbungskosten für diesen innerdeutschen Wettbewerb. Es fehlen noch viele Informationen – das gehört auch zur Wahrheit dazu – , wie sich die Bundesebene beteiligen wird. Es ist leider auch noch nicht so, dass Berlin den Zuschlag bekommen hat. Ich würde mir im Übrigen wünschen, wir könnten in Berlin auch von oben befragen, und man könnte ein Votum der Berlinerinnen und Berliner pro Olympia hinbekommen. Ich würde mir aber vor allem wünschen, dass auch die Grünen – wie sie es übrigens in allen anderen Bewerberstädten, die wir in Deutschland haben, tun – mit an einem Strang ziehen würden [Zuruf von Vasili Franco (GRÜNE)] und dafür sorgen würden, dass wir Berlin wirtschaftlich stärker und innovativer machen und den Sport in dieser Stadt stärken durch eine Bewerbung für Olympische und Paralympische Spiele. Das wäre nämlich das, was die Aufgabe dieses Parlaments wäre. – Vielen Dank! [Anhaltender Beifall bei der SPD und der CDU – Beifall von Martin Trefzer (AfD)]
