Sarah Wedl-Wilson
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Abgeordneter! Eine große kulturpolitische Bedeutung – wir haben in Berlin ein Haus für Literatur, wir haben ein Haus für Poesie, wir haben etliche Häuser für unsere Orchester, für unsere Sprechtheater, und es braucht jetzt unbedingt ein Haus, wo die Jazzszene zusammenkommen kann; nicht nur ein Haus, wo gespielt wird, wo Konzerte und Aufführungen stattfinden, sondern auch ein Haus, wo die Szene sich finden kann. Jazz lebt nämlich von der Improvisation, Jazz lebt von der Kreativität, er lebt von der Auseinandersetzung von Musikern miteinander. Es ist auch sehr unklar, wo Jazz beginnt und wo Jazz endet. Er fließt in die ethnologische Musik, er fließt auch in die Neue Musik, in die zeitgenössische Musik, und er fließt natürlich zurück in die ganze Reihe von Standards, der unglaublich schönen Musik aus den Zwanziger- und Dreißigerjahren. Das heißt, es braucht ein solches Haus. Wir sind sehr nah dran, ein solches zu finden. Es hat sich in den letzten Jahren eine IG Jazz formiert, mit einem sehr wichtigen Testimonial an der Spitze, das ist der Startrompeter Till Brönner, der dieses Projekt vorantreibt, so wie die Mitglieder der sogenannten IG Jazz. Das sind alles renommierte Künstlerinnen und Künstler, die in der ganzen Welt mit ihrer Jazzkunst unterwegs sind. Und: Wir haben nun einen Standort gefunden und sind gerade dabei, die Gelder, die dafür im Haushalt eingestellt sind, zu sichern. Wir entsperren gerade SIWA-Mittel, die als Restmittel von dem Projekt Alte Münze übrig geblieben sind und daher in dieses Projekt fließen sollen. Ich bin sehr zuversichtlich. Wir haben einen Ort gefunden, der insofern ein zukunftsträchtiger Ort ist, als er sich am Kurt-Schumacher-Damm befindet, und gegenüber entsteht dort ein großes neues Stadtquartier, ein neues Zentrum innerhalb unserer Stadt. Der Ort ist das alte französische Kino L’Aiglon, der kleine Adler. Er ist perfekt für Jazz geeignet, hat eine wunderbare Akustik und 350 Plätze, und es ist laut unserer Bundesimmobiliengesellschaft nicht allzu viel nötig, um diesen Ort für das House of Jazz herzurichten. Ich freue mich persönlich sehr darauf. – Danke für die Frage!
