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Katina Schubert

LINKE 04.12.2025 Sitzungen 19/76

Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Diese Woche möchte die AfD der Öffentlichkeit vorgaukeln, sie setze sich für die Belange von Sexarbeitenden und Opfern von Menschenhandel und Zwangsprostitution ein. Das ist schon im Grundsatz unglaubwürdig, nachdem ein Mitglied dieser Fraktion schon vor ein paar Jahren für Sextourismus auf der von Putin illegal annektierten Krim geworben hatte. Er pries vor allem den geringen Preis an, der Frauen nach der Besatzung aufgezwungen werden konnte. Und dann noch der auch für Faschisten typische Ansatz, die Frauen zusätzlich erniedrigenden Kontrollen zu unterziehen. Viele der Frauen haben einen unsicheren Aufenthaltsstatus oder fühlen sich aus diversen anderen Gründen unsicher. Dabei melden sich bereits jetzt schon viele nicht an, weil sie Angst vor den Behörden, vor Ausweisung und vor Stigmatisierung haben. Eine noch weitergehende Erfassung, wie die AfD es hier fordert, würde nicht – Zitat – lichten, sondern die Angst vor Registrierung weiter schüren und das Dunkelfeld weiter verdunkeln. Im Antrag heißt es, dass die Eco-Toiletten im Kurfürstenkiez unzureichend seien. Aber was fordern Sie? Schon mal keine sicheren Arbeitsorte! Sie fordern auch keine Rückzugsräume. Sie fordern noch keine hygienische Infrastruktur für die Betroffenen. Die Forderung nach mehr Sozialarbeiterinnen? Wo nach niedrigschwelligen Gesundheitsangeboten? Wo nach Unterbringung und finanzieller Unterstützung? – Alles nichts! Das zeigt sehr deutlich, es geht Ihnen hier überhaupt nicht um die Menschen, es geht Ihnen auch nicht um Menschenhandel, Ihr Antrag setzt ausschließlich auf Kontrolle und Repression. Er ist ausschließlich ein Ausdruck von Misstrauen gegenüber den betroffenen Frauen. Schutz, Hilfe und Menschen kommen darin nicht vor. Schon von daher ist dieser Antrag nur noch eklig. [Beifall bei der LINKEN und den GRÜNEN – Vereinzelter Beifall bei der SPD – Zuruf von Jeannette Auricht (AfD)]

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