Dennis Buchner
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wenn die Kollegin Schedlich und der Kollege Ronneburg vor einem dran waren, kann man eigentlich sein ganzes Dokument weglegen und versuchen, irgendwie mal irgendwelche sportpolitische Expertise in die Debatte zu bringen. [Beifall bei der SPD und der CDU] Ich fange mal zunächst mit dem Kollegen Ronneburg an. Ich muss das Motiv der Olympischen Spiele von 1936 nicht gut finden. Ich muss es auch nicht ästhetisch finden. Ich könnte aber mal zur Kenntnis nehmen, dass es im Shop des IOC für alle Olympischen Spiele, die es bisher gegeben hat, das Motiv auf T-Shirts zu kaufen gibt [Zurufe von der LINKEN und den GRÜNEN] und es keineswegs so ist, dass das IOC sein Motiv – übrigens deutlich vor den Spielen entstanden – , in besonderer Art und Weise vermarktet. Das ist das Erste. Kollegin Schedlich! Sie stellen sich hier hin und werfen dem IOC vor, dass es Geld einnimmt, und zwar in der Tat im Rahmen eines olympischen Zyklus 7 bis 8 Milliarden Euro – Das ist das, was das IOC mit den Sommer- und Winterspielen einspielt; es ist eine ganze Menge Geld – , sagen aber nicht, [Zuruf von Carsten Schatz (LINKE)] was das IOC damit macht, nämlich einerseits diese Spiele zu finanzieren zu einem Teil und andererseits die olympischen Fachverbände damit zu finanzieren, damit eben auch in Sportarten wie im Synchronschwimmen, im Ringen, im Fechten oder im Badminton Wettkämpfe stattfinden können und nicht immer nur Fußball gespielt wird. [Beifall bei der SPD, der CDU und der AfD] Das ist das, wofür Olympische und Paralympische Spiele Geld einnehmen, damit es an den Sport ausgeschüttet werden kann in Sportarten, die Sie sich nicht vorstellen können. Um mal die Summe in eine Relation zu bringen: Diese 7 bis 8 Milliarden Euro, die das IOC einspielt in einer Periode, in einer Olympiade, das ist ungefähr die gleiche Summe, die allein das Spiel League of Legends einnimmt. Das sind ungefähr auch 8 Milliarden Euro in vier Jahren, die League of Legends einnimmt. Das ist eines der Spiele, wo sich die Grünenfraktion als Förderer des E-Sports, des Gamings in besonderer Art und Weise hinstellt und will, dass diese Spiele im Zweifel auch in Schulsporthallen gespielt werden können, und zwar ohne dass sich die Verlage dieser Spiele irgendwie an irgendwelchen breitensportlichen Aktivitäten beteiligen. [Beifall bei der SPD, der CDU und der AfD] Die sportpolitische Sprecherin der Grünenfraktion ist die Vertrauensperson des Anti-Olympia-Volksentscheides hier, und das ist nun wirklich ein Schlag ins Gesicht aller Sportlerinnen und Sportler in dieser Stadt. [Beifall bei der SPD, der CDU und der AfD] Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen. Im Übrigen, um zum Kollegen Ronneburg zurückzukommen, der hier gerade die im Moment laufende Volksinitiative gegen Olympia erwähnt: Man dürfte auch erwähnen, dass hier im Haus bereits über 20 000 Unterschriften eingegangen sind für Olympia in dieser Stadt und die gerne Olympische und Paralympische Spiele in Berlin erleben mögen. [Beifall bei der SPD, der CDU und der AfD Zurufe von Harald Laatsch (AfD) und Frank Scheermesser (AfD)] Man kann vieles über den Antrag sagen und über das Thema Transparenz. Man kann aber auch einfach mal schauen, zum Beispiel auf die Internetauftritte des IOC. Das IOC hat nämlich durchaus – ich hätte vieles von ihren Debatten vor 15 oder 20 Jahren verstanden – einen Weg durchgemacht, der auch dazu geführt hat, dass es in den letzten Jahren und Jahrzehnten wieder mehr Bewerbungen gegeben hat aus demokratischen Ländern, der dazu geführt hat, dass in London oder Paris Olympische Spiele stattfinden oder jetzt in Mailand. Es gab ein großes Reformpaket. Es gibt deutlich mehr Transparenz bei der Bewerbung, bei der Grundlage der Verträge, Journalisten dürfen stärkere Einblicke bekommen. Insoweit gibt es inzwischen relativ viel Transparenz vonseiten des IOC. Vielleicht noch lange nicht genug, das mag so sein, aber jedenfalls so viel, dass man sich auf solche Bewerbungen heute wieder einlassen kann. Und der Rest an Transparenz – –
