Dr. Matthias Kollatz
Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich will mich meiner Vorrednerin ausdrücklich in dem Punkt anschließen, dass bestimmte Sachen einfach Schritt für Schritt gemacht werden müssen. Es ist sicherlich ein Fortschritt, dass es jetzt die Entwicklung zu 50 Meter langen Straßenbahnen gibt. Die heißen dann Urbanliner. Es ist aber eben so, dass da eine Reihe von Problemen aufgetaucht ist, die man vorher vielleicht nicht ausreichend gesehen hat, und die muss man jetzt abarbeiten. Wenn es gelingt, die abzuarbeiten, dann macht es Sinn, auch über weitere Längen nachzudenken, aber bitte schön – und das meine ich ganz ernst – erst, wenn das abgearbeitet ist. Wenn diese Schwierigkeiten bedeuten würden, dass man noch mal zehn neue Brücken braucht, wird das so schnell nicht gehen. Deswegen ist es wichtig zu klären, ob es möglich ist, mit diesen längeren Straßenbahnen vernünftig über das zu fahren, was wir unterhalb der Räder vorfinden, was auch immer es sei. Wenn man aber grundsätzlich über das Thema Straßenbahnen redet – und es sind ja auch grundsätzliche Fragen angesprochen worden, denn ansonsten erschließt sich auch nicht direkt der Zusammenhang zwischen dem Straßenbahnsystem in Köpenick und den 60-Meter-Straßenbahnen –, dann ist es so, dass das Wichtigste die Priorität im Ausbau ist, und da können wir besser werden. Die Frage ist, ob wir für den Ausbau mal wieder zehn Jahre brauchen, so wie beim Ausbau vom Hauptbahnhof zur Turmstraße. Der Ausbau von der Turmstraße zur Jungfernheide und nach Tegel zur Urban Tech Republic und ins Schumacher Quartier, liebe Grüne, ist überfällig und dringlich. Es macht überhaupt keinen Sinn, den mit weiteren Debatten immer verhindern zu wollen. [Vereinzelter Beifall bei der SPD] Bei dem Thema größerer Kapazitäten ist es so, dass wir da verschiedene Wege haben. Ein Thema sind größere Gefäße; darüber haben wir ja heute auch durch den Antrag der Linkspartei angefangen zu diskutieren. Das Zweite ist, dass wir auch stärker auf fahrerlosen Betrieb gehen. Wir zumindest glauben, dass diese Option des fahrerlosen Betriebs – die ja auch dazu führt, dass mehr Menschen transportiert werden können, weil höhere Frequenzen leichter hergestellt werden können – zumindest gleichgewichtig verfolgt werden soll. Last, but not least: Es ist, wie gesagt, richtig, dass man sich um diese Themen kümmern muss, und es ist auch richtig, dass man es Schritt für Schritt machen muss. Darauf hat die Rednerin der Grünen mit Recht hingewiesen. Insofern: Ich glaube, dass die Notwendigkeiten der Umsetzung erkannt sind. Das Verkehrssystem in Berlin braucht auf jeden Fall die weitere Ertüchtigung und den weiteren Ausbau auch der Tram, weil wir dort in der wachsenden Stadt mehr Kapazitäten brauchen. – Danke! [Beifall bei der SPD – Vereinzelter Beifall bei der CDU]
