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Ute Bonde

12.02.2026 Sitzungen 19/80

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Sehr geehrte Gäste! Sehr geehrte Zuschauer! 124 Jahre Berliner U-Bahn, das ist zunächst einmal eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte. Es ist eine Geschichte, die viel über die Weitsicht der damaligen Planer erzählt. Und es ist ein Stück Stadtgeschichte, die rasche Expansion, die Teilung, die Wiedervereinigung, der Lückenschluss der U5 und die Planungen für die Zukunft. Berlin und seine U-Bahn sind untrennbar miteinander verbunden, und dies im wahrsten Sinne des Wortes, denn die U-Bahn verbindet Menschen, Bezirke, Innenstadt mit Stadtquartieren an den Rändern Berlins. Unsere U-Bahn ist konstitutiv für unser demokratisches Gemeinwesen. Wir können stolz darauf sein, und wir sind all denjenigen dankbar, die täglich dafür sorgen, dass wir von A nach B kommen, im Übrigen natürlich auch denjenigen, die Busse, Straßenbahnen und S-Bahnen fahren. Herzlichen Dank Ihnen allen! Herzlichen Dank allen, die diese Stadt mobil und in Bewegung halten! [Beifall bei der CDU – Vereinzelter Beifall bei der SPD und der LINKEN – Beifall von Rolf Wiedenhaupt (AfD)] Aus dieser reichen Geschichte ergibt sich eine Verantwortung. Die U-Bahn – und nicht nur sie – muss verlässlich, sauber und sicher sein, damit sich die Menschen auch in Zukunft gerne im ÖPNV bewegen, damit die Mobilitätswende weiter voranschreiten kann, pragmatisch und undogmatisch. Dieser Verantwortung, Pragmatismus und keine Dogmen, stellen wir uns gemeinsam mit der BVG. Bereits im Dezember 2024 haben Henrik Falk, ich und auch der Aufsichtsrat der BVG entschieden, mit dem Konzept „Stabilität vor Wachstum“ einen tiefgreifenden Kurswechsel für die BVG einzuläuten. Damit haben wir auf den Zustand der BVG reagiert. Die BVG ist nach vielen Jahren des Wachstums in unterschiedlichen Unternehmensbereichen an ihre Grenzen gestoßen. Dieses Wachstum war politisch gewollt, es wurde aber politisch nicht gesteuert, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen der Grünenfraktion! [Beifall bei der CDU] Es ist ja mitnichten nur ein Erbe, das Sie uns hinterlassen haben, das wir zu korrigieren haben. [Zuruf von der AfD] Seit Beginn der Strategie und bis 2027 ist es vorrangiges Ziel, das System zu konsolidieren, damit danach wieder Wachstum auf solider Grundlage erfolgen kann. Unser gemeinsam erklärtes Ziel ist es, Schritt für Schritt wieder Zuverlässigkeitsdaten von 99 Prozent zu erreichen. [Benedikt Lux (GRÜNE): Warum dann Ihre Spatenstiche?] Die Schwerpunkte liegen dabei auf der Instandhaltung und Modernisierung der Infrastruktur, die aktuell prioritär der Stabilisierung des Systems dienen. [Zuruf von Daniel Wesener (GRÜNE)] Aber auch technische Innovationen, die sich kapazitativ auswirken werden, gehen wir an. Schon seit letztem Sommer laufen bauvorbereitende Maßnahmen auf der U5 für CBTC als Technologie zur Teilautomatisierung und Leistungssteigerung der U-Bahn. Die BVG plant, den teilautomatisierten Betrieb auf der U5 im Jahr 2029, wir haben es vorhin schon gehört, und auf der U8 im Jahr 2032 aufzunehmen. Das wird uns bis zu 20 Prozent mehr Kapazität bringen. Genau das ist erforderlich, damit wir überhaupt neue Fahrzeuge beschaffen können, denn ohne diese Kapazitätssteigerung stehen die Fahrzeuge still, sind zwar beschafft, können aber nicht fahren, weil das Netz es nicht hergibt. Von den angekündigten JK-Zügen, also den Zügen im Kleinprofil, sind aktuell rund 120 Wagen eingeflottet. Vor dem Start der Einflottung lag der Durchschnittswert der Zuverlässigkeit für die schmaleren Linien, also das Kleinprofil U1 bis U4, von Januar bis August 2025 bei etwas über 88 Prozent. Der Umschwung kam wie angekündigt mit den neuen Zügen. So stieg der Durchschnittswert für das verbleibende Jahr, also September bis Dezember, bereits auf mehr als 95 Prozent mit Höchstwerten von über 98 Prozent zum Ende des Jahres. Insofern, Frau Kapek, ich weiß ja nicht, auf welche Zahlen und Fakten Sie referenziert haben, jedenfalls waren das keine aktuellen Zahlen. So konnte im Januar auf der U2 zum Vierminutentakt in der Hauptverkehrszeit zurückgekehrt werden. Die Einflottung des J-Zugs, des Großprofilzugs für die Linien U5 bis U9, läuft planmäßig. Die Fahrgäste können sich ab Frühjahr auf die neuen U-Bahnen freuen, zunächst auf der U5. Bis Ende 2026 werden über 170 Wagen im Einsatz sein. Der Kurswechsel wie auch das Upgrade unserer Infrastruktur wirken sich nicht nur in modernen Zügen aus, auch die Zahlen sprechen für sich. Die Zuverlässigkeit, Frau Kapek, bei der U-Bahn steigerte sich vom Sommer 2024 bis zum letzten Quartal 2025 von 91,7 auf 97,3 Prozent, ein Plus von 5,6 Prozentpunkten. [Beifall bei der CDU – Vereinzelter Beifall bei der SPD – Zurufe von den GRÜNEN] In der letzten Kalenderwoche 2025 fuhren im Durchschnitt 99,2 Prozent aller U-Bahnen, die im Fahrplan angegeben waren. Die Zuverlässigkeit stieg überdies auch bei Bus und Tram, beim Bus auf über 99 Prozent, bei der Straßenbahn von 95 auf über 98 Prozent im gleichen Zeitraum. Sie sehen, wir halten Wort. [Lachen bei den GRÜNEN] Wir sehen zugleich aber auch alle, dass sich ein attraktiver, zuverlässiger und sicherer ÖPNV nicht in Zuverlässigkeitswerten und neuen Wagen erschöpft. [Zuruf von Werner Graf (GRÜNE)]

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