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Tommy Tabor

AfD 04.12.2025 Sitzungen 19/76

Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kollegen! Unser Antrag zur Wiedereinführung der einjährigen, freiwilligen Vorschulklassen in Berlin ist mehr als eine bildungspolitische Maßnahme. Es ist eine Option, ein Bekenntnis zu Chancengleichheit, Integration und nachhaltigem Bildungserfolg für alle Kinder in unserer Stadt. Somit können wir alle zusammen diese positive Weichenstellung für unsere Berliner Kinder voranbringen. Warum ist aus meiner Sicht und aus Sicht der AfD dieser Schritt notwendig? – Die Fakten sind alarmierend, und alle Kollegen aus dem Bildungsausschuss werden diese Zahlen mit Sicherheit kennen: Trotz hoher Bildungsausgaben landet Berlin bei bundesweiten Vergleichstests regelmäßig auf den hinteren Plätzen. Viele Kinder erreichen nicht einmal die Mindestanforderungen; die Freude am Lernen weicht oft der Frustration – mit der Folge einer hohen Schulabbrecherquote. Besonders besorgniserregend ist die Situation bei Kindern, die keine Kita besuchen. Bei 76 Prozent dieser Kinder wurde ein Sprachförderbedarf festgestellt, doch nur ein Bruchteil erhält tatsächlich die notwendige Förderung. Die sogenannte Coronapandemie hat diese Defizite weiter verschärft. Massive Lernrückstände betreffen inzwischen bis zu einem Viertel aller Schülerinnen und Schüler. Was leisten eigentlich Vorschulklassen konkret? – Vorschulklassen sind weit mehr als ein weiteres Jahr Kindergarten. Sie bieten gezielte spielerische Förderung in kleinen Gruppen, um Kinder auf den Schulalltag vorzubereiten. Im Mittelpunkt stehen die Sprachförderung, die Erweiterung des Wortschatzes, die Stärkung der Ausdrucksfähigkeit, die Förderung von Konzentration und Motorik sowie der Aufbau sozialer Kompetenzen, wie Teamfähigkeit, Rücksichtnahme und das Einhalten von Regeln. Ebenso werden Alltagskompetenzen, wie Selbstständigkeit und Verantwortungsbewusstsein, gestärkt. Ziel ist es, den Kindern einen sanften Übergang in die Schule zu ermöglichen, und das kann gerade an Brennpunktschulen zu einer Entspannung beitragen. [Beifall bei der AfD] Warum ist eine Vorschulklasse sinnvoll? – In den schulischen Vorklassen war die Gruppe immer jahrgangsgleich organisiert. Aktuell liegt das Problem eher darin, dass in altersgemischten Gruppen die Vorschularbeit in der Kita häufig vernachlässigt wird. Wenn eine Gruppe zwischen null und fünf Jahren oder zwischen vier und sechs Jahren umfasst, kann die gezielte Schulvorbereitung einfach zu kurz kommen. Das liegt nicht an den Erziehern, sondern eher an den Tücken des pädagogischen Alltags. Sie wollen das alles über das Kita-Chancenjahr abwickeln. Wir denken, eine Option, eine freiwillige Option der Vorschulklassen ist da auch noch ein sehr guter Ansatz. [Beifall bei der AfD] Gerade in einer Stadt wie Berlin mit großen Unterschieden und sozialen Herausforderungen ist das ein entscheidender Hebel für mehr Bildungsgerechtigkeit. Was sagen da eigentlich wissenschaftliche Studien und Erfahrungen aus anderen Bundesländern? – Studien und Erfahrungen, etwa aus Hamburg, zeigen: Vorschulklassen gleichen Startchancen aus, insbesondere für Kinder aus bildungsfernen Haushalten oder mit Sprachdefiziten. Sie schaffen einen sanften Übergang in die Schule, nehmen Ängste und fördern die Freude am Lernen. Kinder, die Vorschulklassen besuchen, starten mit mehr Selbstvertrauen und sind besser auf die Anforderungen der Grundschule vorbereitet. Das Hamburger Bildungsprogramm für Vorschulklassen betont, dass der spätere Bildungserfolg entscheidend von qualitativ hochwertiger vorschulischer Förderung abhängt. Die gezielte Förderung von Sprache, mathematischem Grundverständnis, sozial-emotionalen Kompetenzen und motorischen Fähigkeiten bildet die Basis für einen erfolgreichen Start. Auch die empirische Bildungsforschung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unterstreicht, dass frühkindliche Bildung die Basis für lebenslanges Lernen und gesellschaftliches Mitmachen ist. Gerade Kinder aus armen Familien profitieren besonders von gezielten vorschulischen Fördermaßnahmen. Was spricht für die Wiedereinführung, vor allem hier in Berlin? – Die Abschaffung der Vorschulklassen im Jahr 2005 war und ist ein Fehler. [Beifall bei der AfD] Berlin hat damit ein bewährtes Modell des kontinuierlichen altersgerechten Lernens und Vorbereitens für einen Schulanfang aufgegeben. Die Folgen sind heute überall sichtbar und vor allem spürbar: Defizite in der Sprachentwicklung, mangelnde Schulfähigkeit und eine hohe Quote an Kindern, die mit schlechten Startbedingungen in die Grundschule gehen. Unser Antrag fordert daher, die organisatorischen, rechtlichen und finanziellen Voraussetzungen für die Wiedereinführung der Vorschulklassen zu schaffen und sicherzustellen, dass ausnahmslos alle Berliner Kinder zum Zeitpunkt ihrer Einschulung die bestmöglichen Chancen für eine erfolgreiche Bildungslaufbahn haben. Dazu gehört auch eine Bedarfs- und Bestandsanalyse der personellen Ressourcen und räumlichen Kapazitäten an allen Grundschulstandorten. – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! [Beifall bei der AfD]

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