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Klara Schedlich

GRÜNE 12.02.2026 Sitzungen 19/80

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Das IOC verkauft in seinem Olympiashop T-Shirts der Heritage Collection mit Motiven zu sechs vergangenen Olympischen Spielen. Eines dieser sechs Motive ist Olympia 1936 in Berlin, Merch zu Hitlers Nazispielen, Merch zu Hitlers Propagandainstrument, mittlerweile ausverkauft. Ich bin fassungslos über so viel fehlendes Problembewusstsein! Wer in der Schule irgendwas über die Schreckensjahre der Nazis gelernt hat, weiß, so etwas geht absolut gar nicht! [Beifall bei den GRÜNEN und der LINKEN] Dass das IOC hier nicht ausreichend über die eigene Geschichte reflektiert und es ihm scheinbar egal ist, dass diese T-Shirts wirklich nicht in Ordnung sind, muss kritisiert werden. Aber dem IOC wird das egal bleiben. Sie wollen einfach Geld machen. Darum geht es beim IOC. Das hat nichts mit dem olympischen Gedanken zu tun, nichts mit Sportlichkeit oder Demokratie. Es ist einfach wirtschaftliches Interesse über allem. Und die Berliner Regierung? Die findet, in dieser Situation sei es weiterhin passend, sich für Olympia zu bewerben, für das 100-jährige Jubiläum der Nazispiele 2036; als hätten wir nichts gelernt. Das ist so vieles, aber vor allem ist es hochproblematisch. [Beifall bei den GRÜNEN und der LINKEN] Heute Morgen kam die Nachricht: Das IOC schließt einen ukrainischen Athleten von den Spielen in Mailand aus, weil er aufgrund des russischen Angriffskrieges gefallene Kolleginnen und Kollegen auf seinem Helm abgebildet hatte. [Gunnar Lindemann (AfD): Richtig! – Harald Laatsch (AfD): Sehr gut!] Das Gedenken an verstorbene Sportlerinnen und Sportler ist für das IOC also ein Ausschlussgrund. Ein ukrainischer Sportler wird von den Spielen ausgeschlossen, aber Athletinnen und Athleten aus Russland dürfen starten. Was sagt Kai Wegner dazu, dass das IOC mit seiner vermeintlichen Neutralität zur Normalisierung des russischen Regimes und dessen Taten beiträgt? Wir erwarten hier eine klare Haltung von Ihnen! [Beifall bei den GRÜNEN und der LINKEN] Die gewissenlose Geldmaschine IOC erhält fast alle Einnahmen bei der Austragung Olympischer Spiele steuerfrei und unkontrolliert. Dabei trägt der Staat das volle Risiko. Kostensteigerungen, Gerichtsverfahren, Knebelverträge: All das möchte auch diese Regierung gern in Kauf nehmen. Wofür eigentlich? Es gibt keine konkreten Argumente, keine konkreten Vorhaben, nur grobe Ideen, die dann wieder abgeändert werden, weil sie doch noch nicht abgesprochen waren. Sie haben nichts im Angebot außer heiße Luft, eine große Wolke an gar nichts. Damit veralbern Sie die Berlinerinnen und Berliner, geben deren Steuergeld aus, um Werbung für ein Vorhaben zu machen, für das es nicht genug Rückhalt gibt. Es gibt keinen gesicherten positiven Aspekt durch Olympische Spiele. Diese Bewerbung ist absurd, schlecht und ein Fehler. [Beifall bei den GRÜNEN und der LINKEN – Zuruf von Michael Dietmann (CDU)] Ob wir eine seriöse Debatte über Olympia führen können, liegt übrigens in Ihren Händen. Das ist nur dann möglich, wenn Sie auch die Zahlen veröffentlichen. [Heiko Melzer (CDU): Dann müssten Sie zur Seriosität bereit sein! – Zuruf von Michael Dietmann (CDU)] Wir können uns jetzt nur an den Zahlen vergangener Spiele orientieren. Danach könnten es zwischen 9 und 25 Milliarden Euro werden. Dafür kann man übrigens auch mehrere U-Bahn-Linien bauen, alle Schulen in Berlin sanieren oder alle Bauvorhaben im Sportbereich umsetzen, um endlich ausreichend Schwimmbäder zu haben. Die Berliner sollen am Ende zwar um die 5 000 Euro pro Kopf ausgeben, aber sie bekommen keinerlei Informationen darüber, wie hoch genau die Kosten werden, was eine Risikoabschätzung wäre und für was ihr Geld genau ausgegeben werden soll. Nicht Berlin kann das nicht – die Berliner dürfen gar nicht mitentscheiden – , sondern dieser Senat kann es nicht. Auch der Experte für gescheiterte Olympiabewerbungen rät Ihnen, dass Transparenz hilfreich ist. Das wäre das Mindeste, was Sie anbieten müssen. Wenn Sie also beweisen wollen, dass diese Bewerbung nicht nur halbherzig ist, weil Sie eigentlich selbst wissen, dass es aussichtslos ist, sich zu bewerben, dann stimmen Sie dem Antrag zu und sorgen Sie endlich für Transparenz. Unser Antrag fordert lediglich, dass Kostenschätzungen und Risikoabwägungen veröffentlicht werden. Wenn Sie nicht einmal das tun, dann weiß auch der letzte Mensch in Berlin, dass dies eine Scheinbewerbung ist und damit Geldverschwendung. – Vielen Dank! [Beifall bei den GRÜNEN und der LINKEN]

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